| EFG International gibt Ergebnisse für das erste Halbjahr 2010 bekannt |
| 28.07.10 07:59 | |
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Zürich, 28. Juli 2010 - EFG International hat im ersten Halbjahr 2010 ihren Kern- Reingewinn* gegenüber der Vorjahresperiode um 17% auf CHF 88.4 Mio. gesteigert. Die Netto-Neugelder von Privatkunden betrugen CHF 6.3 Mrd., was einem annualisierten Wachstum von 16% entspricht. Die verwalteten Kundenvermögen erhöhten sich von 86.2 Mrd. per Ende 2009 auf CHF 87.5 Mrd. per Ende Juni 2010; im Jahresvergleich stiegen sie um 9%. Die Anzahl Kundenberater lag bei 665, gegenüber 650 per Ende 2009. EFG International hat CHF 859.5 Mio. an Wertminderungen auf ihren spezialisierten Produktgeschäften MBAM (Vermögensabschreibung) sowie CMA und DSAM (Abschreibungen auf Goodwill und immateriellen Vermögenswerten) verbucht. Dieser konservative Schritt hat keine Auswirkungen auf den Cashflow und das regulatorische Kapital. Mit einer BIZ Kapitalquote von 13.0% ist EFG International weiterhin gut kapitalisiert. Das Unternehmen wird sich künftig auf sein Private-Banking-Geschäft fokussieren, das seit der Gründung 1995 eine konsistent starke Leistung gezeigt hat und über intakte Wachstumsaussichten verfügt, wie die Neugeldentwicklung belegt. Die ersten Monate 2010 waren von einer schrittweisen Erholung und einer intensiven Kundenaktivität zum Ende des ersten Quartals geprägt. Die Situation verschlechterte sich jedoch im zweiten Quartal, vor allem aufgrund von Befürchtungen hinsichtlich der gestiegenen Staatsverschuldung, der Entwicklung des Euros sowie der weltwirtschaftlichen Perspektiven. Der starke Schweizer Franken, das niedrige Zinsumfeld, die Präferenz der Kunden für Bareinlagen, geringere Kundenaktivität sowie erheblich tiefere Gewinnbeiträge aus den spezialisierten Produktgeschäften Marble Bar Asset Management (MBAM), C.M. Advisors (CMA) und DSAM beeinträchtigten die Ertragskraft. Ergebnisse durch anspruchsvolles Umfeld beeinträchtigt Während der Kern-Reingewinn im Jahresvergleich um 17% auf CHF 88.4 Mio. zunahm, ging der Kern-Bruttoertrag aufgrund der oben erläuterten Faktoren um 1% auf CHF 407.1 Mio. zurück. Die Kern-Gewinnmarge fiel mit 0.92%, gegenüber 1.07% im ersten Halbjahr 2009, enttäuschend aus. Diese Entwicklung ist auf die erheblich tiefere Zinsmarge (Reduktion der Gewinn-Marge um 8 Basispunkte) und die bedeutend tieferen Beiträge der spezialisierten Produktgeschäfte MBAM, CMA und DSAM (Reduktion der Gewinn-Marge um 7 Basispunkte) zurückzuführen. Zudem ist der Einfluss des signifikanten Zuwachses an Netto-Neugelder – die zumeist noch nicht investiert sind und daher eine niedrigere Marge abwerfen – zu berücksichtigen: Ohne Einschluss der Netto-Neugelder von Privatkunden hätte die Kern-Gewinnmarge im ersten Halbjahr 2010 gegen 1% betragen. Der Kern-Geschäftsaufwand von CHF 321.0 Mio. blieb gegenüber der Vorjahresperiode unverändert, wobei die Einsparungen aus dem letztjährigen Kostensparprogramm von rund CHF 20 Mio. durch Investitionen in rasch wachsende Geschäftsbereiche kompensiert wurden. Letztere umfassen primär Asien (CHF 8 Mio.), Nord- und Südamerika (CHF 4 Mio.) und EFG Financial Products in ihrem dritten Geschäftsjahr seit der Gründung (CHF 6 Mio.); ferner wurde in neue Wachstumsinitiativen in Schweden/ Dänemark (CHF 2 Mio.) investiert. Ausgehend von ihrem starken Neugeldwachstum, hält EFG International ihre derzeitige Kostenbasis für gerechtfertigt. Sie wird ihre Kostenentwicklung jedoch genau überwachen und die Kosten reduzieren, sollten Investitionen in weiteres Wachstum nicht den gewünschten Ertrag abwerfen und/oder sich die äusseren Bedingungen signifikant verschlechtern. Verbuchung von Wertminderungen auf spezialisierten Produktgeschäften MBAM, CMA und DSAM Nachdem