GAM Holding AG: Konzerngewinn von CHF 106,3 Millionen für das erste Halbjahr 2010
24.08.10 07:23


- Steigerung des Konzerngewinns um 36% auf CHF 106,3 Millionen gegenüber der Vorjahresperiode[1].
- Verwaltete Vermögen von CHF 116,6 Milliarden[2]; Zunahme um CHF 11,3 Milliarden (11%) im Vorjahresvergleich und um CHF 3,0 Milliarden (3%) seit Ende 2009.
- Hoher Netto-Neugeldzufluss von CHF 5,6 Milliarden[3]: Verdeutlicht Fortschritte in der Diversifizierung von Produktpalette und Vertriebskanälen.
- Aktienrückkaufprogramm: Rückkauf und Vernichtung von max. 10% der ausstehenden Aktien über zwei Jahre.
- Aktienrückkauf ergänzt angestrebte Dividendenausschüttung von rund 50% der jährlichen Konzerngewinne.
- Solide Kapitalbasis mit Tangible Equity von CHF 1,27 Milliarden. Anhaltende Investition in organisches Wachstum und Suche nach Gelegenheiten für gezielte, wertsteigernde Akquisitionen.
- Ausgezeichnet positioniert, um vom Status als vollkommen unabhängige Vermögensverwaltungsgruppe zu profitieren.

 
Johannes A. de Gier, Verwaltungsratspräsident und CEO, kommentiert die Ergebnisse für das erste Halbjahr 2010 wie folgt: «Nachdem wir die Abspaltung von Julius Bär erfolgreich hinter uns gebracht haben - und zwar ohne unser Geschäft in irgendeiner Weise zu beeinträchtigen - konzentrierten wir uns im ersten Halbjahr 2010 darauf, das Fundament für die künftige Schaffung von Mehrwerten zu legen. In dieser Hinsicht haben wir beachtliche Fortschritte erzielt, davon bin ich überzeugt. Wir haben unter sehr schwierigen Marktbedingungen ein solides Finanzergebnis erwirtschaftet und sind bei der Entwicklung eines stärker diversifizierten, nachhaltigen Geschäfts deutlich vorangekommen. Das bestärkt meine Überzeugung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Als völlig unabhängiger, aktiver Vermögensverwalter verfügen wir über klare Wettbewerbsvorteile, die wir weiterhin nutzen werden.»

 

Ergebnisse für das erste Halbjahr 2010

Die von der Gruppe verwalteten Vermögen beliefen sich per 30. Juni 2010 auf CHF 116,6 Milliarden. Das entspricht einer Zunahme um CHF 11,3 Milliarden (11%) gegenüber der Vorjahresperiode und um CHF 3,0 Milliarden (3%) seit Ende 2009. Der Netto-Neugeldzufluss betrug im ersten Halbjahr 2010 CHF 5,6 Milliarden, mit starken Zuflüssen sowohl im ersten als auch im zweiten Quartal. Dadurch wurden negative Währungseinflüsse und die Verluste in zweistelliger Prozenthöhe, die an den wichtigsten Aktienmärkten im zweiten Quartal verzeichnet wurden, mehr als kompensiert.

GAM verbuchte im ersten Halbjahr 2010 einen Netto-Zufluss von CHF 3,7 Milliarden - eine eindeutige Verbesserung zur Vorjahresperiode, in der Netto-Abflüsse von CHF 5,0 Milliarden verzeichnet wurden. Zum Wachstum trugen die laufenden Initiativen von GAM zur Diversifizierung ihrer Produktpalette und der Vertriebskanäle bei. Besonders hohe Zuflüsse wiesen die Strategien im Währungs- und festverzinslichen Bereich sowie die Palette an alternativen UCITS-III-Fonds auf. Ebenfalls einen signifikanten Beitrag leisteten Investitionen in Funds of Hedge Funds durch institutionelle Anleger. Privatkunden und Finanzintermediäre hingegen zogen Kapital aus einigen Funds of Hedge Funds ab, entsprechend einem branchenweiten Trend. Auch die Kundenbasis im Bereich Managed Portfolios ging weiter zurück. Diese beiden negativen Effekte verlangsamten sich allerdings im ersten Halbjahr 2010 und wurden durch die starken Zuflüsse in anderen Bereichen mehr als ausgeglichen.

