Infranor schreibt wieder schwarze Zahlen
19.08.10 07:59

Im Geschäftsjahr 2009/10 (das per 30. April endete) hat Infranor, der Automatisierungsspezialist für die Industrie, einen operativen (EBIT) in Höhe von 2,0 Mio. CHF erwirtschaftet (Minus in Höhe von 8,2 Mio. CHF im Vorjahr), nachdem die Gruppe ihre Strukturen erfolgreich reorganisiert hatte. Infranor rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatzwachstum von ungefähr 15 % auf 44,5 Mio. CHF und, sofern keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreten, mit einem Wachstum der EBIT-Marge um 25 %.


Deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr


Während die erste Hälfte des Berichtsjahres (Mai bis Oktober 2009) noch stark von den Auswirkungen der Rezession geprägt war, erfolgte in der zweiten Hälfte ein deutlicher Aufschwung. Diese Entwicklung erklärt, über die Gesamtdauer des Geschäftsjahres gesehen, den Rückgang des Jahres-Konzernumsatzes von 54,1 Mio  CHF (2008/09) auf 39,0 Mio. CHF im Laufe des abgelaufenen Geschäftsjahres. Dagegen übertrafen die Gesamtauftragseingänge in Höhe von 41,8 Mio. CHF am 30. April 2010 den Jahresumsatz um 7,0 %. Die Bruttomarge ist im relativen Wert von 58 % auf 61,3 % gestiegen, wobei mit den Kunden mit geringeren Volumen relativ gesehen höhere Gewinnmargen erzielt wurden.

Die betrieblichen Aufwendungen verringerten sich um 15,6 Mio. CHF oder 44 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung deckt sich mit der Verlängerung der oben genannten Reorganisationsmassnahmen, die während des Vorjahres getroffen wurden. Als Konsequenz dieser verschiedenen positiven Effekte ist die EBIT-Marge mit 2,0 Mio. CHF – das sind 5,0 % des Gesamtumsatzes - erneut positiv. Das Nettoergebnis verzeichnete noch ein leichtes Minus (– 0,1 Mio. CHF gegenüber – 9,3 Mio. CHF am 30. April 2009). Die Abweichung vom geplanten ausgeglichenen Ergebnis erklärt sich durch die Berücksichtigung von Kursverlusten in Höhe von 0,4 Mio. CHF. Der Betriebscashflow ist mit 2,5 Mio. CHF im Minus geblieben, und zwar hauptsächlich wegen der Nutzung der Rückstellungen für Restrukturierung in Höhe von 4,3 Mio. CHF, die am Ende des Vorjahres gebildet worden waren.
Unterschiedliche Entwicklung der Unternehmensbereiche

Sowohl die Infranor Division(23,8 Mio. CHF) als auch der Cybelec Division (14,7 Mio. CHF) haben ihre geplante Jahresumsätze erreicht. Aufträge von den traditionellen europäischen Märkten haben die Entwicklung der Infranor Division geschwächt, während die Cybelec Division hauptsächlich vom Aufschwung  der asiatischen Märkte und am Ende desjenigen des türkischen Marktes profitiert hat. Generell konnten die Produktionsgesellschaften Cybelec, Mavilor Motors und Infranor Frankreich schneller aus den beträchtlichen Steigerungen Nutzen ziehen als die Verkaufs- und  Entwicklungseinheiten.


Gewinnvortragsvorschlag

Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2009/10 ist ein erster Schritt in Richtung auf die Erholung der Infranor-Gruppe. Es ist jedoch nicht beständig genug, um die Ausschüttung einer Dividende bei der Generalversammlung vom 9. September 2010 in Erwägung zu ziehen.


Rückzahlung der Wandelanleihe und Neuemission


Die Infranor-Gruppe hat am 18. Dezember 2009 die Rückzahlung des Restbetrags in Höhe von 3,3 Mio. CHF für ihre obligatorische Wandelanleihe 2002–2009 vorgenommen. Zur Erinnerung: Die Umwandlungen bezüglich dieser Anleihe zwischen 2003 und 2009 beliefen sich auf 5,68 Mio. CHF, was 2,84 Mio. CHF an neuem Aktienkapital entspricht.

Sobald diese Massnahme abgeschlossen war, hat Infranor eine neue nachrangige obligatorische Wandelanleihe in Höhe von 7,0 Mio. CHF mit einem Coupon von 7 % und einer Laufzeit von 7 Jahren aufgelegt, die für die Aktionäre der Infranor Inter AG bestimmt war. Für dieses neue Produkt gelten – bis auf wenige Ausnahmen – die gleichen Modalitäten wie die, welche für sein Vorgängerprodukt galten, das im Jahr 2009 ablief. Es wurde in Höhe von 4,36 Mio. CHF bei der Endabrechnung gezeichnet.


Neue Buchführungsnormen


Die Infranor-Gruppe führte mit Wirkung vom 30. Oktober 2009 neue Buchführungsnormen ein, als sie von den IFRS (International Financial Reporting Standards) zu den schweizerischen GAAP RPC überging. Seither erfolgt die Konsolidierung des Abschlusses der Infranor-Gruppe gemäss dem Prinzip „true and fair view“. Folglich werden die zum Zeitpunkt der Umstellung geltenden Beurteilungsmethoden weiterhin verwendet, soweit sie mit den schweizerischen Normen GAAP RPC in Einklang stehen. Die Einführung neuer Buchführungsnormen hat keine Änderung des Standards für die Notierung von Inhaberaktien an der Schweizer Börse bezüglich des „Domestic Standard“ zur Folge gehabt.  


Aussichten


Am 30. April 2010 beliefen sich die Auftragseingänge auf 41,8 Mio. CHF, was eine Steigerung gegenüber dem Umsatz im Geschäftsjahr 2009/10 um 7 % bedeutet. Seither haben die Auftragseingänge weiterhin zugenommen. Obwohl sich die Industriekundschaft noch über verringerte Sichtbarkeit beklagt, beginnt die gesamte Industriekundschaft – trotz der Unbeständigkeit der Konjunktur –, wieder Aufträge mit längeren Laufzeiten zu planen, auch wohlwissend, dass die Verlängerung der Fristen der Lieferanten dazu führen kann, dass sich ihr eigenes Wachstum verlangsamt. Diese Rückkehr zu robustem, aber verhaltenem Optimismus spürt man in den beiden Unternehmensbereichen Infranor und Cybelec und insbesondere in den Zonen Asien und Europa.  Für das Geschäftsjahr 2010/11 rechnet die Infranor-Gruppe mit einer Umsatzsteigerung um über 15 %. Sie prognostiziert jedoch, dass sie den Auswirkungen des Preisdrucks auf ihre Bruttomarge ausgesetzt sein wird, und muss ihre Produktionsstruktur der Geschäftsentwicklung anpassen.  Der Gewinn nach Steuern dürfte somit bei über 0,5 Mio. liegen.

 
< Prev   Next >