Ölpreis auf Rekordjagd - Rohstoffexperten wie Jim Rogers erwarten einen dauerhaft hohen Ölpreis
12.03.08 19:54
  


Ölpreis auf Rekordjagd
Der Brent Oil Future hat sich über 100 USD festgesetzt. Rohstoffexperten wie Jim Rogers erwarten einen dauerhaft hohen Ölpreis.


Anfang 2007 fiel der Brent Oil Future bis auf etwa 55 US-Dollar. Seitdem hat sich der Ölpreis fast verdoppelt. Und das obwohl sich die Weltkonjunktur vor Jahresfrist noch deutlich robuster präsentierte. Von einer Rezession in den USA gab es keine Spur. Auch waren in den letzten zwölf Monaten keine entscheidenden Angebotsstörungen zu beobachten. Die Lage im Nahen Osten, besonders der Konfl ikt der USA mit dem Iran, entspannte sich eher. Die Hurrikan-Saison im Golf von Mexiko blieb ebenfalls weitgehend ruhig. Auch aus Nigeria, wo aufgrund einer prekären Sicherheitslage die Ölproduktion häufi ger stockt, gab es keine negativen Meldungen. Ein solches Umfeld deutet eigentlich auf eine Konsolidierung der Preise bei Energieträgern hin.

Dennoch überwand der Ölpreis die Marke von 100 US-Dollar. Die Zahlen zu den Öllagerbeständen in den USA, die als kurzfristige Knappheitsindikatoren dienen, ließen eine solche Entwicklung nicht erwarten. Die Rohöllagerbestände sind derzeit zwar niedriger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres oder des Jahres 2006, befi nden sich aber in der Mitte ihrer Range von 1990 bis 2007. Bei den Heizöllagerbeständen sieht es ähnlich aus. Die Benzinlagerbestände befi nden sich sogar deutlich über dem Niveau der letzten drei Jahre und auch über dem langjährigen Durchschnitt. Das Ende der Heizperiode auf der Nordhalbkugel der Erde könnte zu einer weiteren Entspannung führen. Die OPEC hat zudem aufgrund des hohen Ölpreises auf die sonst saisonübliche Reduzierung der Fördermenge im Frühjahr verzichtet.

Der Grund für den Ölpreisanstieg ist daher nicht in einer akuten Knappheit am Markt sondern im Kaufi nteresse von Finanzinvestoren zu suchen. Spekulanten bauten ihre Netto-Longpositionen an den Futuresmärkten in den letzten Monaten kräftig aus.

Angesichts der Baisse am Aktienmarkt, der Verunsicherung durch die Kreditmarktkrise und dem zunehmenden Infl ationsrisiko aufgrund der Niedrigzinspolitik der US-Notenbank suchen die Investoren Sicherheit. Rohstoffe wie Öl bieten unter den schwierigen Umständen an den Märkten für Investoren eine Alternative. Denn obwohl es in den letzten zwölf Monaten keine Verknappung auf der Angebotsseite gab und die Nachfrageprognosen reduziert wurden, bleibt der Markt langfristig angespannt.

Die Nachfrage aus den Emerging Markets, allen voran aus China, wächst weiterhin stark. Das Angebot konnte bisher damit nicht Schritt halten. Viele große Ölfelder haben ihren Zenit überschritten. Ein gleichwertiger Ersatz ist derzeit nicht  in Sicht. Viele Experten sind daher der Ansicht, dass angesichts dieser Marktlage die internationalen Investoren in Rohstoffen unterinvestiert sind. In den letzten Jahren waren hohe Renditen an den Aktienmärkten zu erzielen, was zu einer Vernachlässigung der Rohstoffmärkte geführt hat. Das hat sich – möglicherweise dauerhaft – geändert.

 

 

Quelle: ABN Amro


 

 
 
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