Swisscom zum Generationen-Projekt Glasfaser
10.02.10 17:51

 


Auf die Frage, ob sie beabsichtigen, mehr zu zahlen, um über eine leistungsfähigere Festnetz-Breitbandverbindung zu verfügen, antworteten die meisten Haushalte mit Nein. Nur 3% ziehen dies ernsthaft in Betracht. Dieses Ergebnis bestätigt den [...] Eindruck: Die Zugangsgeschwindigkeit ist derzeit kein wichtiges Thema für die meisten Schweizer Haushalte.
(http://www.bakom.admin.ch/)
 
[Stocknews.ch] Wird gemäss den Prognosen von Swisscom bei der Umstellung auf Glasfaser der Kunde mehr Abo-Gebühren bezahlen müssen? Oder kann davon ausgegangen werden, dass die zukünftigen 100Mbit  Anschlüsse gleichviel kosten (monatlich) wie die aktuellen 5'000-10'000Kbit Anschlüsse und Letztere günstiger werden?

[Olfa Schulze]
Sicher wird es auch in Zukunft unterschiedliche Angebote mit unterschiedlichen Internet-Bandbreiten geben. Und Kunden, die eine hohe Bandbreite haben möchten, werden auch bereit sein, für dieses schnellere Angebot mehr zu bezahlen. Wir gehen aber nicht davon aus, dass Kunden für vergleichbare Geschwindigkeiten deutlich mehr zahlen würden, nur weil die Daten über ein Glasfaser- statt über ein Kupferkabel verschickt werden. Mit anderen Worten:  Der Kunde wird nicht für eine Zugangstechnologie zahlen sondern für eine konkrete Leistung.


Derzeit haben wir ein Testangebot für diejenigen Kunden, die heute schon Dienste über Glasfaser nutzen können. Ein erstes kommerzielles Angebot wird Mitte Jahr erwartet. 
 

[Stocknews.ch]
Die meisten Haushalte "brauchen" nicht mehr Geschwindigkeit (gemäss ihrem aktuellen Empfinden, siehe oben). Können Sie an einem Beispiel aufzeigen, warum das in Zukunft anders sein wird, bzw. für wen?

[Olaf Schulze] Heute wird der Bandbreitenbedarf insbesondere im TV-Bereich getrieben. Möchte ein Kunde mehr als ein HD-Kanal gleichzeitig nutzen - beispielsweise wenn zwei TV-Geräte im Haushalt sind oder eine weitere Sendung in HD aufgenommen werden soll - dann wäre der Kunde auf einen Glasfaseranschluss angewiesen, damit die notwendige Bandbreite zur Verfügung steht.

Viel wichtiger ist jedoch: Der Bau eines Glasfasernetzes ist ein Generationenprojekt. Es wird mehrere Jahre dauern, bis alleine in den grossen Städten Glasfaser flächendeckend zur Verfügung steht. Wir sehen aber schon heute eine Verdoppelung des Datenvolumens alle 20 Monate im Festnetz und dieser Trend wird sich weiter beschleunigen. Es werden täglich neue Anwendungen entwickelt, die eine höhere Bandbreite benötigen, sie es YouTube-Videos in HD-Qualität oder andere Streaming-Angebote. Diese Datenmengen können heute noch problemlos über das Kupferkabelnetz transportiert werden. Damit die Schweiz aber auch noch in 10 Jahren über ein hochmodernes und leistungsfähiges Telekommunikationsnetz verfügt, muss heute bereits in Glasfaser investiert werden.

 
[Stocknews.ch]
In wie ferner Zukunft (Jahr) wird diese erhöhte Geschwindigkeit für die breite Masse ein Grundbedürfnis, wie das heutige Breitband?


[Olaf Schulze]
Das Kupferkabelnetz wird noch über Jahre sehr leistungsfähig bleiben und die Bedürfnisse unserer Kunden abdecken. Noch heute schliessen wir bis zu 300 Gemeinden pro Jahr an das VDSL-Netz an, bei dem Glasfaser bis in die Quartiere gezogen wird, für die letzten paar hundert Meter jedoch das Kupferkabel genutzt wird. So lassen sich heute bis zu 20'000 kbit/s an Bandbreite erreichen. Es wird also mittelfristig einen Technologiemix zwischen Kupfer- und Glasfaseranschlüssen geben.
 

[Stocknews.ch]
Gibt es irgendwelche Statistiken wie sich der Datenverkehr bei der Swisscom beim Durchschnitts-Breitbandinternet-Nutzer über die letzten Jahre entwickelt hat. (2004 z.b. 1GB Daten pro Monat, 2008 5GB etc) 

[Olaf Schulze]
Wir sehen eine Verdoppelung des Datenvolumens im Festnetz alle 20 Monate. Im Mobilfunkbereich ist Wachstum noch einmal deutlich schneller.

 

 

[Zusatzinformationen] Siehe auch diesen Aritkel zum Festnetz-Breitband-Internetzugang (eine vom Bakom in Auftrag gegebenen Umfrage zur Nutzung des Internet).

 

 

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