Edelmetalle: Zinsentscheidung der US Federal Reserve löst Gewinnmitnahmen aus
28.03.08 21:28
  
Edelmetalle: Zinsentscheidung der US Federal Reserve löst Gewinnmitnahmen aus

Die Edelmetallpreise litten letzte Woche unter einem kräftigen Ausverkauf, nachdem die US Federal Reserve eine Zinssenkung um 75 Bp gemeldet hatte. Da der Markt eine Senkung um 100 Bp eingepreist hatte, führte dies zu einer Erholung beim US-Dollar, und die Anleger liquidierten einige Long-Positionen, wodurch die Preise sanken.


Als Folge wurden technische Barrieren erreicht, was noch stärkere Preisabschläge zur Folge hatte. Der Goldpreis fiel unter USD 915, wo er durch neue Käufe wieder unterstützt wurde. Mittlerweile ist er wieder auf rund USD 945 angestiegen. Der Platinpreis erlebte ebenfalls eine Erholung und wird gegenwärtig knapp über der Marke von 2’000 USD gehandelt.

Silber und Palladium, unserer Ansicht nach die Edelmetalle mit den schwächsten Fundamentaldaten, litten am stärksten unter dem Ausverkauf und kosten derzeit rund USD 18.40 bzw. USD 455. Das ist unseres Erachtens keine Überraschung, da die letzten Preissteigerungen dieser beiden Metalle hauptsächlich spekulativer Natur waren.

Unter fundamentalen Gesichtspunkten hat sich an der Situation nichts verändert. Die Finanzmarktbedingungen sind nach wie vor günstig für Edelmetalle und vor allem für Gold. Der Zinsrückgang in den USA, der negative Realzinsen zur Folge hat, kommt dem Goldpreis zugute. Zudem erwarten unsere Ökonomen, dass sich der US-Dollar weiterhin abschwächen wird, vor allem gegenüber asiatischen Währungen, und die Inflationsängste dürften den Goldpreis ebenfalls unterstützen. 

Ausserdem werden Edelmetalle angesichts der allgemeinen Instabilität der Finanzmärkte wohl weiterhin als «sichere Hafen» gelten. Aus diesen Gründen rechnen wir damit, dass die Anlegernachfrage nach Gold stark bleiben dürfte. Auf dem physischen Markt beobachten wir hingegen eine Abschwächung, wie wir bereits in früheren Ausgaben des Research Weekly Commodities dargelegt haben. Die jüngste Preisrally hat allmählich negative Auswirkungen auf die Nachfrage seitens der Schmuckindustrie, die unter den Preissteigerungen stark zu leiden hat. Im 4. Quartal 2007 ist die globale Goldnachfrage der Schmuckindustrie um 17% YoY gesunken.

Die jüngsten Berichte von Reuters zeigen ebenfalls einen Rückgang der Goldnachfrage seitens der Schmuckindustrie. Wie die Agentur berichtet, sind die Goldverkäufe in Dubai im Februar um 15% YoY gefallen, während der Goldschmuckexport aus der Türkei in den ersten zwei Monaten des Jahrs um 5.5% YoY zurückgegangen ist.

Der jüngste Ausverkauf ist ein Warnsignal für die steigende Volatilität, die wir in den letzten Monaten beobachten (vgl. Abb. 4). Gemeinsam mit der Zunahme von spekulativen Positionen bewirkt die steigende Liquidität an den Rohstoffm ärkten, dass Anlagen in Edelmetalle relativ anfällig für kurzfristige Gewinnmitnahmen sind. Das gilt vor allem für jene Märkte, die weniger konstruktive Fundamentaldaten aufweisen, wie der Silber- und der Palladiummarkt. 

Da diese Märkte durch einen erheblichen Angebotsüberschuss gekennzeichnet sind, werden Preisentwicklungen hauptsächlich von Spekulationen angetrieben. Daraus folgt, dass an diesen Märkten eine deutlich höhere Volatilität herrscht als an den Gold- und Platinm ärkten, und sich Preisrückgänge wie in der vergangenen Woche stärker auf diese Märkte auswirken. Aus diesem Grund geben wir Anlagen in Gold und Platin gegenüber Silber oder Palladium den Vorzug.

Quelle: CS


 
 
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