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Obwohl sich die Bankbilanzen noch nicht völlig erholt haben, hat sich die Lage an den Geld- und Kreditmärkten weiter entspannt. Die Aktienmärkte haben ihre Tiefstände vom Jahresbeginn weit hinter sich gelassen und es gibt Anzeichen für eine Konjunkturerholung. Erstmals seit Beginn der Krise hat der IWF seine Wachstumsprognose nach oben revidiert! Trotzdem werden aber die Folgen der Krise noch eine ganze Weile zu spüren sein. Die Nachwirkungen der Krise sind noch lange nicht überwunden, obwohl in den USA das Schlimmste vorbei zu sein scheint. Denn langsam aber sicher zieht die Konjunktur wieder an. In den nächsten Quartalen dürften die Exporte das Wachstum bestimmen. Auch der nachlassende Abbau der Lagerbestände dürfte der Wirtschaft einen Schub geben, wenn auch nur vorübergehend. Trotz den noch immer strengen Kreditbedingungen ist davon auszugehen, dass die Unternehmen wieder etwas mehr investieren werden. Auch die Investitionen in Wohnimmobilien sollten endlich wieder anziehen – allerdings ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau, so dass sich ihr Wachstumsbeitrag in Grenzen halten wird. Die Unterstützung durch die expansive Fiskalpoltik läuft aus, doch werden die Haushalte (hoffentlich) davon profitieren, dass ihr Vermögen wieder steigt, wenn Hauspreise und Aktienkurse nachhaltig zulegen. Das US-BIP könnte 2010 durchaus um fast 3% wachsen. Doch die Krise wird Spuren hinterlassen, und die USA stehen zurzeit vor grossen Herausforderungen. Einzelstaaten und Kommunen haben noch immer Finanzprobleme und benötigen möglicherweise weitere Bundeshilfen. Da es wahrscheinlich zu vielen Zwangsversteigerungen kommen wird, stehen die Wohnimmobilienpreise weiter unter Druck. Auch der Arbeitsmarkt ist stark betroffen. Es wird eine Weile dauern, bis die Zahl der Arbeitslosen und Kurzarbeiter wieder sinken wird. Der Euroraum ist ebenfalls stark angeschlagen. In einigen Ländern, insbesondere in Irland und Spanien, ist das Kreditwachstum ins Stocken geraten, so dass der Konsum eingebrochen ist. In den meisten anderen Ländern war hingegen der Zusammenbruch der Auslandsnachfrage der Aulöser der Krise, da viele Handelspartner schwer unter den Marktturbulenzen gelitten haben. Trotz der jüngsten Aufwertung des Euros scheint eine leichte Erholung der Exporte bevorzustehen. Auch die Unternehmensinvestitionen dürften sich erholen, obwohl es noch immer nicht einfach ist, Kredite zu bekommen. Das Problem der steigenden Sparquoten der privaten Haushalte wird sich wohl schnell erledigen, zumal die Inflation unter Kontrolle ist. Das BIP-Wachstum dürfte 2010 auf knapp 2% steigen. Weil eine Erholung des Euroraumes einmal mehr vom Export bestimmt wird, würde sie unter einer markanten Euro-Aufwertung leiden. Das gilt umso mehr, da viele Arbeitgeber während der Krise mit Entlassungen zurückgehalten haben, um hohe Abfindungen zu vermeiden. Dies macht den Arbeitsmarkt noch anfälliger für einen potenziellen, neuen Schock. Ein baldiger Rückzug aus dem Quantitative Easing und den Konjunkturprogrammen wird dadurch besonders schwierig. 25.11.2009
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