USA - die Unsicherheit bleibt
05.08.10 21:29

 
Wie geht es mit der US-Konjunktur weiter? Wohin steuert der US-Aktienmarkt? Zwei Fragen, die eine Antwort suchen.

Nach der sensationell starken Performance des US-Aktienmarktes im vergangenen Jahr ist es nun vergleichsweise ruhig geworden. Seit Anfang 2010 stagniert etwa der S&P 500 Index im Bereich zwischen 1.025 und 1.225 Punkten. Eine Entwicklung, die nicht ganz überraschend kommt. War es im letzten Jahr noch die große Erleichterung bei den Anlegern über die kräftige Konjunkturerholung, die die Notierungen nach oben trieb, ist es nun die zunehmende Unsicherheit über die weitere Entwicklung, die die Aktienkurse gefangen hält. Die aktuellen Wirtschaftsdaten aus den USA helfen da kaum weiter, ergeben sie doch ein durch und durch gemischtes Bild.

 

 

 

 

Rückfall nicht ausgeschlossen.

 

Im zweiten Quartal 2010 lag zum Beispiel das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den USA auf Jahresbasis berechnet (annualisiert) bei 2,4 Prozent. Nach dem Schrumpfungsprozess während der Finanz- und Wirtschaftskrise eine durchaus beruhigende Größe.

 

Doch ein Blick auf die Vorquartale zeigt auch, dass sich das Wachstum wieder abschwächt. Im vierten Quartal 2009 lag das BIP-Plus annualisiert bei erstaunlichen fünf Prozent, im ersten Quartal 2010 bei immerhin noch 3,7 Prozent. Und so wollen denn auch einige Experten einen erneuten Rückfall in die Rezession zumindest nicht ausschließen.

So etwa der Präsident der Federal Reserve Bank von St. Louis, James Bullard. In einem Forschungspapier, das letzte Woche veröffentlicht worden ist, warnt er vor einer deflationären Entwicklung wie in Japan: „Die USA sind näher an solch einem Szenario als jemals zuvor in der jüngeren Vergangenheit.“


Der Konsum entscheidet.

Im Mittelpunkt solcher Warnungen steht vor allem auch der US-Verbraucher. Denn die Konsumausgaben machen gut zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus und sind damit zentraler Baustein für einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung.

Mit einem Zuwachs von 1,6 Prozent blieb der private Konsum zuletzt aber deutlich hinter den Erwartungen vieler Analysten. Und auch der viel beachtete Indikator zum Konsumvertrauen der Universität Michigan, der durch eine Umfrage unter 500 Verbrauchern berechnet wird, lag zuletzt mit einem Punktestand von 67,8 deutlich unter dem Wert aus dem Vormonat von 76,0 Punkten. Das schwindende Vertrauen der Konsumenten ist das Ergebnis der nach wie vor schwierigen Lage im Land.

Viele Amerikaner sind immer noch arbeitslos oder misstrauen dem Aufschwung. Höhere Ausgaben werden deswegen verschoben, was sich auch in der privaten Sparquote niederschlägt. Sie zog zuletzt auf 6,2 Prozent an. Langfristig sorgt eine solche Entwicklung für stabilere ökonomische Verhältnisse, kurzfristig belastet sie jedoch die Wirtschaft. Ob nun das gesparte Geld in den kommenden Monaten in den Konsum fließt oder weiter vermehrt wird, ist unsicher. Und ebenso unsicher bleibt auch die weitere Entwicklung am Aktienmarkt.

 

 

 

 

 

Quelle: RBS

 

 

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