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Die Siegfried-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von 283.0 Millionen Franken, 2.2 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Verkäufe im Geschäft mit Wirksubstanzen (Siegfried Actives) stiegen um 15.3 Prozent auf 220.9 Millionen Franken. Die Generika-Division setzte 62.1 Millionen Franken um, 36 Prozent weniger als im Vorjahr. Der EBITDA der Gruppe vor Restrukturierungskosten erreichte 25.3 Millionen Franken, 8.9 Prozent vom Umsatz. Wegen Sonderabschreibungen auf diversen neu beurteilten Bilanzpositionen resultierte ein Reinverlust von – 35.3 Millionen Franken. Zur raschen Umsetzung der im Berichtsjahr definierten Wachstums-Strategie beantragt der Verwaltungsrat eine Kapitalerhöhung.
Erfreulich entwickelte sich der operative Cash-flow, welcher um 69.4 Prozent auf 45.5 Millionen Franken stieg. Die Bilanz der Siegfried-Gruppe ist mit einem Eigenfinanzierungsgrad von 68.6 Prozent weiterhin robust. Im Geschäftsjahr 2009 konnte zudem die Nettoverschuldung um 7.9 Millionen Franken auf 63.3 Millionen Franken und das Netto-Umlaufvermögen um 39 Millionen auf 133 Millionen Franken gesenkt werden, was sich positiv auf den Cash-flow auswirkte, auf der anderen Seite aber das operative Ergebnis belastete.
Umsatz- und Gewinnsteigerung im Kerngeschäft
Im Kerngeschäft mit Wirksubstanzen hat die Siegfried-Gruppe im Berichtsjahr 15.3 Prozent mehr verkauft als im Vergleichsjahr 2008 und einen EBITDA von 25.9 Millionen Franken erzielt. Dies ist im Branchenvergleich ein gutes Resultat. Die EBITDAMarge betrug 11.7 Prozent. Dabei konnte die Basis an Kunden, die mittelgrosse bis grosse Aufträge bei Siegfried platzierten, verbreitert werden. Im Geschäft mit kontrollierten Substanzen (inkl. Opiaten) in den Vereinigten Staaten wurde ein bedeutender Liefervertrag unterzeichnet. Ein zweiter Liefervertrag wurde in den ersten Wochen des Geschäftsjahrs 2010 definitiv abgeschlossen.
Das Geschäft mit Generika war auch im Berichtsjahr wieder stark von den tiefgreifenden Veränderungen im deutschen Markt beeinflusst. Dennoch konnte im Laufe des Jahres der Rückstand auf das Vorjahr kontinuierlich verringert werden. Im Sinne der neuen Strategie beruhen die im Berichtsjahr gestarteten Projekte bereits auf einem Partnering-Konzept.
Verschiedene Sonderfaktoren
Im Geschäftsjahr 2009 wurden 4.2 Millionen Franken für das Restrukturierungsprojekt „Deliver“ aufgewendet. Verschiedene Bilanzpositionen wurden im Sinne einer konservativen Buchführung neu beurteilt und wertberichtigt. Zudem sind die gesamten Entwicklungskosten für das Inhalationsprojekt PulmoJet® im Aufwand enthalten. Die Vorjahresvergleiche sind geprägt von zwei wesentlichen Sonderfaktoren: Einer einmaligen Lizenzzahlung für ein Biogenerikum von 13.5 Millionen Franken sowie vom Buchgewinn aus dem Verkauf der Pharmaproduktion in Zofingen über 13.4 Millionen Franken.
Kapitalerhöhung als Basis für eine rasche Strategie-Umsetzung
Im Berichtsjahr haben sich Verwaltungsrat und Geschäftsleitung intensiv mit der strategischen Ausrichtung der Firma beschäftigt und diese neu festgelegt. CEO Dr. Rudolf Hanko: „Siegfried ist in der Lage, sowohl den Wirkstoff als auch die fertige Formulierung eines Medikaments herzustellen. Diese Fähigkeiten prägen die neue strategische Ausrichtung der Siegfried-Gruppe. Damit verfügen wir über ein Alleinstellungsmerkmal (USP) im Wettbewerb und schaffen konkreten Nutzen für unsere Kunden.“
Die rasche Umsetzung der Wachstums-Strategie erfordert sowohl organisches als auch externes Wachstum und wird bedeutende Auswirkungen auf die verschiedenen Betriebsstätten der Siegfried-Gruppe haben. Beides wird erhebliche Finanzmittel beanspruchen. Deshalb wird der Verwaltungsrat der Generalversammlung eine Kapitalerhöhung in der Grössenordnung von 80 Millionen Franken beantragen.
Die Kapitalerhöhung soll in der Form einer Pflichtwandelanleihe mit Vorwegzeichnungsrecht durchgeführt werden.
Die bisher grösste Aktionärin, die britische Camellia Group, hat angekündigt, aus prinzipiellen Portfolio-Überlegungen auf die Teilnahme an der Kapitalerhöhung zu verzichten und ihre Beteiligung an der Siegfried Holding AG zu veräussern. Die Gesellschaft ist in Kontakt mit verschiedenen unabhängigen Investoren, die bereit sind, sich an der Kapitalerhöhung zu beteiligen und nicht ausgeübte Vorwegzeichnungsrechte zu übernehmen. Im Weiteren haben sie ihr Interesse bekundet, die Beteiligung der Camellia Group unter bestimmten Voraussetzungen zu erwerben. Die Gespräche sind in fortgeschrittenem Stadium.
Weitere Anträge an die Generalversammlung
Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung, angesichts der vorgeschlagenen Kapitalerhöhung und dem Ergebnis des Geschäftsjahrs 2009 auf die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2009 zu verzichten. Den Aktionären, die sich an der Kapitalerhöhung beteiligen, wird durch die Verzinsung eine fixe Rendite aus dem Coupon der Pflichtwandelanleihe zufliessen.
Aus Altersgründen verzichtet Dr. Bernard A. Siegfried, Ehrenpräsident der Siegfried- Gruppe, auf eine Wiederwahl als ordentlicher Verwaltungsrat. Bernard A. Siegfried gehört dem Verwaltungsrat seit 1977 an. Er wurde im vergangenen November 75 Jahre alt. Der Verwaltungsrat dankt Bernard Siegfried für seine herausragenden Leistungen über Jahrzehnte im Dienste der Siegfried-Gruppe.
Zofingen, 5. März 2010
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