Nordea: Gute Aussichten für die nordischen Länder
02.09.10 17:38

 

01.09.2010 | Obwohl die Aussichten für die nordischen Länder weiterhin erfreulich sind, zeichnen sich klare Anzeichen einer internationalen Konjunkturabschwächung am Horizont ab. Der Vorteil der nordischen Länder liegt in der guten Startposition ihrer öffentlichen Finanzen vor der Finanzkrise. Damit sind tiefgreifende finanzpolitische Straffungen weit weniger dringlich als in fast allen anderen Ländern.


Die dänische Wirtschaft befindet sich wieder auf dem Wachstumspfad. Diese Entwicklung wird durch die Verbraucher unterstützt, die sich jetzt aus dem Schatten der Finanzkrise bewegen und wieder mehr Geld ausgeben, nachdem sie durch Einkommensteuersenkungen und rekordniedrigen Zinsen begünstigt wurden. Auch der Export profitiert langsam vom deutlichen globalen Aufschwung. Die öffentliche Hand, die weiterhin einen positiven Beitrag zum Wachstum leistet, gibt jetzt die "Wachstumsfackel" an den privaten Sektor weiter. Der Arbeitsmarkt hat sich im Laufe von 2010 erholt; wir erwarten jedoch vor Anfang 2011 keinen Knick auf der Arbeitslosenkurve. Es zeichnet sich eine bescheidene Verbesserung auf dem Immobilienmarkt ab. Der Handel nimmt zu, die Preise steigen, unter anderem aufgrund der niedrigen Zinsen.
 
Die schwedische Wirtschaft begann sich Mitte 2009 zu erholen und konnte 2010 den Aufschwung mit zunehmender Dynamik fortsetzen. Das BIP stieg um mehr als 4 %. Die Exportindustrie profitierte vom zunehmenden Welthandel. Selbst bei einer Verlangsamung der internationalen Wirtschaft wird die inländische Nachfrage in Schweden zu einem nachhaltigen Wachstum beitragen. Die Industrieproduktion nimmt zu, und der Auftragseingang deutet darauf hin, dass der Aufschwung anhalten wird. Auf dem Arbeitsmarkt zeichnet sich eine positive Entwicklung ab, und die Stärkung der öffentlichen Finanzen zusammen mit einer höheren Beschäftigung könnte bereits in diesem Jahr ein Gleichgewicht mit sich führen. Auch die Haushalte scheinen sich erholt zu haben; denn der Kauf von Neuwagen ist in die Höhe geschnellt. Die Inflation konnte gedämpft werden, wird aber in den kommenden Jahren wieder steigen. Die schwedische Riksbank begann im Juli, ihren Reposatz zu erhöhen. Weitere Erhöhungen werden folgen. Wir erwarten Ende 2010 einen Reposatz von 1,25 %, der in etwa zwei Jahren 3 % erreicht haben wird.    
 
Die norwegische Wirtschaft enttäuschte in diesem Jahr bisher, weil die Haushalte anscheinend lieber sparten, als ihr Geld auszugeben, wie wir angenommen hatten. Unsere Wirtschaftsprognose für 2011 hat sich nur geringfügig geändert; wir erwarten weiterhin einen bescheidenen Aufschwung. Die Zinserhöhungen fielen geringer als erwartet aus, während die Investitionen in die Ölindustrie die Erwartungen übertrafen, was das vorsichtige Verhalten der Verbraucher grösstenteils ausgleichen wird. Für das Jahr 2012 prognostizieren wir ein rapides Wachstum, das durch ein umfassendes globales Wachstum und höhere Ölpreise angetrieben wird. Etwaige Leitzinserhöhungen in Norwegen bleiben geringfügig. Die Leitzeinsen werden jedoch vor denen im Eurogebiet steigen und somit die stärkere norwegische Krone stützen.
 
Nach einem zögernden Start ins Jahr 2010 gewann die finnische Wirtschaft im Frühjahr an Dynamik. Die Aussichten für den Rest des  Jahres scheinen ebenfalls erfreulich. Im kommenden Jahr wird sich das Wachstum nach den sehr positiven Zahlen für das zweite Halbjahr 2010 etwas verlangsamen. Im Jahre 2011 bleibt das durchschnittliche BIP-Wachstum etwas unter dem von 2010. Im Grossen und Ganzen zeichnen sich für die finnische Wirtschaft in den kommenden Jahren relativ erfreuliche Tendenzen ab. Die Folgen der tiefgreifenden Rezession blieben relativ milde. Zwar stürzte das BIP-Wachstum ab, aber die Arbeitslosigkeit blieb niedriger als befürchtet. Ausserdem hält sich das Haushaltsdefizit wahrscheinlich unter dem EU-Ziel von 3 %, und im nächsten Jahr wird sich der Staatshaushalt wieder einem Gleichgewicht nähern.

 

 

Quelle: Nordea

 

 

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