EFG International per Juli 2010 ihre Kapitalbeteiligung an MBAM wie angekündigt in eine unbefristete Ertragsbeteiligung umgetauscht hat, ist MBAM nun ein externer Hedge-Fund-Manager mit weniger als CHF 1 Mrd. an verwalteten Kundenvermögen. Der Funds-of-Hedge-Funds-Manager CMA (mit ca. CHF 2.2 Mrd. an Privatkunden- bezogenen Vermögen) sowie die auf strukturierte Produkte für den schwedischen Markt spezialisierte DSAM (mit ca. CHF 5 Mrd. verwalteten Vermögen) sind interne Geschäfte, die derzeit auf Jahresbasis je ein ungefähr ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaften. Aufgrund des anhaltend unbefriedigenden Beitrags dieser drei spezialisierten Produktbereiche und des unsicheren Ausblicks hat EFG International im Sinne eines konservativen Ansatzes entschieden, den vollen Goodwill und die immateriellen Vermögenswerte im Zusammenhang mit CMA (CHF 210 Mio.) sowie den gesamten nicht- Private-Banking-bezogenen Goodwill und die entsprechenden immateriellen Vermögenswerte von DSAM (CHF 168 Mio.) abzuschreiben. Hinsichtlich MBAM wurde die unbefristete Ertragsbeteiligung, die in der Bilanz als Vermögenswert geführt wird, ebenfalls vollumfänglich abgeschrieben (CHF 499 Mio.). Die Abschreibungen im Umfang von insgesamt CHF 859.5 Mio. (nach Steuern und Minderheiten) resultierten in einem den Aktionären der Gruppe zurechenbaren Reinverlust von CHF 799.2 Mio. für das erste Halbjahr 2010. Dieser Schritt hat keine Auswirkungen auf das regulatorische Kapital oder auf den Cashflow des Unternehmens. Die anhaltende Fähigkeit von EFG International, Kernkapital zu generieren, kommt im Kernergebnis zum Ausdruck. EFG International geht davon aus, dass die drei Produktgeschäfte bei verbesserten Marktbedingungen wieder positiv zum Ergebnis beitragen werden. EFG International verfügt weiterhin über eine starke, sehr liquide Bilanz. Das Verhältnis zwischen Einlagen und Darlehen beträgt 2:1. Mit einer BIZ Kapitalquote von 13.0% ist sie gut kapitalisiert. Starker Netto-Neugeldzufluss von Privatkunden Im Privatkundengeschäft konnte EFG International über die letzten Jahre laufend zweistellige Netto-Neugeld-Wachstumsraten erzielen, so auch im ersten Halbjahr 2010: Die Netto-Neugelder von Privatkunden betrugen CHF 6.3 Mrd., was einem annualisierten Zuwachs von 16% und einer der höchsten Wachstumsraten der Branche entspricht. Die meisten Regionen haben zum Neugeldwachstum beigetragen, wobei Grossbritannien, Nord- und Südamerika, die Karibik, Asien und Luxemburg ihre Netto-Neugelder jeweils um annualisiert über 20% steigern konnten. Weiterhin selektiver Ansatz bei der CRO-Rekrutierung Per 30. Juni 2010 lag die Anzahl Kundenberater (Client Relationship Officers, CROs) bei 665, gegenüber 650 per Ende 2009. EFG International verfolgt nach wie vor eine selektive Rekrutierungspolitik und fokussiert auf qualitative hoch stehende CROs und Teams. Die Pipeline ist weiterhin stark. Verbesserte Investment-Unterstützung für CROs und solide Performance von EFG Financial Products EFG International wird ihre Asset-Management-Aktivitäten – inkl. traditioneller Long-- Only-Investments, der Auswahl von Fund-of-Hedge-Funds sowie des Geschäfts mit strukturierten Produkten – organisch weiterentwickeln, soweit sie als integrierte Bestandteile zum Private-Banking-Geschäft gehören. Bei der Verbesserung einer koordinierten Investment-Unterstützung für CROs wurden gute Fortschritte erzielt und einige neue praktische Tools eingeführt. EFG International geht davon aus, dass sich der Anteil an Kundenvermögen, die auf der Basis einer Management-Gebühr geführt werden, über Zeit schrittweise erhöht, was sich günstig auf die Margen auswirken wird. Verschiedene weitere Initiativen zur Erhöhung der Erträge sind im Gang, wie beispielsweise eine generelle Überprüfung