| Systemschwächen durch ethisches Verhalten minimieren |
| 31.10.11 16:06 | |
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Der Tradingskandal bei der UBS zeigt einmal mehr, dass mit verstärktem Risikomanagement allein ein Fehlverhalten nicht unterbunden werden kann. Es kommt insbesondere darauf an, ein ethisch einwandfreies Verhalten zu honorieren. Dies gebietet auch das aufkommende Unbehagen in der Öffentlichkeit, wie die globale Bewegung „Occupy Wallstreet“ signalisiert. London/Zürich, 31. Oktober 2011 – “Risikomanagement und Regulationen greifen nicht ohne Ethik”, fasst Michael McMillan, CFA und Ethikspezialist vom CFA Institute, die Lehren aus dem Traderskandal bei der UBS zusammen. Zwar müssen jetzt die Tradingregeln, die Kontrollmechanismen und die Sanktionen verschärft werden. Doch ohne die Implementierung von ethischem Verhalten wirken derartige Hürden langfristig oft nicht zuverlässig. McMillan verweist diesbezüglich auf eine akademische Arbeit von Max H. Bazerman und Ann E. Tenbrunsel, die fünf Faktoren definierten, die dazu führen, dass Organisationen unethisches Verhalten in ihrem Umfeld zulassen: • Unausgereifte Zielsetzungen: Ziele, die dazu gedacht sind, positives Verhalten auszulösen, aber versehentlich zu schlechtem Verhalten führen. • Interessenkonflikte: Wir übersehen gerne schlechtes Verhalten, wenn dieses unseren Eigeninteressen dienen kann. • Outsourcing: Unethisches Verhalten wird gerne übersehen, wenn es nicht von der eigenen Organisation, sondern von Fremdbeauftragten ausgeübt wird. • Nachlässigkeit: Wenn ethische Standards nicht ständig hochgehalten werden, drohen diese mit der Zeit zu erodieren. • Zielfokussierung: Wenn nur die Ziele ethisch untermauert sind, fehlt es oft an ethischem Verhalten bei den Massnahmen, die zum Ziel führen. Um derartige ethische Systemschwächen zu verhindern, macht McMillan zwei Vorschläge: Finanzinstitutionen müssen erstens ihre Kompensationsmodelle überdenken und gegebenenfalls ändern, so dass nicht nur das Ergebnis selbst honoriert wird, sondern auch ethisches Verhalten, gute Urteilskraft und solide Entscheidungsprozesse. Topmanager müssen sich selber die Frage stellen: „Welches Verhalten verlangen wir von unseren Angestellten und inwiefern unterstützt unser Kompensationssystem derartiges Verhalten“? Auch angesichts weltweiten Massenbewegungen wie „Occupy Wallstreet“ muss sich das Management vorurteilslos damit befassen, ob es mit der Kompensationspolitik gegen innen und aussen die richtigen Signale setzt, welche ethisches Verhalten bei der eigenen Belegschaft unterstützt. “ Zweitens müssen Organisationen eine interne Ethikkultur pflegen, die auch situativen Einflüssen standhält. Oft kommen Individuen in Situationen, die weniger mit ihren grundlegenden Charaktereigenschaften zu tun haben, sondern viel eher mit falschen Entscheidungen. „Wenn dann auch noch gewisse moralische Barrieren brechen, können Individuen in einen Teufelskreis kommen, aus dem sie nicht mehr selber herausfinden“, meint McMillan. Um es nicht so weit kommen zu lassen und Tradingskandale à la UBS möglichst im Keim zu unterbinden, sollte die Finanzindustrie jetzt nicht nur das Risikomanagement und die Regulationen überdenken und anpassen. „Wichtig ist es auch, Verhaltensweisen und Entscheidungsprozesse in Gang zu bringen, zu unterstützen und zu honorieren, die zu einer beispielhaften Unternehmenskultur und Unternehmensethik beitragen“, stellt McMillan fest. CFA Institute Das CFA Institute ist die globale Organisation für Finanzanalysten und Investmentexperten. Es organisiert die Lehrgänge CFA und CIPM sowie die entsprechenden Examenprogramme weltweit, veröffentlicht Studien, führt berufliche Weiterbildungsprogramme durch und setzt freiwillige, auf Ethik basierende Berufs‐ und Reporting‐Standards für die Investmentbranche fest. Dem CFA Institute gehören weltweit über 100’000 Mitglieder an, darunter 90’000 CFA Charterholders. Insgesamt sind 135 Mitgliederorganisationen in 58 Staaten angeschlossen. Weitere Informationen unter www.cfainstitute.org Swiss CFA Society (SCFAS) Im Jahre 1996 gegründet, ist die Swiss CFA Society (SCFAS) eine der weltweit 135 Landesorganisationen des CFA Institute. Die SCFAS ist eine nicht gewinnorientierte Organisation und die erste Ländergesellschaft in der EMEA‐Region, die direkt dem CFA Institute angeschlossen wurde. Die SCFAS zählt über 2’000 Mitglieder, was sie zur grössten CFA‐Landesorganisation in Kontinentaleuropa macht. Die Swiss CFA Society will eine führende Rolle in der Förderung profunden Fachwissens, der Professionalität und der Integrität im Investment Business spielen. Die SCFAS vertritt die Interessen ihrer Mitglieder und der Investoren in folgenden Bereichen: Weiterverbreitung der in den CFA‐Satzungen festgelegten Werte, Förderung der steten beruflichen Weiterausbildung, Unterstützung der CFA‐Kandidaten, Stärkung des Kontakts und der Kommunikation zwischen den Mitgliedern der SCFA. Weitere Informationen unter www.scfas.org |
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