Basismetalle: Kupferpreis erreicht neue Hochs
Die Basismetallpreise haben sich diese Woche uneinheitlich entwickelt. Der Kupferpreis erreichte am Montag ein neues Rekordhoch, ging jedoch anschliessend wieder zurück und beendete die Woche bei rund 8’600.
Meldungen über einen Streik ab dem 5. April in dem peruanischen Metallurgiebetrieb La Oroya von Doe Run hatten den Kupferpreis auf neue Rekordhochs getrieben. Die Nickel- und Zinkpreise folgten der Entwicklung und schwächten sich im Wochenverlauf schliesslich ab. Sie liegen derzeit etwa bei USD 29000 bzw. USD 2350. Der Aluminiumpreis ist dagegen leicht gestiegen und befindet sich nunmehr knapp über USD 3’000.
Der Kupferpreis hat seit Jahresbeginn um rund 27% angezogen, wobei ihm sinkende Bestände an der London Metal Exchange (LME) und der Commodity Exchange in New York (Comex) zugutekommen. An der Shanghai Futures Exchange (SHFE) werden hingegen seit Kurzem Bestandszunahmen verzeichnet, wodurch die Sorge um eine sinkende asiatische Nachfrage geschürt wird. Dies würde eine deutliche Belastung für den Kupfermarkt bedeuten, da ungefähr die Hälfte der weltweiten Nachfrage auf Asien entfällt.
Wir sehen den Hauptgrund für die Entwicklung allerdings in einem Anstieg der Kupferimporte nach China, da sich der Aufschlag des LME-Preises gegenüber dem SHFE-Preis verringert. Dennoch ist es wichtig, diese Entwicklung im Auge zu behalten, vor allem für den Fall einer wirtschaftlichen Verlangsamung in der Region, die eine sinkende Kupfernachfrage zur Folge haben würde.
Insgesamt sind die Bestände an den drei Börsen jedoch seit Jahresbeginn um ca. 17% auf unseres Erachtens kritisch niedrige Niveaus gesunken. Die derzeitigen Kupferbestände sind nicht nur im Vergleich zu ihrem 5-Jahres-Durchschnitt niedrig, sondern bewegen sich nur noch leicht über ihrem Tiefststand der letzten fünf Jahre. Der Hauptgrund für die sinkenden Kupferbestände sind Produktionsausfälle. In Chile, dem weltgrössten Kupferproduzenten, bewirkten Störungen und Ausfälle der Stromversorgung eine niedrigere Produktionsleistung.
Minenstreiks, Unfälle, ein sinkender Erzgehalt und eine geringere Verfügbarkeit von Schwefelsäure, die für die Herstellung von Kupfer benötigt wird, belasten die Produktion ebenfalls. Angesichts der äusserst angespannten Lage besteht nicht mehr viel Spielraum für weitere Produktionsausf älle, die zusätzliche Bestandsrückgänge nach sich ziehen würden. Folglich dürften sich weitere Angebotsausfälle auf die Preise auswirken.
Auf der Nachfrageseite ist Chinas Appetit nach Kupfer nach wie vor stark, wodurch der Kupferpreis unterstützt wird. Die schwache Nachfrage aus der westlichen Welt stellt dagegen nach wie vor das grösste Risiko für den Kupferpreis dar. Vor allem in den USA, wo wichtige Nachfragesektoren wie der Wohnimmobilienmarkt weiterhin eine Unterperformance zeigen, ist die Metallnachfrage gesunken. Wir nehmen aufgrund der derzeitigen angespannten Lage eine positive Haltung in Bezug auf den Kupfermarkt ein, wobei wir aber weiterhin vorsichtig bleiben, bis wir deutliche Anzeichen für eine Erholung am US-Markt ausmachen.
Quelle: CS | |