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Hyposwiss: Fehlt der Mut? |
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03.08.10 10:07 |
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Die konjunkturelle Entwicklung verlangt höhere Zinsen. Die Notenbanken vieler Länder halten aber noch an der lockeren Geldpolitik fest. Einige Länder haben den ersten Schritt aus der expansiven Geldpolitik jedoch bereits gewagt.
Weder die Schweizerische Nationalbank (SNB), noch die Europäische Zentralbank (EZB) oder die US-Notenbank Fed haben bisher an der Zinsschraube gedreht. Ihre Leitzinsen bleiben auf historisch tiefem Niveau. Ein Blick auf die solide bis gute konjunkturelle Entwicklung in diesen Ländern führt aber zwangsläufig zur Frage, wann sich die Notenbanken von ihrer lockeren Geldpolitik verabschieden werden.
Druck auf Notenbanken steigt
Wir gehen davon aus, dass viele Notenbanken bis Ende Jahr oder spätestens Anfang 2011 die Zinsschraube anziehen werden. Auch bei der SNB, der EZB und dem Fed dürfte es dann soweit sein. In der Schweiz entwickelt sich die Konjunktur positiv, weshalb eine Zinserhöhung 2010 durchaus angebracht ist. Wir gehen davon aus, dass die EZB bei ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung stärker auf die «Konjunkturlokomotiven» wie Deutschland achten und weniger die konjunkturell schwächeren Länder der peripheren Eurozone berücksichtigen wird. Nachdem die EZB im Zielkonflikt Konjunktur/Inflation jeweils stärker die Inflation fokussiert, wird die EZB bis zum Jahresende an der Zinsschraube drehen. Etwas schwieriger gestaltet sich die Analyse für die Zinspolitik der USA. Unter der Annahme, dass ein stärkerer Arbeitsmarkt auch Lohndruck und in der Folge Inflation erzeugen würde, fokussiert sich die US-Notenbank Fed vor allem auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Dort verläuft die Verbesserung zwar stetig, aber lediglich graduell. Das verhilft der US-Notenbank zu mehr Zeit. Allerdings gehen wir davon aus, dass sich Anfang 2011 ein Druck aufbauen wird und die expansive Geldpolitik ein Ende findet.
Mutigere Länder?
Kanada, Norwegen, Australien oder China haben sich bereits von ihrer expansiven Geldpolitik verabschiedet. China muss vor allem über die Steuerung der Kreditvergabe eine mögliche Überhitzung der Wirtschaft verhindern. Die anderen genannten Länder profitierten als Rohstoffexportländer bereits in einer frühen Phase vom globalen Konjunkturaufschwung. Entsprechend ist die konjunkturelle Entwicklung dieser Länder weiter fortgeschritten, die Situation am Arbeitsmarkt ist positiv und auch der Inflationsdruck ist höher als in der Schweiz, der USA oder der Eurozone. Diese Länder sind also nicht wirklich mutiger, sie reagieren lediglich angemessen. Diese Länder machen aber Mut. Die Reaktion der Märkte auf deren Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik zeigt, dass der Markt mit einer restriktiveren Geldpolitik umgehen kann und dass dieser Schritt die Konjunktur keineswegs abwürgt.
Dr. Thomas Stucki ist CIO und Mitglied der Geschäftsleitung der Hyposwiss Privatbank. Herr Stucki hat einen Abschluss mit Doktorat in Volkswirtschaft von der Universität Bern und ist CFA Charterholder. Er führt bei der Hyposwiss Privatbank das Investment Center mit rund 30 Mitarbeitenden. Er ist verantwortlich für die Asset Allocation von Kundenmandaten im Umfang von CHF 3,4 Milliarden. Zuvor war er Leiter Asset Management der Schweizerischen Nationalbank.
Hyposwiss Privatbank AG
Hyposwiss Privatbank ist eine Schweizer Privatbank mit 120 Jahren Erfahrung. Mit unserer umfassenden Dienstleistungspalette betreuen wir Privatkunden nahtlos in allen Fragen der privaten Vermögensplanung und Vermögensverwaltung. Als Spezialistin für individuelle Vermögensverwaltung sind wir das Private Banking Kompetenzzentrum der St.Galler Kantonalbank Gruppe. Die Hyposwiss Privatbank beschäftigt 175 Mitarbeitende und betreut ein Kundenvermögen von 9‚1 Milliarden Schweizer Franken.
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