Der US-Dollar im Abwertungs-Taumel

Während der Greenback immer billiger wird, stehen andere Währungen unter enormem Aufwertungsdruck. Vor allem die Emerging Markets haben damit zu kämpfen.

Am Devisenmarkt spitzt sich die Situation zu. Während die USA trotz gegenteiliger Beteuerungen an einem schwachen US-Dollar interessiert sind, klagt der Rest der Welt über rapide Aufwertungen ihrer Landeswährungen. Ein Konflikt, der abzusehen war. Weil der Privatkonsum, der bislang für 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in den USA verantwortlich war, in sich zusammenbricht, muss nun der Export ran, das Schlimmste zu verhindern, nämlich ein erneutes Abgleiten der USÖkonomie in die Rezession.

 


 

Die Dollarschwäche macht es möglich, „in Übersee viel aggressiver vorzugehen“, so der Chef der US-Werkzeugfabrik Eastman Machine, Robert Stevenson, vor wenigen Tagen in einem Interview mit der New York Times. Nach der Entlassung von Mitarbeitern im letzten Jahr kann er nun wieder dank des Wettbewerbvorteils eines schwachen US-Dollars Einstellungen vornehmen. Die US-Regierung sieht das mit Wohlwollen.

Flut an Dollarnoten. Auf der anderen Seite stehen jene Nationen, deren Exporte zurückgehen. Da ist zum einen der Euro, der mit 1,50 US-Dollar ein Niveau erreicht hat, das, so der Berater von Frankreichs Präsident Sarkozy, Henri Guaino, ein Desaster für den europäischen Export sei. Doch Europa trifft es noch nicht einmal am härtesten. Noch dramatischer sieht es in vielen Emerging Markets aus. So zum Beispiel in Brasilien. Der Real hat seit seinem letzten Tief zum Jahresanfang um 45 Prozent gegenüber dem Greenback aufgewertet. Auch diese Entwicklung ist keine Überraschung.

Denn mit einem Leitzins von über acht Prozent zieht das südamerikanische Land wie ein Magnet US-Kapital an, das zu Hause unter einer Nullzinspolitik leidet. Zudem verschulden sich immer mehr spekulative Anleger in US-Dollar und transferieren das Geld in Hochzinsländer (Stichwort Carry Trades).

 


 

Auch China ist betroffen. Unterdessen wächst in Brasilien die Angst vor den Auswirkungen der Geldschwemme. So ist der Leitindex Bovespa in diesem Jahr schon um 100 Prozent nach oben geschossen. Darum ist Brasiliens Notenbank dazu übergegangen, den Real-Anstieg zu bremsen. Sie kaufte in letzter Zeit so viele US-Dollar, dass sie innerhalb kürzester Zeit zum viertgrößten Eigner von USStaatsanleihen avancierte.

Unter Aufwertungsdruck steht auch der chinesische Renminbi. Dieser ist zwar noch zu einem festen Wechselkurs am US-Dollar gebunden, doch die Fixierung wackelt. Mehr und mehr schaut Peking auf den Binnenkonsum. Die Bedeutung des US-Dollars nimmt damit für die chinesische Volkswirtschaft ab. Auch wenn es zu keiner schnellen Aufwertung kommen wird, an der grundsätzlichen Richtung kann es kaum einen Zweifel geben. Mit einer Kapitalschutz Anleihe in den Renminbi können Anleger von diesem langfristigen Trend profitieren.


Quelle: RBS

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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