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Aktienmärkte - billig, fair oder teuer?
Haben Aktien noch Potenzial? Verschiedene Bewertungsmodelle geben Auskunft.
Seit März 2009 haben die Aktienmärkteeine fulminante Rally hingelegt. So ging es mit dem DAX um über 50 Prozent nach oben. Doch nun fragen sich die Anleger, ob das erreichte Niveau überhaupt noch gerechtfertigt ist. Für eine Antwort gibt es in der Börsenwelt verschiedene Bewertungsmodelle.
Das bekannteste ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Dieses zeigt an, ob ein Markt im historischen Vergleich eher unter- oder überbewertet ist. Zieht man die Gewinnschätzungen der Analysten für 2010 heran, errechnet sich für den S&P 500 Index ein aktuelles KGV von 16,5. Da das historische Mittel bei rund 16 liegt, ist dieser Markt basierend auf diesem Bewertungsmodell derzeit nicht überbewertet. „Schwaches“ KGV.
Ein weiterer Bewertungsansatz ist das sogenannte Fed-Modell. Seinen Namen verdankt es dem Umstand, dass die US-Notenbank Fed es angeblich nutzt, um sich ein Bild über die Bewertung der Aktienmärkte zu machen. Dabei wird das KGV eines Aktienmarktes mit dem sogenannten Renten-KGV verglichen, das sich ergibt, wenn man die Zahl 100 durch die aktuelle Rendite der Anleihen teilt. Aktuell liegt in den USA das Rentenmarkt– KGV höher als das des Aktienmarktes. Das lässt den Schluss zu, dass Aktien nicht überbewertet sind. Doch beide Bewertungsmodelle haben einen Schwachpunkt. Sie greifen nämlich auf die Gewinnschätzungen der Analysten zurück. Doch diese haben sich in der Vergangenheit als wenig verlässlich herausgestellt.
Eine Untersuchung der Bundesbank hat gezeigt, dass in den letzten 18 Jahren die Analysten einen durchschnittlichen Gewinnanstieg von 21 Prozent prognostiziert hatten, tatsächlich lag er aber nur bei elf Prozent.
Droht ein Rückschlag?
Damit es an der Börse weiter aufwärts gehen kann, wird es nun darauf ankommen, einen neuen kreditgetriebenen Wachstumszyklus anzustoßen. Kredite sind der Motor einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Wenn dies gelingt, besteht eine realistische Chance auf einen nachhaltigen Konjunkturaufschwung, ähnlich wie wir ihn von 2002 bis 2007 gesehen haben. Gelingt dies nicht, droht auch am Aktienmarkt ein erneuter Rückschlag. Damit rechnet etwa der Ökonomie- Professor Robert James Shiller. Auch er hat ein Bewertungsmodell entwickelt, das Shiller-KGV. Dieses greift auf die Entwicklung des KGV der letzten zehn Jahre zurück. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass einer nachhaltigen Hausse stets eine Phase der deutlichen Unterbewertung vorausgegangen ist. Eine solche Phase hat es im Vorfeld der aktuellen Aufwärtsbewegung nicht gegeben. Jede der früheren großen Baissen endete erst, wenn das Shiller-KGV auf einen Stand von weniger als zehn gesunken war. Würde man das auf die derzeitige Situation übertragen, müsste der S&P 500 Index auf unter 600 Punkte abrutschen.
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