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Deutliche Abkühlung der Schweizer Konjunktur |
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04.11.11 11:44 |
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Lage und Aussichten der Schweizer Wirtschaft
Die Geschäftslage der Firmen hat sich in fast allen Wirtschaftszweigen der Schweiz gemäss den KOF-Umfragen vom Oktober eingetrübt. Ansprechend präsentiert sie sich nur noch in der Bauwirtschaft, den übrigen Dienstleistungsunternehmen und den Versicherungen. Die stark exportabhängigen Branchen der Industrie und des Gastgewerbes leiden unter dem starken Franken. Als Resultat hat sich ihre Wettbewerbsposition verschlechtert. Insgesamt sind die Unternehmen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung pessimistischer geworden.
In den kommenden drei bis sechs Monaten dürfte sich die Konjunkturlage in der Schweiz weiter verschlechtern. Die Nachfrageindikatoren weisen allesamt nach unten. Das Wachstum der Schweizer Wirtschaft dürfte sich daher im 3. Quartal 2011 im Vergleich zum Vorquartal abgeschwächt haben. Im 4. Quartal 2011 und 1. Quartal 2012 ist mit einer weiteren Verlangsamung des Wirtschaftswachstums zu rechnen. Vor diesem Hintergrund dürfte der Personalbestand bei den Unternehmen leicht sinken.
Zu Beginn des Jahres 2011 vermeldeten die Unternehmen in der Schweiz insgesamt noch eine erfreuliche Nachfrage, doch hat sich diese in den darauf folgenden Monaten deutlich verflacht. Dabei wurde eine massive Verschlechterung der (preislichen) Wettbewerbsfähigkeit gemeldet. Davon waren insbesondere die stark exportorientierten Branchen betroffen. In der Industrie schrumpfte die Produktion erstmals seit zwei Jahren. Der bisher hohe Auslastungsgrad der technischen Kapazitäten sank auf den langjährigen Durchschnitt von 84%. Das Gastgewerbe musste sowohl im Bereich Hotels als auch im Bereich Restaurants deutliche Umsatzrückgänge hinnehmen. Aber auch der Detailhandel beklagte ein Umsatzminus. Getragen wird die Konjunktur noch von der Bauwirtschaft (Projektierungssektor und Baugewerbe) und auch von den konsumorientierten und den binnenwirtschaftlich ausgerichteten Dienstleistungsbranchen. Kaum mehr Impulse kommen vom Grosshandel und vom Finanzsektor, wobei hier die Versicherer besser als die Banken dastehen.
Für das Winterhalbjahr 2011/12 ist von einer weiteren Verlangsamung der Wirtschaftsdynamik auszugehen. Hauptgründe dürften die nachlassende Weltkonjunktur und der anhaltend starke Franken sein. Die Industriefirmen befürchten einen Nachfragerückgang, so dass eine leichte Drosselung der Produktion vorgesehen ist. Ebenfalls eine geringere Nachfrage erwarten das Baugewerbe, das Gastgewerbe und der Grosshandel. Mit einer stagnierenden Nachfrage rechnen der Projektierungssektor und der Detailhandel. In den nächsten Monaten ein Nachfrageplus erwarten noch der Finanzsektor und vor allem die Branchen der persönlichen Dienstleistungen. Weniger positiv sind die Aussichten beim Transportwesen und den wirtschaftlichen Dienstleistungen.
In diesem konjunkturellen Umfeld kam der Ausbau der Belegschaft im 3. Quartal weitgehend zum Stillstand. Für die kommenden Monate geht lediglich noch der Projektierungssektor von einer Erhöhung aus, die übrigen Branchen rechnen mit einer unveränderten oder gar sinkenden Belegschaft. Es muss daher insgesamt von einem Personalabbau ausgegangen werden. In die Ergebnisse der aktuellen KOF Konjunkturumfragen sind die Antworten von knapp 7000 Unternehmen aus der Industrie, dem Baugewerbe und den wichtigsten Dienstleistungsbereichen eingeflossen. Die Rücklaufquote belief sich auf 58%.
Detailliertere Informationen zu den Konjunkturumfragen vom Oktober 2011 finden Sie auf: http://www.kof.ethz.ch/de/medien/
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