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Praktiker gerät aus dem Gleichgewicht |
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27.10.11 18:11 |
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Aus den Problemen des deutschen Baumarktkonzerns Praktiker ist mittlerweile eine handfeste Krise geworden. Im Grunde ist das Unternehmen mit seinen Baumarktketten Praktiker, Max Bahr und Extra Bau + Hobby gut aufgestellt und neben der Heimwerkernation Deutschland auch in anderen europäischen Ländern vertreten. Doch in den vergangenen Monaten gingen die Umsätze immer weiter zurück. Im dritten Quartal 2011 ist das operative Ergebnis nun sogar um 90 Prozent auf 3,5 Millionen Euro eingebrochen. Zwar konnte das Schwinden der Umsätze etwas gebremst werden, doch sanken die Erlöse immer noch um 7,3 Prozent auf 844,4 Millionen Euro. Netto muss Praktiker einen Verlust von 26 Millionen Euro verkraften, gegenüber einem Plus von 12 Millionen Euro im Vorjahresquartal. In den ersten neun Monaten des Jahres hat der Baumarktbetreiber somit Verluste von 350 Millionen Euro gemacht. Darin sind auch Wertberichtigungen und die Kosten der Restrukturierung des Unternehmens enthalten.
Einst wollte Praktiker im osteuropäischen Ausland Nägel mit Köpfen machen, doch inzwischen ist das Engagement in Griechenland, Rumänien oder Ungarn zum Hieb auf den eigenen Daumen geworden. Die Absatzzahlen in den teils krisengeschüttelten Ländern sind einfach zu stark eingebrochen. Dazu ging auch in Deutschland der Absatz um etwa fünf Prozent zurück. Auch die verfehlte Preispolitik mit übertrieben günstigen Rabatten über einen zu langen Zeitraum belastet jetzt die Bilanzen.
Entsprechend hält sich die Konzernführung nach wie vor mit einer Jahresprognose zurück. Bei den Analysten sieht das ganz anders aus, denn dort dominiert der Rotstift: Praktiker verkaufen!
In der Tat sieht es momentan düster aus für Praktiker und kurzfristig bieten sich Shortpositionen an. Dennoch sollte das Unternehmen nicht abgeschrieben werden. Im kommenden Jahr, wenn die Umbaumaßnahmen greifen, könnte Praktiker sehr schnell wieder zum Geheimtipp der Branche werden. Momentan rechnen wir jedoch damit, dass die Aktie vorerst nicht steigt, sondern sich eher im Bereich zwischen 2,00 und 2,50 Euro einpendeln wird. Zuletzt war das Papier seit Ende September von 3,40 auf 2,80 Euro gefallen.
Quelle: Market Report - Hanseatic Brokerhouse
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