Schulden - mehr oder weniger?

Neue Schulden waren nötig, um der Krise zu entkommen. Doch nun belasten sie das Vertrauen der Menschen in den Staat.

 


 
Um der Finanzkrise Herr zu werden, haben die westlichen Industriestaaten tief in die Tasche greifen müssen. Rettungs- und Konjunkturprogramme verschlangen viel Geld. Viel zu viel, wie Kritiker meinen. Zu ihnen gehört der Harvard-Professor Gregory Mankiw. Es sei, so sagt er, bereits so viel Geld in die Volkswirtschaft gepumpt worden, dass nun zunächst die Wirkung der Maßnahmen beobachtet werden müsse. Eine Ansicht, die auch US-Präsident Obama zu teilen scheint.

Er sagte: „Wenn wir weiter Schulden anhäufen, dann könnten die Menschen irgendwann das Vertrauen in die amerikanische Wirtschaft verlieren. Und das würde uns in eine zweite Rezession führen.“

In die gleiche Richtung argumentiert auch der EZB-Chef Trichet: „Wenn Verbraucher kein Vertrauen in die mittel- bis langfristige Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen haben, werden sie weniger konsumieren und weniger investieren.“ Dem gegenüber stehen jene Experten, die vor einem frühzeitigen Ende der expansiven Geldpolitik warnen, wie Edward Harrison von Global Macro Advisors: „Mit der Konzentration auf den Defizitabbau vergrößert die US-Regierung tatsächlich die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer zweiten Konjunkturdelle kommt.“

Das zentrale Problem ist also die Nachfrage aus dem privaten Sektor. Wann kann diese die Staatsnachfrage ablösen? Und kann sie dies auf absehbare Zeit überhaupt? Auf diese Fragen hat man derzeit keine sicheren Antworten.



Quelle: RBS

 

 

 

 

 

 
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