SECO: BIP gegenüber dem Vorquartal real um 0,9% gestiegen
02.09.10 09:24

 

Das Bruttoinlandprodukt im 2. Quartal 2010

Bern, 02.09.2010 - Im 2. Quartal 2010 ist das Bruttoinlandprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal real um 0,9% gestiegen*. Das BIP-Wachstum wurde vor allem durch die Inlandnachfrage getragen (höhere Investitionstätigkeit); die Antriebskräfte der Ausfuhren haben sich jedoch im Jahresverlauf abgeschwächt. Gegenüber dem 2. Quartal 2009, das den Tiefstpunkt der Rezession markiert hatte, stieg das reale BIP um 3,4%.

Der private Konsum lag im 2. Quartal saisonbereinigt auf demselben Wert wie im Vorquartal. Positiv haben sich die Konsumrubriken Sonstiges, Wohnen und Energie sowie die Nachrichtenübermittlung entwickelt, während die Rubriken Gesundheit, Freizeit und Kultur, Nahrungsmittel und Getränke sowie Bekleidung und Schuhe ein Abnahme verzeichneten. Der Staatskonsum war erneut rückläufig (-0,1%).

Die Bruttoanlageinvestitionen stiegen im Vergleich zum ersten Quartal 2010 um 2,1%. wobei die Bauinvestitionen mit 1,3% etwas weniger stark zulegten als die Ausrüstungsinvestitionen, die mit 2,8% wuchsen. Positiv entwickelten sich insbesondere die Investitionen in der Metall- und Maschinenindustrie.

Die Exporte von Waren und Dienstleistungen stiegen um 1,7%. Nach einem dynamischen ersten Quartal 2010 stiegen die Warenexporte bloss geringfügig (+0,1%). Die Dienstleistungsexporte hingegen beschleunigten sich und legten um 5,3% gegenüber dem Vorquartal zu. Diese Zunahme ist zum grossen Teil auf das ausserordentliche Wachstum der Erträge des Handels mit Rohwaren zurückzuführen. Die Importe von Waren und Dienstleistungen verzeichneten einen Zuwachs um 4,6%. Die Zunahme der Warenimporte (+4,0%) wurde wesentlich durch die ausgeprägte Expansion der Einfuhren von Bijouteriewaren beeinflusst. Nach einem deutlichen Rückgang im vorangegangenen Quartal nahmen die Dienstleistungsimporte um 6,9% zu.

Produktionsseitig nahm die Wertschöpfung im 2. Quartal 2010 vor allem im durch die Industrie dominierten Sektor (+2,0%), im durch Finanzmarktdienstleistungen geprägten Sektor (+1,6%) sowie im Baugewerbe (+0,9%) deutlich zu. Im durch öffentliche Dienstleistungen geprägten Bereich resultierte ein bescheidenes Wachstum (+0,1%) während die Wertschöpfung im Bereich Handel, Gastgewerbe, Verkehr und Nachrichtendienste (-0,1%) sowie in der Landwirtschaft (-0,5%) im Vergleich zum Vorquartal gar rückläufig war.

Gegenüber dem entsprechenden Quartal des Vorjahres stagnierte der Deflator des Bruttoinlandprodukts, derweil der Konsumdeflator um 0,5% zulegte. Während die Preise für Ausrüstungsgüter erneut zurückgingen (-2,0%), stiegen diejenigen der Bauinvestitionen nach mehreren negativen Quartalen um 1,0%. Die Exportpreise lagen um 1,0% unter dem entsprechenden Vorjahreswert und die Importpreise sanken um 0,4%.

*Ohne gegenteilige Anmerkung werden die hier aufgeführten Veränderungsraten gegenüber dem Vorquartal  (ohne Hochrechnung auf Jahresbasis) aus saison- und preisbereinigten Reihen berechnet. "Real" steht dabei als Abkürzung für die Formulierung "zu Preisen des Vorjahres, verkettete Werte, Referenzjahr 2000".



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Die Quartalsdaten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung der Schweiz wurden im Sommer 2010 an die revidierten Daten 2007 und 2008 sowie an die erste Jahresschätzung 2009 des Bundesamtes für Statistik (BFS) angepasst. Trotz einem ausgeprägteren Rückgang des BIP von -1,9% im Jahr 2009 wirkten sich diese Revisionen kaum auf die Einschätzung der rezessiven Phase aus. Wie vor der Revision stellt das dritte Quartal 2008 den Anfang des konjunkturellen Abschwungs und das dritte Quartal 2009 den Anfang des Aufschwungs dar. Nennenswert ist die Tatsache, dass das BIP zu konstanten Preisen im zweiten Quartal 2010 wieder das Niveau vor der Krise (erstes Halbjahr 2008) erreicht hat.
 

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