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Hitze und Dürre, starker Regen und Überflutungen – das Umfeld für Agrargüter wird immer schwieriger.
Keine Frage, der Sommer 2010 ist ein Sommer der Extreme. Während in Deutschland, Polen, China und Pakistan die Flüsse über die Ufer treten und große Landflächen überschwemmen, lodern in Russland die Flammen, sie zerstören Dörfer und Wälder.
Aber auch kostbare Ackerfläche geht verloren, nicht nur in Russland, sondern auch in Pakistan. Schon jetzt ist klar, dass die Getreideernte in diesem Jahr in den betroffenen Ländern deutlich geringer als im Vorjahr ausfallen wird. Waren es im letzten Jahr noch 97 Millionen Tonnen, die etwa in Russland eingefahren werden konnten, gehen Schätzungen in diesem Jahr nur noch von 72 bis 75 Millionen Tonnen aus.
Auch wenn von einem Engpass bei der Getreideversorgung noch niemand sprechen mag, Russland hat fast zehn Millionen Tonnen Getreide auf Vorrat gebunkert, reagiert der Markt mit einem starken Preisanstieg. Seit Anfang Juni hat der Weizenpreis um rund 70 Prozent zulegen können. Eine Entwicklung, die Moskaus Politführung zur Reaktion entschlossen hat, sie hat den Weizenexport, immerhin einen wichtigen Devisenbringer, kurzerhand ausgesetzt.
Das Wetter wird extremer.
Der scharfe Preisanstieg bei Weizen führte am Markt auch zur Rückkopplung auf die Preise für andere Agrarprodukte, wie Mais und Soja. Auch sie zogen in den letzten Wochen kräftiger an. Hinter dieser Rückkopplung steht aber, so befürchten einige Experten, mehr als nur eine nervöse Reaktion der Marktteilnehmer. Sie könnte vielmehr Ausdruck eines gestiegenen Risikobewusstseins sein, das die gesamte Agrarbranche betrifft. Schon seit Jahren weisen Meteorologen nämlich drauf hin, dass die Klimaerwärmung zu Wetterextremen führen wird. Schwere Stürme, großflächige Überschwemmungen, unerträgliche Hitze und Dürre sind damit gemeint, und das in schneller Abfolge. Für die Landwirtschaft ein Horrorszenario, stabile und vor allem prognostizierbare Ernteerträge sind so kaum noch möglich.
Immer mehr Menschen.
Das ist vor allem deshalb dramatisch, weil die Weltbevölkerung immer weiter steigt und somit auch die Nachfrage nach Agrarprodukten. Sind es derzeit rund sieben Milliarden Menschen, die die Welt bevölkern, dürften es 2050 schon neun Milliarden sein. Und diese leben immer öfter in Wohlstand, was die Nachfrage zusätzlich antreibt. Ein weiterer Nachfragefaktor ist die Energieindustrie, die zur Produktion von Bioethanol und zum Betrieb von Biogasanlagen große Mengen an Agrarpflanzen benötigt.
Schon heute treten diese in direkter Konkurrenz zum klassischen Landwirtschaftsbetrieb auf. Und da sie häufig höhere Preise zahlen können, fällt mehr und mehr Agrarland der Energiewirtschaft zu. Fazit. Auch wenn sich die Preise für Weizen, Mais, Soja & Co in den kommenden Wochen wieder etwas beruhigen werden, insgesamt dürfte es langfristig weiter aufwärts gehen. Dafür spricht einfach das fundamentale Umfeld.


Quelle: RBS
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