Auch Swiss & Global Asset Management verzeichnete mit CHF 7,4 Milliarden einen höheren Nettozufluss als im ersten Halbjahr 2009 (CHF 3,7 Milliarden), mit Zuflüssen vor allem in die attraktive Fixed-Income-Reihe und in die innovativen in physische Edelmetalle investierten Fonds. Dieses Wachstum machte auch das gesunkene Interesse an den aktiv verwalteten Aktienprodukten wett, die trotz ihrer guten relativen Anlageperformance unter der branchenweit geringen Nachfrage nach Aktienengagements litten. Gemäss dem Lipper FundFlows Insight Report für die Schweiz und gemessen am Netto-Kapitalzufluss war Swiss & Global Asset Management im ersten Halbjahr 2010 der erfolgreichste Fondsanbieter in der Schweiz und konnte den lokalen Marktanteil von 4,51% auf 5,56% steigern. Das Private Label-Geschäft erzielte solide Netto-Neugeldzuflüsse. Obwohl nicht mehr die ausserordentlichen Zuwachsraten von 2009 erreicht wurden, leistet dieser Bereich nach wie vor einen starken Beitrag zur Rentabilität der Gruppe.

Der Konzerngewinn für das erste Halbjahr 2010 belief sich auf CHF 106,3 Millionen und stieg damit um 36% gegenüber dem Pro-forma-Konzerngewinn für die Vorjahresperiode. Das Ergebnis pro Aktie stieg von CHF 0.38 um 42% auf CHF 0.54.

Der Geschäftsertrag lag im ersten Halbjahr 2010 bei CHF 367,9 Millionen (Zunahme von 28% gegenüber dem Vorjahr). Der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft stieg um 10% auf CHF 286,1 Millionen, infolge des Wachstums der durchschnittlich von der Gruppe verwalteten Vermögen. Die performanceabhängigen Erträge legten stark zu (CHF 57,7 Millionen, im Vergleich zu CHF 3,5 Millionen im ersten Halbjahr 2009), was den Erfolg der Strategien im Währungs- und festverzinslichen Bereich verdeutlicht. Für dieses Wachstum sorgten die vorwiegend jährlich per Ende Juni verbuchten Einnahmen für die festverzinslichen Produkte. Im zweiten Halbjahr dürften die mit anderen Produkten erzielten performanceabhängigen Erträge nicht ganz so hoch ausfallen. Dieser saisonale Effekt führte auch zu einer Steigerung der annualisierten Bruttomarge der Gruppe im ersten Halbjahr 2010 auf 62,4 Basispunkte (im Vergleich zu 57,0 Basispunkten im ersten Halbjahr 2009).

Die Ergebnisse von Artio Global Investors Inc. werden nach dessen Börsengang im letzten Jahr nicht mehr in der GAM Holding AG konsolidiert. Die verbliebene Beteiligung von 27,9% an der Gesellschaft wird nun als Beteiligung an assoziierten Gesellschaften ausgewiesen. Der Anteil der GAM Holding AG am Reingewinn von Artio Global Investors Inc. ist daher im Geschäftsertrag berücksichtigt und beruht auf öffentlich verfügbaren Finanzinformationen. Die Pro-forma-Ergebnisse früherer Perioden wurden entsprechend angepasst. Im ersten Halbjahr 2010 betrug der Anteil am Erfolg assoziierter Gesellschaften CHF 16,4 Millionen (Vorjahr: CHF 13,8 Millionen).

Auf Gruppenebene stieg der Geschäftsaufwand trotz der anhaltenden Kostendisziplin um 23% auf CHF 232,2 Millionen. Der Sachaufwand war praktisch unverändert (Rückgang um 1%), infolge von Einsparungen bei GAM und eines stabilen Ausgabenniveaus bei Swiss & Global Asset Management. Der Personalaufwand stieg dagegen um 38%. Eine Zunahme von CHF 18 Millionen wurde durch die Amortisationskosten für die Optionen verursacht, die Ende 2009
- nach der Abspaltung von Julius Bär und der unabhängigen Kotierung der GAM Holding AG - sämtlichen Mitarbeitern der Gruppe zugeteilt wurden (Long-Term Incentive Plan). Ausserdem führten der höhere Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft sowie der Anstieg der performanceabhängigen Erträge zu höheren vertraglich vereinbarten Zahlungen an Anlagespezialisten.



Bilanz, Kapitalbewirtschaftung und Aktienrückkaufprogramm


Per 30. Juni 2010 betrug die Bilanzsumme CHF 3,042 Millionen und das Eigenkapital CHF 2,660 Millionen. Ohne immaterielle Vermögenswerte (Goodwill, Kundenbeziehungen und Markenwert) in Höhe von CHF 1,391 Millionen belief sich das Tangible Equity auf CHF 1,269 Millionen. Die aggregierten Eigenkapitalanforderungen auf Konzernebene betragen derzeit rund CHF 80 Millionen und die liquiden Mittel der Gruppe bezifferten sich per Ende Juni auf CHF 795 Millionen.

