Der Agrarmarkt Die Preise vieler Agrarrohstoffe befi nden sich auf langjährigen Höchstständen oder sogar auf Allzeithochs. Die Aussichten auf langfristig weiter steigende Preise sind gut.
Seit mehreren Jahren befi nden sich Energieträger und Metalle im Aufwärtstrend. An Agrargütern hatten Investoren dagegen in den Vorjahren wenig Freude. Aber in den Vormonaten ist auch dieser Sektor nach oben ausgebrochen. Während die Nachfrage weltweit vor allem aufgrund des raschen Wachstums in den Schwellenländern und hier insbesondere in China und Indien rasch steigt, sind der Ausweitung des Angebots natürliche Grenzen gesetzt. Mit Interesse verfolgen die Marktteilnehmer die Rekordhochs bei Öl und Gold, aber auch den starken Anstieg der Futures für Sojabohnen und Mais in den letzten Wochen. Der Kursrückgang an den Aktienmärkten, die Abwertung des Dollars und die relativ hohe Infl ation machen Rohstoffe für Finanzinvestoren attraktiv. Die Flucht in wertbeständige Anlagen gab den Rohstoffen in den letzten Wochen zusätzlichen Auftrieb, macht den Sektor aber auch anfällig für Korrekturen.
Agrarrohstoffe besitzen gegenüber Energierohstoffen und Industriemetallen den Vorteil, dass die Nachfrage weniger abhängig von der Konjunkturentwicklung ist. Die Zunahme der Weltbevölkerung und die Verstädterung sind grundlegende Trends und führen zu einer Erhöhung der Nachfrage nach Agrargütern und einer Minderung der Anbaufl ächen. Hinzu kommt in vielen Schwellenländern ein höheres Wohlstandsniveau, das zu einer Veränderung der Ernährungsgewohnheiten führt. Fleisch gewinnt an Bedeutung. Viehzüchter benötigen mindestens sieben Kilo Futterweizen, um ein Kilogramm Fleisch zu erzeugen. Dadurch steigt die Nachfrage nach Futtermitteln, die bei der Anbaufl äche mit anderen Produkten konkurrieren.
Dank der vermehrten Herstellung von Biotreibstoffen steigen die Preise der Vorprodukte Mais, Zucker und Raps. Das erhöht den Anreiz, mehr Agrarflächen für den Anbau dieser Vorprodukte zu verwenden. Ein wichtiger Grund für den Preisanstieg bei Weizen ist, dass die Farmer in den USA im letzten Jahr die Weizenanbaufl äche deutlich zugunsten von Mais reduziert haben. Das hat zu Knappheit geführt.
Die weltweiten Lagerbestände an Weizen befi nden sich auf dem niedrigsten Niveau seit 1978, die Lagerbestände in den USA sogar auf dem niedrigsten Stand seit 1948. In diesem Jahr schlägt das Pendel zurück, die Weizenanbaufl äche in den USA wird wieder deutlich ausgeweitet. Es ist zu erwarten, dass dies auf Kosten der Produktion anderer Agrargüter geht. Das grundlegende Problem ist die weltweit begrenzte Anbaufl äche. Die Menge an Ackerfl ächen geht infolge von Landfl ucht und Bodenerosion zurück. Die Ackerfläche pro Person ist seit 1965 von fast 1,4 Hektar pro Person bis auf knapp 0,8 Hektar im Jahr 2005 gefallen.
Aufgrund der zunehmenden Nachfrage führen Angebotsstörungen wie Ernteausfälle durch Trockenheit oder Unwetter rasch zu einem starken Preisanstieg bei dem entsprechenden Rohstoff. Das zeigte sich zu Jahresbeginn: Die schlimmsten Winterstürme seit 50 Jahren in China haben fast die Hälfte der Anbaufl ächen von Herbst- und Winterraps beschädigt. Da diese Ausfälle ausgeglichen werden müssen, ist der Import von Speiseölen nach China stark gestiegen.
Kommt es zu einer wetterbedingten Erhöhung der Erntemengen eines Agrarguts, kann dessen Preis rasant fallen. Zudem ist der Preisanstieg bei den Futures auf Agrarrohstoffe, die zur Herstellung von Speiseölen und/oder zur Produktion von Biokraftstoffen dienen, auch auf den hohen Erdölpreis zurückzuführen. Sollte es eine Korrektur beim Erdölpreis geben, dann könnten auch die Preise von Sojabohnenöl, Raps und Palmöl sinken. Das zeigt, dass konservative Anleger ihr Risiko streuen sollten. Mit Rohstoffi ndizes, die eine Vielzahl von Rohstoffen enthalten, ist dies leicht möglich.
Anleger können nicht nur mit Open End Zertifi katen, sondern auch mit Bonus Zertifi katen und Kapitalschutz Zertifi katen auf Agrarindizes setzen. Diese beiden Zertifi katetypen bieten mehr Sicherheit, falls es zu einer Korrektur bei den Rohstoffpreisen kommt. Kapitalschutz Zertifi kate bieten am Laufzeitende eine Mindestrückzahlung in Höhe der Garantie. Bonus Zertifi kate bieten neben einer attraktiven Rendite auch einen Risikopuffer. Wird der Sicherheitslevel allerdings verletzt, verfällt der Bonusmechanismus.
Quelle: ABN Amro | |