Edelmetalle: Liquiditätsspritzen der Fed unterstützen die Preise
14.03.08 19:55
  
Edelmetalle: Liquiditätsspritzen der Fed unterstützen die Preise

Der Dollar gibt weiter die Richtung für die Edelmetallpreise und dabei vor allem für den Goldpreis vor. Folglich wurde der Komplex am Wochenanfang, als sich der Dollar vorübergehend aufwertete, etwas niedriger gehandelt. 

Doch mit der in dieser Woche angekündigten Verlängerung und Erweiterung des Liquiditätsprogramms der Federal Reserve kehrte die optimistische Stimmung an die Edelmetallmärkte zurück. Gold kostet derzeit USD 995 und Silber USD 20.60. Die Preise für Platin und Palladium liegen bei USD 2’100 bzw. USD 500.

Wie wir bereits in früheren Ausgaben des Research Weekly – Commodities dargelegt haben, hat die Goldpreisrally inzwischen ein fortgeschritteneres Stadium erreicht, was gleichbedeutend ist mit einer Verlangsamung der Preissteigerungen und zunehmender Volatilität. Dies wird auch  durch die jüngsten Preisbewegungen am Goldmarkt sowie an anderen Edelmetallmärkten bestätigt. Seit Beginn der  Liquiditätsprobleme an den Geldmärkten im August 2007 steigt die Volatilität stetig an. Der Goldpreis hat sich seitdem um etwa 45% erhöht. Inzwischen wirkt sich die Rally allmählich negativ auf den physischen Goldmarkt aus.

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Nachfrage der Schmuckindustrie durch die Preissteigerung stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Im 4. Quartal 2007 sank die Nachfrage der Schmuckindustrie nach Gold auf globaler Basis um 17% YoY. Die Abschwächung des physischen Markts dürfte die Volatilität in den kommenden Monaten sogar noch weiter forcieren. Sie ist auch der Hauptgrund, warum wir von einer gewissen Verlangsamung der Goldrally ausgehen.

Ungeachtet der Entwicklung am physischen Markt ist das Umfeld an den Finanzmärkten noch immer äusserst günstig für Gold. Die Dollar-Talfahrt geht weiter, wobei wir insbesondere gegenüber den asiatischen Währungen eine weitere Abwertung erwarten. Hinzu kommt, dass die in den TIPS (Treasury Inflation Protected Securities) eingepreisten US-Inflationserwartungen stark steigen.

Damit erhält der Goldpreis zusätzliche Unterstützung. Die jüngsten Massnahmen der Federal Reserve in den USA wirken sich auch auf die Edelmetalle positiv aus. Die Erweiterung des Kreditprogramms zielt darauf ab, dem Markt Liquidität zur Verfügung zu stellen. Ein Teil dieser Liquidität dürfte an die Rohstoffmärkte fliessen – eine Entwicklung, die bereits seit Anfang des Jahres zu beobachten ist. Ausserdem erwarten unsere Volkswirte weitere Zinssenkungen der Fed.

Dadurch werden sich die realen Fed Funds noch tiefer in negatives Terrain bewegen. Wir gehen davon aus, dass die Realzinsen in den USA noch mindestens sechs Monate lang negativ bleiben werden. Dies hat Folgen für die Edelmetallpreise. Da Gold weder Zins- noch Dividendenerträge abwirft, ist bei negativen Realzinsen eine Anlage in Gold attraktiv.

Insgesamt sind wir der Meinung, dass der Goldpreis weiter steigen und letztendlich die Marke von USD 1’000 entschieden übersteigen wird. Allerdings dürfte sich die Rally verlangsamen, da sie inzwischen ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat. Gleichzeitig dürfte die Volatilität weiter zunehmen, was für vorübergehende Preiskorrekturen spricht. Als Fazit lässt sich ziehen, dass wir einen Goldpreis von USD 900 für ein attraktives Einstiegsniveau halten.

Quelle: CS

 
 
 
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