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Energie: Öl wird zunehmend zu einer Dollar-Story |
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14.03.08 19:58 |
| | | Energie: Öl wird zunehmend zu einer Dollar-Story
Bezüglich der Preistrends im Energiesektor gibt es wenig Neuigkeiten. Die Preisrally an den Öl- und Erdgasmärkten geht weiter. Gleichzeitig hat der WTI-Preis die Marke von USD 110 durchbrochen.
Der Erdgaspreis liegt bei etwa USD 10, und die Preise für Ölprodukte haben ebenfalls angezogen. Für eine Gallone Benzin müssen derzeit USD 2.65 gezahlt werden. Der Heizölpreis liegt bei USD 3.05 je Gallone. Wie in den Vorwochen resultiert der Preisanstieg hauptsächlich aus den Zuflüssen aus Anlagefonds, während die Meldungen hinsichtlich der fundamentalen Situation grösstenteils ohne Wirkung blieben. Hauptverantwortlich für den Anstieg waren die Zunahme der chinesischen Inflation im Februar auf 8.7% YoY und die Tatsache, dass der EUR/USD-Wechselkurs erstmals die Marke von 1.55 durchbrochen hat.
Die Anleger kaufen Rohstoffe als Absicherung gegen die Dollarschwäche und die steigende Inflation. Folglich haben sich im Zuge der jüngsten Entwicklungen die Kapitalzuflüsse in diese Anlageklasse verstärkt. Da der Ölmarkt der grösste und liquideste Rohstoffmarkt ist, entfällt auf ihn ein überdurchschnittlich hoher Anteil des Liquiditätszustroms. Die Anzahl der spekulativen Long-Positionen in Öl hat sich seit Anfang März mehr als verdreifacht. Die Kapitalzuflüsse in den Ölmarkt dürften sich noch eine Zeit lang fortsetzen, bergen allerdings auch ein hohes Risiko, denn der Ölpreis koppelt sich zunehmend von der fundamentalen Situation ab. Die jüngsten Meldungen bestätigen dies.
Die Mittwoch veröffentlichten wöchentlichen Daten des USEnergieministeriums (DOE) zeigten für die Woche vom 7. März einen Anstieg der Bestände um 6’177 Millionen Barrel mehr als das 3.5-Fache der Markterwartung. Die Benzinbestände haben sind ebenfalls unerwartet stark erhöht. Gleichzeitig ist der Ölimport in die USA gestiegen, während sich die Nachfrage weiter verlangsamt hat. Die US-Ölnachfrage liegt derzeit 4.5% unter dem Vorjahresniveau. Die Öl- und Benzinbestände in den USA befinden sich nach dem jüngsten Anstieg nunmehr deutlich über dem Durchschnittsniveau. Die jüngsten Veröffentlichungen der Internationalen Energieagentur (IEA) bestätigen diese Entwicklung.
Die IEA hat ihre Prognose für die globale Ölnachfrage für das Gesamtjahr 2008 um 80’000 Barrel pro Tag auf 87.54 Millionen Barrel pro Tag nach unten korrigiert und führt als Grund die Konjunkturabkühlung an. Wir schliessen uns dieser Einschätzung an. Zudem verbessert sich die Situation auf der Angebotsseite zusätzlich, da in Kürze bereits das zweite Quartal anbricht und die OPEC von einer Verringerung der Förderquoten absieht. Abbildung 6 verdeutlicht diesen Zusammenhang. Unter dem «Call on OPEC» versteht man die Menge an Öl, welche die OPEC-Länder fördern müssen, um den Markt auszugleichen.
Bei dem gegenwärtigen Niveau ist die Fördermenge der OPEC mehr als ausreichend, zumal das zweite Quartal nicht mehr weit entfernt ist. Die Differenz zwischen der tatsächlichen und der erforderlichen Förderung dürfte einen weiteren Bestandsanstieg bewirken. Dies dürfte sich früher oder später auf die Preise auswirken, wobei der Markt allerdings derzeit vor allem von der Dollarentwicklung abhängt. Gleichwohl rechnen wir damit, dass der Ölpreis in der zweiten Jahreshälfte aufgrund der fundamentalen Situation sinken und sich bei USD 85 oder leicht darüber bewegen wird.
Allerdings dürfte diese Korrektur lediglich vorübergehender Natur sein. Wie Abbildung 6 illustriert, dürfte der Ölmarkt in der zweiten Jahreshälfte wieder enger werden, sodass die Ölpreise allmählich wieder steigen werden.
Quelle: CS
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