Abschwächung der Konjunktur-Erwartungen auf hohem Niveau

 

Konjunkturumfrage der Credit Suisse in Zusammenarbeit mit ZEW

Abschwächung der Konjunkturerwartungen auf hohem Niveau

Zürich,  12. November 2009


Die Konjunkturerwartungen haben sich gemäss dem Finanzmarkttest der Credit Suisse und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im November etwas reduziert. Nach dem starken Anstieg in den Vormonaten verlor der gemeinsame Indikator der Credit Suisse und des ZEW 8.6 Punkte, blieb aber mit 56.4 Punkten auf einem hohen Niveau. Gleichzeitig fiel die Beurteilung der aktuellen Wirtschaftslage erneut weniger pessimistisch aus und der entsprechende Index stieg um 8.8 Punkte auf -46.2 Punkte.

 

Die grosse Mehrheit der befragten Finanzmarktexperten (75.0%) erwartet in den kommenden Monaten weiterhin ein unverändertes Niveau der kurzfristigen Zinsen. Der zugehörige Saldo erhöhte sich im November jedoch um 12.8 Punkte auf 20.5 Punkte. Auch der Saldo der Inflationserwartungen erhöhte sich um 9.2 Punkte auf 40.0 Punkte. Zwar erwaten immer noch 55.0% der Umfrageteilnehmer eine unveränderte Inflationsrate, ein Anteil von 42.5% geht in den kommenden sechs Monaten aber von einer ansteigenden Inflation aus.

Nach den starken Anstiegen der Konjunkturerwartungen in den vergangenen Monaten zeigen die Ergebnisse der jüngsten Umfrage des Finanzmarkttests Schweiz ein leicht weniger optimistisches Bild. Der Credit Suisse-ZEW-Indikator der Erwar¬tungen reduzierte sich um 8.6 Punkte, blieb aber mit 56.4 Punkten auf einem hohen Niveau. Die überwiegende Mehrheit (64.1%) der befragten Finanzmarktexperten blieb damit gegenüber der konjunkturellen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten grundsätzlich positiv eingestellt.

Die Bewertung der aktuellen Wirtschaftslage verbesserte sich im November weiter und der Anteil der Experten, welche die Situation als „schlecht“ bewerten reduzierte sich um 6.3 Prozentpunkte auf 48.7%. Der Saldo des Indexes für die aktuelle Wirt¬schaftssituation verbesserte sich im Vergleich zum Vormonat um 8.8 Punkte und erreichte ein Niveau von -46.2 Punkten.

Bei den kurzfristigen Zinsen erwartet nach wie vor der Grossteil der Finanzmarktexperten (75.0%) ein gleichbleiben¬des Niveau. Der Anteil der Experten, die innerhalb der nächs¬ten sechs Monate einen Zinsanstieg erwarten, hat sich aber um 12.5 Prozentpunkte auf 22.5% erhöht. Der zugehörige Saldo, der noch im Oktober leicht tiefer tendierte, erhöhte sich von 7.5 Punkten auf 20.0 Punkte. Eine Mehrheit von 82.0% erwartet keine Verände¬rung der Zinsdifferenz zwischen der Schweiz und dem Euro¬raum. Der entsprechende Saldo blieb beinahe unverändert (–2.8 Punkte) und erreichte im November ein fast neutrales Niveau von 2.6 Punkten.

Bezüglich des Schweizer Aktienmarktes ist die Stim¬mung unter den Finanzmarktexperten leicht getrübt und 23.7% (+5.8 Prozentpunkte) erwarten eine Abschwächung des Swiss Market Index in den kommenden sechs Monaten. Gleichzeitig geht noch immer eine Mehrheit von 55.3% (-13.9 Prozent¬punkte) von einer positiven Aktienmarktentwicklung aus. Der zugehörige Saldo sank dennoch um 19.7 Punkte und notiert aktuell bei 31.6 Punkten.

65.0% der Finanzmarktexperten erwarten keine wesentli¬che Veränderung im EUR/CHF über die kommenden sechs Monate, während 17.5% (+7.5%) eine Aufwertung des Fran¬kens gegenüber dem Euro prognostizieren. Der entspre¬chende Saldo steigerte sich um 10 Punkte und erreichte im November ein neutrales Niveau von null Punkten.

Weiterhin erwarten über die Hälfte (55.0%) der Finanz¬marktexperten einen Anstieg des Ölpreises. Der Anteil, der einen fallenden Ölpreis prognostiziert, verringerte sich um 10 Prozentpunkte auf lediglich noch 5.0%. Hinsichtlich der Ent¬wicklung des Goldpreises erwarteten noch 44.7% (-6.6 Pro¬zentpunkte) einen weiteren Anstieg. Der Saldo steht somit bei 26.3 Punkten, was einen Rückgang um 7.1 Punkte bedeutet.

Die Erwartungen hinsichtlich Gewinnsituation und Um¬satzrendite haben sich im November etwas verringert während ein nach wie vor hoher Anteil von 85% (-2.5 Prozentpunkte) einen weiteren Anstieg der Arbeitslosenrate im kommenden halben Jahr prognostiziert.
Ablauf der Umfrage und Methodologie

Eine analoge monatliche Untersuchung für Deutschland führt das ZEW seit 1991 durch. Ziel der Schweizer Umfrage ist, Indikatoren sowohl für das allgemeine Konjunkturklima der Schweiz als auch für den schweizerischen Dienstleistungssektor zu entwickeln.

Im Einzelnen werden die Finanzexperten nach ihren mittelfristigen Erwartungen befragt, die sie für wichtige internationale Finanzmärkte hinsichtlich der Entwicklung der Konjunktur, der Inflationsrate, der kurz- und langfristigen Zinsen, der Aktienkurse und der Wechselkurse haben. Zusätzlich werden die Finanzexperten um eine Einschätzung der Ertragslage der Unternehmen in folgenden schweizerischen Dienstleistungsbranchen gebeten: Banken, Versicherungen, Konsum/Handel, Telekommunikation und gesamthaft.

Die Salden ergeben sich aus der Differenz der positiven und der negativen Anteile. Die Werte in Klammern zeigen die Veränderungen jedes Indikators gegenüber dem Vormonat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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