der Preisstruktur, die Einführung von Cash- Produkten mit höherer Rendite als Alternative zu Bareinlagen sowie die Nutzung vermehrter Synergien mit EFG Financial Products. Diese hat sich im ersten Halbjahr 2010 weiter solid entwickelt, wobei die Kundenanzahl erheblich gesteigert, die Anzahl emittierter Produkte mehr als verdoppelt und der Bruttoertrag im Jahresvergleich um 12% erhöht werden konnten. Änderungen im Executive Committee Nach zehn Jahren im Amt hat sich Rudy van den Steen entschieden, per 1. Oktober 2010 als Chief Financial Officer zurückzutreten. Er wird dem Unternehmen für strategische Projekte weiterhin erhalten bleiben. EFG International ist ihm für seine wertvollen Beiträge als CFO zu grossem Dank verpflichtet. Zu seinem Nachfolger als CFO und Mitglied des Executive Committee per 1. Oktober 2010 wurde Jean-Christophe Pernollet (44) ernannt. Er war vormals der für das Genfer Büro von PricewaterhouseCoopers mit 350 Mitarbeitenden zuständige Partner sowie Leiter der Audit-Sektion für die französisch- und italienischsprachige Schweiz. Von 2001 bis 2007 war er Lead Auditor von EFG International und kennt daher das Unternehmen sehr gut. Zudem ist Henric Immink (45) als Senior Legal Counsel zu EFG International gestossen und wird per Anfang 2011 zum Group General Counsel und Mitglied des Executive Committee ernannt. Er ist auf Unternehmens-, Bank- und Steuerrecht spezialisiert und war zuvor Partner der Genfer Anwaltskanzlei Python & Peter. In den letzten sieben Jahren war er verschiedentlich für EFG International als externer Berater in Rechtsund Steuerprojekten tätig. Er übernimmt seine neuen Aufgaben von Fred Link, Chief Risk Officer, der bisher zusätzlich als Group General Counsel fungierte. Die Ernennungen müssen von den Aufsichtsbehörden noch genehmigt werden. Selektive Ausweitung der internationalen Präsenz Im ersten Halbjahr 2010 trat EFG International in einige neue Märkte ein, unter anderem in Dänemark, Uruguay sowie Key Biscayne, Florida. Alle neu etablierten Standorte hatten einen erfreulichen Start. In der Schweiz wird derzeit das Geschäft organisch ausgebaut. Ausblick EFG International wird sich auf das Private-Banking-Geschäft fokussieren. Mit ihrer breiten internationalen Präsenz, ihrem etablierten On- und Offshore-Angebot, ihren unternehmerischen Kundenberatern und ihrer Fähigkeit, Neugelder anzuziehen, sieht sie ihre fundamentalen Stärken und ihre Wachstumsaussichten als intakt. Basierend auf den derzeit herrschenden wirtschaftlichen und Marktbedingungen sowie Wechselkursen, verfolgt EFG International über die nächsten drei Jahre die folgenden strategischen Ziele: - Jährliches NNA-Wachstum von Privatkunden: zweistellig - Gewinnmarge: 1% - Jährliche CRO-Rekrutierung (netto): 25 – 50 - Kosten-Ertragsverhältnis: schrittweise Verbesserung unter 70%, in Einklang mit Ertragswachstum und Kostenmanagement - BIZ Kernkapitalquote (Tier 1): mindestens 16% bis Ende 2012 - Kern-Reingewinn: mindestens CHF 200 Mio. für 2011, anschliessend Anstieg in Einklang mit der erwarteten Ertragsentwicklung Lonnie Howell, Chief Executive Officer, EFG International: “Das Geschäftsumfeld im 2010 war bisher schwieriger als zu Jahresbeginn erwartet. Unsere Fähigkeit, neue Vermögen anzuziehen, war aber weiter stark, wie das Wachstum in den meisten unserer Private-Banking-Bereiche unterstreicht. Demgegenüber blieb die Entwicklung einiger unserer spezialisierten Produktgeschäfte enttäuschend, was uns veranlasste, den damit verbundenen Goodwill abzuschreiben. Hinsichtlich unserer mittelfristigen Aussichten bleiben wir angesichts der zweistelligen Zuwachsraten beim Neugeld von Privatkunden – die wir in jeder Marktverfassung aufrecht erhalten konnten – zuversichtlich.” |
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