Die GAM Holding AG ist bestrebt, ihre starke Kapitalbasis und ihre solide Bilanzstruktur zu erhalten und gleichzeitig ihr Kapital auf disziplinierte und effiziente Weise zu bewirtschaften. Das beinhaltet auch die Rückgabe von Überschusskapital an die Aktionäre, entweder in Form von Dividenden oder durch den Rückkauf und die Vernichtung eigener Aktien. Mit einem neu eingeführten Aktienrückkaufprogramm wird GAM Holding AG eigene Titel mit dem Zweck einer Kapitalherabsetzung zurückkaufen. Dafür wird an der SIX Swiss Exchange eine zweite Handelslinie eröffnet, bei der die Gesellschaft als alleinige Käuferin auftritt. Der Verwaltungsrat hat für den Rückkauf eine Höchstlimite von 10% der ausstehenden Aktien festgelegt. Auf Basis des Schlusskurses der Aktie per Ende Juni 2010 entspricht dies rund CHF 240 Millionen.

Johannes A. de Gier: «Das Aktienrückkaufprogramm ergänzt unsere Absicht, etwa 50% des Konzerngewinns in Form von Dividenden an die Aktionäre zurückzuführen. Wir gehen davon aus, dass wir die Rückkäufe weitgehend mit dem 2010 und 2011 erzielten Gewinn finanzieren können. Angesichts unserer hohen Kapitalbasis wirkt sich das auch nicht negativ auf die Wachstumsprognosen der Gruppe aus: Wir investieren weiterhin in das organische Wachstum unseres Geschäfts und halten an den Märkten Ausschau nach Gelegenheiten für gezielte, wertsteigernde Akquisitionen.»

Das Aktienrückkaufprogramm hat eine maximale Laufzeit von zwei Jahren. Die im Rahmen des Programms erworbenen Aktien werden nach Genehmigung durch die Aktionäre vernichtet.

GAM Holding AG hat ihren Bestand an eigenen Aktien auf 4,97% der ausstehenden Titel erhöht, als wirtschaftliche Absicherung für die Verpflichtungen im Zusammenhang mit den Optionen, die 2009 im Rahmen des Long-Term Incentive Plan gewährt wurden. Dies unterstreicht die Absicht des Unternehmens, die Verwässerung für die Aktionäre auf weniger als 5% zu begrenzen. Die zu diesem Zweck erworbenen Aktien können im Zuge des Aktienrückkaufprogramms nicht vernichtet werden.

 

 

Fazit und Ausblick

Johannes A. de Gier: «Unser Ergebnis für das erste Halbjahr 2010 ist überaus ermutigend. Trotzdem beurteilen wir die Aussichten für den weiteren Jahresverlauf nach wie vor vorsichtig. Die volatilen Aktien- und Devisenmärkte dürften unsere verwalteten Vermögen und damit auch unsere Ergebnisse beeinflussen. Private Anleger sind generell immer noch nicht bereit, grössere Risiken einzugehen. Entsprechend ziehen sie es vor, ihr Geld in andere Instrumente als Aktien oder Hedge-Funds-Strategien zu investieren. Ich bin jedoch überzeugt, dass aktive Vermögensverwalter in Zeiten grosser Marktunsicherheit ihre Stärken ausspielen können, sofern sie eine Produktpalette bieten, die Kunden durch unterschiedliche Zyklen hindurch anspricht und die eine konkurrenzfähige Anlageperformance erwirtschaftet. Unsere beiden skalierbaren, gut geführten und unabhängigen Geschäftssegmente bieten eine ausgezeichnete Plattform für talentierte Anlagespezialisten und haben damit das Potenzial, eine Vorreiterrolle in der Konsolidierung der sich verändernden Branchenlandschaft zu übernehmen.»

Die Finanzergebnisse der GAM Holding AG für das erste Halbjahr 2010 werden den Medien, Analysten und Aktionären am 24. August 2010 um 9.30 Uhr (MEZ) als Webcast präsentiert. Sämtliche Dokumente zu den Ergebnissen (Präsentation, Business Review, Konzernrechnung und Medienmitteilung) sowie Einzelheiten zum Aktienrückkaufprogramm stehen auf www.gamholding.com zur Verfügung.



 
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