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Swissfirst: Fundamenta trennt sich Die in Olten ansässige Gemeinschaftsstiftung Fundamenta trennt sich von der Zürcher Swissfirst-Bank. Die Trennung erfolgt im Einvernehmen mit der Swissfirst, wie die von Ständeratspräsident Rolf Büttiker präsidierte Stiftung heute mitteilte. Der Stiftungsrat soll neu konstituiert werden. Die Fundamenta übergibt die Verwaltung ihres Anlagevermögens gemäss Mitteilung einem andern Finanzinstitut, obwohl sie mit der von der Swissfirst Asset Management erwirtschafteten Performance stets zufrieden gewesen war. Dabei geht es um rund 125 Millionen Franken an aktivem Anlagevermögen, wie Fundamenta-Geschäftsführer Marco Lauber auf Anfrage sagte. Vollständiger Artikel unter Tages-Anzeiger.ch 29.09.2006 -- Tages-Anzeiger Online
Weitere Pensionskasse in Swissfirst- Deal verwickelt
Vollständiger Artikel unter Blick.ch VON HENRY HABEGGER 16.08.2006 | 17:07:57 OLTEN SO – BLICK enthüllt eine neue brisante Verbindung in der Swissfirst-Affäre. Sie führt nach Olten, in eine Vorsorgestiftung, die von Ständeratspräsident Rolf Büttiker (FDP) präsidiert wird. Der entdeckte, dass auch seine Stiftung Swissfirst-Aktien verkaufte. Und verlangt jetzt «schonungslose Aufklärung» der Vorgänge. Es ist ein kompliziertes Stück, in dem eine ganze Reihe von Swissfirst-Grössen und nicht weniger als drei National- und Ständeräte auftreten. In teils mehrfachen Rollen. Unter ihnen der in der Swissfirst-Affäre immer wieder auftauchende Zürcher SVP-Nationalrat Hans Kaufmann.
Alles dreht sich um die kleine Gemeinschaftsstiftung Fundamenta in Olten, die die berufliche Vorsorge für rund 180 Betriebe mit 1800 Versicherten besorgt, insgesamt rund 130 Millionen Franken. Aber der Reihe nach. BLICK-Recherchen zeigen, dass die Fundamenta im September 2005 zu den Unternehmen gehörte, die (eine bisher nicht bekannte Anzahl) Swissfirst-Aktien an Swissfirst-Chef Thomas Matter verkauften. Und in die Röhre guckten, weil die Swissfirst danach mit der Bank am Bellevue fusionierte und der Aktienkurs in die Höhe schnellte. Wann kam die Sache ans Licht? Im Lauf der letzten Tage, nach den Medienberichten über Swissfirst. Der Stiftungsvorsitzende Rolf Büttiker (FDP), seines Zeichens Ständeratspräsident, fragte intern nach, ob auch die Fundamenta in die Affäre involviert sei. Und siehe da, sie war. Was unternahm Büttiker? Ihm läuteten sämtliche Alarmglocken. Er berief für nächste Woche eine ausserordentliche Sitzung des Stiftungsrats ein. Büttiker sagt auf Anfrage zu BLICK: «Ich werde im Stiftungsrat schonungslose Aufklärung durch einen unabhängigen Experten beantragen. Im Interesse der Fundamenta-Versicherten setze ich alles daran, dass diese Sache rückhaltlos geklärt wird.» Was ist das Besondere am neuen Fall? Man höre und staune – die Fundamenta ist auch die Pensionskasse der Swissfirst! Sie besorgt die Vorsorge der gut 80 Swissfirst-Angestellten. Von der Sekretärin bis zum Direktor. Was heisst: Auch die Swissfirst-Angestellten gehörten zu den «Opfern» der Transaktion, die den Swissfirst-Aktionären inklusive den Bank-Bossen, die ihre Anteile behielten, fette Gewinne brachten. Warum wusste Büttiker nichts vom Aktien-Verkauf? Weil das Anlagevermögen der Fundamenta ausgerechnet von der Swissfirst verwaltet wird! Wie viele kleinere Stiftungen hat die Fundamenta die Verwaltung ihrer Vorsorgegelder ausgelagert. Wer hat über den Verkauf der Aktien entschieden? Offensichtlich die Swissfirst selbst. Zuständig für die Fundamenta-Anlagen war dort gemäss BLICK-Recherchen Mirko Sangiorgio, Chief Investment Officer und selbst Swissfirst-Aktionär. Eine unglaubliche Personalunion: Über Sangiorgios Pult ging ein Aktienverkauf, von dem er als Aktionär profitierte, als Pensionskassenversicherter aber verlor. Welche Rolle spielte SVP-Nationalrat Kaufmann? Auch er hat eine Mehrfachrolle. Er sitzt im Fundamenta-Stiftungsrat – zuständig ausgerechnet für die Anlagen. Und damit Oberaufseher von Swissfirst-Sangiorgio. Das Praktische dabei: Bis vor zwei Monaten war Kaufmann auch Verwaltungsrat der Swissfirst. Offen ist, ob Sangiorgio Hans Kaufmann beim Verkauf konsultierte. Was sagen Kaufmann und Sangiorgio? Kaufmann wollte gestern «weder bestätigen noch dementieren», dass er vom Aktienverkauf wusste. Ohnehin gebe er keinen Kommentar ab zur Swissfirst-Affäre. Sangiorgio, auch Swissfirst-Medienverantwortlicher, reagierte gestern bis Redaktionsschluss nicht auf eine E-Mail-Anfrage. So bleibt der genaue Ablauf offen. Warum ist die Fundamenta so stark mit Swissfirst verbandelt? Vier der neun Stiftungsräte sind Swissfirst-nahe: Neben Kaufmann ist da Werner Erismann, bis vor kurzem Chefjurist der Swissfirst. Dann Martin Wagner, Basler Anwalt und Verwaltungsrat der Swissfirst Bank AG. Als Swissfirst-nahe gilt auch FDP-Nationalrat Hans-Rudolf Gysin, Direktor der Baselbieter Wirtschaftskammer. Er sitzt mit Swissfirst-Wagner in mehreren Firmen, so zum Beispiel auch beim Medienunternehmen Jean Frey AG. Wie kam es zu dieser seltsamen Swissfirst-Machtballung in Olten? Die Swissfirst kaufte vor fünf Jahren die Oltner Treuhandfirma Bracher AG, der als Gründerin der Fundamenta die Stiftungsrechte gehörten. Damit hatte die Swissfirst bei der Fundamenta das Sagen. Hatte! Seit einer Gesetzesänderung, die am 1. Juli 2005 in Kraft trat, sind solch umfassende Gründerrechte generell abgeschafft.
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