Basismetalle: Temporäre Gewinnmitnahmen belasten die Preise
14.03.08 19:53
  
Basismetalle: Temporäre Gewinnmitnahmen belasten die Preise

Die Basismetallpreise haben eine wechselhafte Woche hinter sich. Während Sie am Wochenanfang im Gleichklang mit dem gesamten Rohstoffsektor höher tendierten, setzten zur Wochenmitte Gewinnmitnahmen ein, da angesichts einer her als erwarteten Verbraucherpreisinflation in China erneut Sorgen hinsichtlich des makroökonomischen Umfelds aufkamen.


Der Aluminiumpreis liegt gegenwärtig bei USD 3’150. Kupfer und Nickel kosten USD 8’450 bzw. USD 33’000. Die Preise für Zink- und Blei litten besonders und bewegen sich derzeit bei USD 2’600 bzw. USD 3’100. Trotz des Preisrückgangs in dieser Woche nehmen wir allmählich wieder eine positivere Haltung in Bezug auf den Sektor ein. In der zweiten Jahreshälfte 2007 hatten wir den Ausblick für die Basismetallpreise grösstenteils negativ eingeschätzt, da China seine Lagerbestände abbaute und die registrierten Bestände insgesamt stiegen.

Damals hatten wir dargelegt, dass es bei mindestens zwei Indikatoren zu einer Wende kommen muss, bevor wir wieder zu einer positiveren Einschätzung zurückkehren. Gemeint waren der chinesische Import und die Lagerbestände. Dieses Szenario hat sich in den letzten Wochen manifestiert. Die chinesischen Handelsdaten für Januar zeigten einen deutlichen Anstieg bei den Nettoimporten von Kupfer und Nickel. Insgesamt lag der chinesische Nettoimport von Basismetallen im Januar ungefähr 10% über dem Niveau vom Dezember.

Gleichzeitig setzte bei den Gesamtbeständen an Basismetallen ein allmählicher Rückgang ein. Vor diesem Hintergrund schätzen wir den Ausblick für den Sektor nunmehr positiver ein. Aluminium, Kupfer und Nickel verfügen unseres Erachtens über das grösste Aufwärtspotenzial. Der Turnaround bei den chinesischen Importen und den registrierten Beständen entspricht unseren Erwartungen.

Allerdings gib es auch überraschende Entwicklungen. Während wir damit gerechnet hatten, dass eine starke Nachfrageerholung einen allmählichen Abbau der Bestände auslösen würde, der wiederum einen Importanstieg bewirkt, ist die rückläufige Verfügbarkeit dagegen auf eine Reihe von Angebotsausfällen zurückzuführen. Die Wirkung ist allerdings dieselbe. Im derzeitigen Umfeld erhöhter Volatilität sind Angebotsunterbrechungen unserer Ansicht nach sogar ein stärkerer Preistreiber als eine allmähliche Nachfrageerholung.

Da die aktuelle Entwicklung vor allem aus Schwierigkeiten auf der Angebotsseite resultiert und weit weniger aus einer breit basierten Nachfrageerholung, raten wir Anlegern, die eine neue Position im Sektor aufbauen möchten, selektiv vorzugehen. Manche Märkte sind von den Ausfällen stärker betroffen als andere. Zudem sind die Unterbrechungen an einigen Märkten lediglich ein vorübergehendes Phänomen, während sich das Angebot an anderen Märkten, z.B. bei Aluminium, auf längere Sicht verknappen dürfte. Aluminium, Kupfer und Nickel sind von den Schwierigkeiten auf der Angebotsseite am stärksten betroffen.

In Anbetracht des steigenden Kohlepreises und von Stromausfällen versucht die chinesische Regierung, die energieintensive Aluminiumproduktion aktiv zu senken. In Südafrika müssen ähnliche Herausforderungen bei der Produktion gemeistert werden. Am Kupfermarkt stellt die Stromversorgung in den wichtigsten Förderländern ebenfalls die grösste Herausforderung dar. In Chile, dem weltweit grössten Kupferproduzenten, kann aufgrund einer schweren Dürre weniger Strom durch Wasserkraft erzeugt werden. Zudem verknappt sich das Erdgasangebot, da Argentinien seine Lieferungen einschränkt. Neben den Energieproblemen machen der Kupferproduktion ein sinkender Erzgehalt und eine geringere Verfügbarkeit der ebenfalls erforderlichen Schwefelsäure zu schaffen.

Quelle: CS


 
 
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