Energie: Unterstützung der Energiepreise durch rückläufige US-Benzinbestände
28.03.08 21:29
  

Energie: Unterstützung der Energiepreise durch rückläufige US-Benzinbestände

Die Energiepreise hatten im Zuge des allgemeinen Ausverkaufs an den Rohstoffmärkten ebenfalls an Boden verloren und konnten sich diese Woche wieder erholen.

 

Insbesondere die US-Benzinpreise haben sich deutlich erholt, wobei ihnen ein unerwartet starker Abbau der US-Benzinlagerbestände zugutekam. Der Benzinpreis erreichte ein neues Hoch und steht derzeit bei rund USD 2.71 je Gallone.

Der Heizölpreis liegt bei ca. USD 3.11 je Gallone. Die Rohölpreise erholten sich ebenfalls aufgrund einer schwächer als erwarteten Zunahme der US-Rohöllagerbestände. Zudem wurden die Preise von einer Explosion einer Pipeline im Süden Iraks unterstützt, welche die Zufuhr zu der Hauptexportstation in Basra unterbrochen hat. Rohöl der Marken WTI und Brent kostet derzeit rund USD 106.50 bzw. USD 104.50. Erdgas wird gegenwärtig bei USD 9.70 gehandelt.

Die US-Benzinbestände haben sich seit September vergangenen Jahres von ihrem vormals niedrigen Niveau deutlich erholt und liegen derzeit klar über ihrem 5-Jahres-Durchschnitt. Jedoch war diese Woche ein unerwartet kräftiger Abbau der an sich starken Destillatlagerbestände zu beobachten, insbesondere bei Benzin. Dies resultiert unseres Erachtens aus einer schwächeren Produktion und niedrigeren Importen, was hauptsächlich auf die derzeit niedrigen Raffineriemargen für Benzin zurückgeht.

Während die Heizölpreise dem markanten Preisanstieg am Rohölmarkt stark gefolgt sind, gerieten die Benzinpreise ins Hintertreffen. Folglich bewegen sich die «Crack Spreads», die Differenz zwischen den Benzin- und den Rohölpreisen, auf äusserst niedrigen Niveaus. Die US-Raffinerieauslastung ist die dritte Woche in Folge gesunken und beträgt nun lediglich 82.2%. Sie befindet sich damit deutlich unter dem üblichen saisonalen Niveau von rund 88% und liegt auf dem niedrigsten Stand seit Oktober 2005 nach den Stürmen Rita und Katrina.

Dieser Rückgang der Raffinerieauslastung ist unserer Ansicht nach nicht ausschliesslich auf Wartungsarbeiten zurückzuführen. Vielmehr dürften die niedrigen Raffineriemargen die US-Raffinerien dazu veranlasst haben, ihre Produktion zu drosseln, um das Angebot an Raffinerieprodukten zu reduzieren. Angaben der Energie-Informationsbehörde EIA zufolge haben die niedrigen Raffineriemargen zudem eine Verringerung der europäischen Rohölproduktion und schwächere Exportmärkte bewirkt.

Weil Leichtnutzfahrzeuge in Europa zunehmend mit Diesel betrieben werden, ist der Wert des von europäischen Raffinerien produzierten Benzins am Heimmarkt gesunken. Und nun entfällt durch die tiefen Margen am US-Benzinmarkt für die europäischen Raffinerien ein Wirtschaftskanal, auf dem sie ihre überschüssige Benzinproduktion absetzen konnten.

Die niedrigere Raffinerieauslastung dürfte unseres Erachtens dazu beitragen, dass sich die Benzinpreise der Performance der Rohölpreise annähern. Eine niedrigere Produktion und ein schwächerer Import dürften die Benzinpreise unterst ützen. Die niedrige Raffinerietätigkeit dürfte andererseits die Rohölpreise belasten.

Wir rechnen zudem damit, dass eine globale Konjunkturverlangsamung und eine bessere Angebotssituation in den kommenden Monaten eine Verringerung der Rohölpreise bewirken werden. Folglich dürften die «Crack Spreads» bei Benzin steigen, zumal es zu einem saisonalen Anstieg der Benzinnachfrage kommen dürfte.

Quelle: CS

 

 
 
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