| SNB: Umsätze im Devisen- und Derivatgeschäft |
| 01.09.10 08:00 | ||||||
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Hintergrund Im April und Juni 2010 wurden weltweit Daten zu den Devisen- und Derivatmärkten erhoben. Die von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) koordinierte Umfrage wird alle drei Jahre in über 50 Ländern durchgeführt. Anhand dieser Momentaufnahme werden Grösse und Struktur der Märkte, die Bedeutung der einzelnen Finanzplätze und Währungen sowie die Art und Dauer der Geschäfte untersucht. Wie bei der letzten Umfrage im Jahre 2007 wurden sowohl Daten zu traditionellen Devisengeschäften1 als auch Daten zu ausserbörslich gehandelten derivativen Finanzinstrumenten, sog. OTC-Derivaten2, erfasst. Die Umfrage bestand aus zwei unterschiedlich abgegrenzten und zeitlich gestaffelten Teilen: − Der erste Teil erfasst die Umsätze der inländischen Geschäftsstellen der Banken auf den Devisen- und Derivatmärkten im April 2010. Die vorliegende Medienmitteilung präsentiert die Ergebnisse für die in der Schweiz tätigen Banken. Die globalen Umsätze werden von der BIZ gleichzeitig veröffentlicht (http://www.bis.org/triennial.htm).3 − Im zweiten Teil wurden die ausstehenden Beträge bei den Derivatprodukten (Kontraktvolumen und Wiederbeschaffungswerte) per 30. Juni 2010 erhoben. Dieser Teil beinhaltet nur die Geschäfte international tätiger Bankkonzerne mit Sitz im Inland. Die BIZ wird die globalen Ergebnisse zu einem späteren Zeitpunkt publizieren.4 Die Schweizerische Nationalbank beteiligte sich zum achten Mal an der Umfrage. Befragt wurden 27 in der Schweiz tätige Banken mit wesentlichen Anteilen am hiesigen Devisen- und Derivatgeschäft (2007: 23 Banken). Die erfassten Umsätze wurden nach Geschäftsart, nach Geschäftspartnern, nach Währungen und nach Kontraktdauer aufgegliedert. Zusammenfassung der Ergebnisse Die 27 meldepflichtigen Banken setzten im April 2010 an jedem der 20 Handelstage durchschnittlich 241 Mrd. USD (2007: 242 Mrd. USD) mit traditionellen Devisengeschäften sowie 83 Mrd. USD (2007: 73 Mrd. USD) mit OTC-Derivatgeschäften um. Bei den traditionellen Devisengeschäften blieben Devisenswaps mit 72% und Kassageschäfte mit 24% Umsatzanteil die mit Abstand wichtigsten Instrumente. Das OTC-Derivatgeschäft wurde von Zinsswaps (67%) und Forward Rate Agreements (23%) dominiert. Die aktuelle Umfrage zeigt über alle Geschäftsarten hinweg eine weitgehend unveränderte Bedeutung einzelner Währungen und Währungspaare. Der Franken blieb nach dem Dollar und dem Euro die drittwichtigste Währung im Devisen- und Derivatgeschäft inländischer Geschäftsstellen. Ebenfalls stabil zeigte sich die Verteilung der Laufzeiten im Bereich der Termingeschäfte: 67% der Umsätze entfielen auf Kontrakte mit Fälligkeiten bis sieben Tage, weitere 32% auf solche mit Laufzeiten zwischen acht Tagen und einem Jahr. Umsätze im traditionellen Devisengeschäft Die Umsätze der 27 meldepflichtigen Institute im traditionellen Devisengeschäft beliefen sich im April 2010 auf 4'828 Mrd. USD (2007: 4‘592 Mrd. USD); pro Handelstag entsprach dies durchschnittlich 241 Mrd. USD (2007: 242 Mrd. USD). Instrumente Die Tagesumsätze beliefen sich bei den Kassageschäften auf 58 Mrd. USD und bei den Termingeschäften auf 184 Mrd. USD. Letztere wurden mit einem Umsatz von 173 Mrd. USD durch Devisenswaps dominiert, wohingegen Outright Forwards mit 11 Mrd. USD nur ein verhältnismässig geringes Gewicht aufwiesen. Der Anteil der Termingeschäfte am traditionellen Devisengeschäft erhöhte sich gegenüber der letzten Umfrage auf 76% (2007: 55%). Dieser Anstieg war insbesondere durch höhere Umsätze in Devisenswaps (+56 Mrd. USD) getrieben und war teilweise auf Verlagerungen von Handelsaktivitäten in die Schweiz zurückzuführen. Im Vergleich zu 2007 verzeichnete das Kassageschäft einen Rückgang von 51 Mrd. USD. Sein Anteil lag mit 24% in etwa wieder auf dem Niveau von 2004. Gegenparteien Die wichtigsten Geschäftspartner der Banken im traditionellen Devisengeschäft waren weiterhin Banken im Ausland, auf die 83% der Tagesumsätze oder 200 Mrd. USD entfielen. Danach folgten Banken im Inland mit 9% resp. 22 Mrd. USD. Auf Kunden im Inland und Ausland entfiel jeweils ein Anteil von 4%. Währungen Die meist gehandelte Währung blieb weiterhin der Dollar, gefolgt von Euro und Franken. Weiterhin dominierte das Währungspaar Euro/Dollar mit einem Anteil von 29% am Gesamtumsatz (2007: 31%), vor Dollar/Franken-Kontrakten mit einem Anteil von 21% (2007: 22%). Daneben spielten aber auch Pfund/Dollar- (9%), Dollar/Yen- (9%) sowie Euro/Franken-Kontrakte (8%) eine wichtige Rolle. Laufzeiten Bei den Termingeschäften blieben sehr kurze Laufzeiten die Regel. Der Umsatzanteil von Kontrakten mit Fristigkeiten bis sieben Tagen lag bei 67% (2007: 64%). Geschäfte mit Laufzeiten zwischen acht Tagen und einem Jahr machten 32% (2007: 35%) des Umsatzes aus. Es wurden erneut kaum Laufzeiten von über einem Jahr beobachtet. Je nach Typ des Termingeschäftes ergaben sich weiterhin bedeutende Unterschiede: Während bei Devisenswaps Laufzeiten bis sieben Tage mit 69% Umsatzanteil (2007: 70%) am häufigsten auftraten, wurden bei den Outright Forwards mit 70% Umsatzanteil (2007: 76%) in erster Linie Laufzeiten zwischen acht Tagen und einem Jahr beobachtet. Umsätze im OTC-Derivatgeschäft Im April 2010 lagen die handelstäglichen Umsätze im OTC-Derivatgeschäft (83 Mrd. USD) um 10 Mrd. USD höher als im April 2007. Diese Ausweitung war in erster Linie auf Forward Rate Agreements zurückzuführen: Deren Umsätze stiegen von 6 Mrd. auf 19 Mrd. USD pro Handelstag. Die Umsätze der OTC-Devisenderivate nahmen hingegen ab und erreichten 8 Mrd. USD pro Handelstag (2007: 12 Mrd. USD). Instrumente Zinsderivate dominierten das OTC-Derivatgeschäft weiterhin deutlich mit einem Umsatzanteil von 90% resp. 75 Mrd. USD. Devisenderivate (Anteil: 10%) wurden fast ausschliesslich in Form von Optionen gehandelt. Währungsswaps spielten mit einem Anteil von unter 1% nur eine marginale Rolle. Bei den Zinsderivaten blieben Swaps das wichtigste Instrument mit einem Anteil von 74% am Umsatz (2007: 90%), oder 56 Mrd. USD. Danach folgten Forward Rate Agreements mit einem durchschnittlichen Umsatz von 19 Mrd. USD. Optionen wurden im Bereich der Zinsderivate erneut kaum eingesetzt. Gegenparteien Analog zum traditionellen Devisengeschäft waren Banken im Ausland auch bei OTC-Derivaten die wichtigste Gegenpartei. Auf sie entfiel 93% des Umsatzes, oder 77 Mrd. USD pro Handelstag. Das Umsatzvolumen mit Kunden im Ausland halbierte sich und erreichte noch 2 Mrd. USD resp. 2% des Gesamtumsatzes im OTC-Derivatgeschäft. Inländische Banken und Kunden spielten mit Umsatzanteilen von 3% bzw. 1% weiterhin eine untergeordnete Rolle. Währungen Der Umsatz von Zinsderivaten (75 Mrd. USD) erfolgte zu 61% in Euro, zu 14% in Pfund und zu 12% in Franken. Mit einem Anteil von nur 8% hatte der Dollar in diesem Bereich ein vergleichsweise geringes Gewicht. Forward Rate Agreements wurden vorwiegend in Euro (40%) getätigt, aber auch in Franken (27%), Pfund (16%) und Dollar (8%) abgeschlossen. Noch deutlicher dominierte der Euro, mit einem Anteil von 68%, den Umsatz von Zinsswaps. Danach folgten Pfund (13%), Dollar (8%) und Franken (6%). Bei den Devisenderivaten waren die häufigsten Wechselkurspaare Dollar/Euro (30%), Franken/Euro (14%), Pfund/Dollar (9%) und Franken/Dollar (8%). Diese Aufteilung wurde, wie der gesamte Markt für Devisenderivate, von den Optionen dominiert. 1 Die traditionellen Devisengeschäfte bestehen aus Kassa- und Termingeschäften mit Devisen, wobei bei den Termingeschäften Outright Forwards und Swaps unterschieden werden. 2 Die OTC-Derivate wurden in OTC-Devisenderivate und OTC-Zinsderivate unterteilt. Zu den Devisenderivaten zählen Währungsswaps und Optionen auf Devisen. Zinsderivate werden unterteilt in Forward Rate Agreements, Swaps und Optionen. 3 Die BIZ wird in ihrer Veröffentlichung erstmals von der Unterteilung nach traditionellem Devisengeschäft und OTC-Derivatgeschäft abweichen. Stattdessen werden die globalen Ergebnisse unterteilt nach „Foreign exchange instruments“ und „OTC interest rate derivatives“ dargestellt. Für die Präsentation der nationalen Ergebnisse verwendet die Schweizerische Nationalbank weiterhin die bisherige Unterteilung, um Vergleiche mit bisher veröffentlichten Daten zu erleichtern. Die Aggregate der nationalen und der globalen Veröffentlichungen unterscheiden sich lediglich in der Zuordnung von Devisenderivaten. Durch Verschieben der Devisenderivate vom „OTC-Derivatgeschäft“ zum „traditionellen Devisengeschäft“ erhält man die vergleichbaren Aggregate der BIZ („Foreign exchange instruments“ und „OTC interest rate derivatives“). 4 Nationale Ergebnisse werden nicht veröffentlicht. Quelle: SNB
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