| Oktober 2011: Preisrückgang belastet Aussenhandel |
| 22.11.11 08:38 | |
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Im Oktober nahmen die Exporte nominal leicht zu, während die Importe stagnierten. Weiterhin sehr dynamisch präsentierte sich die Uhrenindustrie. Im Umfeld der anhaltenden Frankenstärke sanken in beiden Verkehrsrichtungen die Preise deutlich, insbesondere exportseitig. Der Überschuss in der Handelsbilanz weitete sich innert Jahresfrist um 10 % auf 2,2 Mrd. Fr. aus. Die Exporte stiegen nominal um 1,5 % auf 17,0 Mrd. Fr. (real: + 9,5 %), womit sich die bisherige, verlangsamte Entwicklung fortsetzte. Die Exportgüterpreise fielen um hohe 7,3 %. Ohne die verzerrende Preisentwicklung in der Pharmasparte zeigte sich ein Abschlag von lediglich 1,6 % (real: + 3,2 %). Die Importe stagnierten bei 14,9 Mrd. Fr. (real: + 3,6 %). Das Ergebnis reihte sich grosso modo in den Trend der letzten Monate ein. Dennoch resultierte saisonbereinigt (Vormonatsvergleich) zum dritten Mal in Folge ein Anstieg. Die Preise der importierten Güter sanken um 3,2 %. Ohne die Pharmasparte ergab sich ein Preisabschlag von 1,9 % (real: + 2,3 %). Der Überschuss in der Handelsbilanz betrug 2,2 Mrd. Fr.; das sind 10 % mehr als vor Jahresfrist. Während die Exporte von Januar bis Oktober 2011 um 2,4 % auf 164,1 Mrd. Fr. stiegen (real: + 10,3 %), nahmen die Importe nur um 0,9 % auf 145,2 Mrd. Fr. zu (real: + 3,4 %). Exportseitig trugen nur die Uhrenindustrie, die Metallindustrie sowie die Maschinen- und Elektronikindustrie zum Anstieg bei. Dynamisch entwickelte sich vor allem der Absatz in Asien, während die Lieferungen in die EU stagnierten. Die Preise der Exportgüter sanken um hohe 7,2 %; ohne die Pharmasparte betrug der Abschlag 4,0 % (real: + 6,7 %). Die Importgüterpreise verringerten sich um 2,4 %, dies auch unter Ausschluss der Pharmasparte. In der Handelsbilanz kumulierte sich ein massiver Überschuss von beinahe 19 Mrd. Fr., der noch um 15 % höher ausfiel als in der entsprechenden Vorjahresperiode. 7 der 10 Exportbranchen kämpfen gegen Absatzschwund Der nominal moderate Anstieg im Oktober rührte von nur 3 Branchen her. Neben der Uhrenindustrie steigerte auch die umsatzstärkste Exportbranche, die Chemische Industrie, ihren Auslandabsatz. Bei den meisten Industriezweigen blieben allerdings die Ergebnisse hinter dem bisherigen Jahresverlauf zurück. Die Uhrenindustrie vermochte ihren bisherigen hohen Expansionsrhythmus praktisch zu halten. Innerhalb der Chemischen Industrie war die Entwicklung gegensätzlich: dem Plus in den Sparten Immunologische Produkte (+ 23,2 %) und Medikamente (+ 5,8 %) standen gesunkene Lieferungen von Pharmazeutischen Wirkstoffen sowie Farbkörpern gegenüber. Bei der Nahrungs- und Genussmittelindustrie konnten die Mehrverkäufe beim Kaffee (+ 23,5 %) und bei den Getränken (+ 1,7 %) die rückläufigen Umsätze in den übrigen Sparten überkompensieren. Leicht rückläufig waren die Ausfuhren der Bekleidungsindustrie. Während der Versand von Präzisionsinstrumenten um 4 % sank, verminderten sich die Lieferungen der Kunststoff- und der Metallindustrie sowie der Maschinen- und Elektronikindustrie um je 6,5 %. Letztere musste namentlich in den Segmenten Wärme- und Kältetechnik sowie Textilmaschinen eine Einbusse von einem Viertel hinnehmen. Aber auch die übrigen Gruppen, wie beispielsweise die elektrischen und elektronischen Artikel, litten mehrheitlich unter rückläufigen Verkäufen. Um 15 % niedriger fiel der Absatz der Textilindustrie aus, während jener der Papier- und Grafischen Industrie sogar um einen Fünftel einbrach. Indien und Japan deutlich im Plus, China klar im Minus Mit Ausnahme Europas (EU: - 2,2 %) und Afrikas nahmen die Lieferungen nach allen Kontinenten zu, besonders jene nach Nordamerika und Asien (+ 6,9 bzw. + 5,4 %). Die Ausfuhren nach Ozeanien und Lateinamerika stiegen derweil um 3 % bzw. 2 %. Innert Jahresfrist haben sich die Exporte nach Russland (Chemikalien) fast verdoppelt. Um einen Drittel expandierten zudem die Lieferungen nach Kanada und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Nach Indien und Thailand konnte ein Viertel mehr Güter ausgeführt werden, und nach Japan ein Fünftel mehr. Die Exporte nach Hongkong wuchsen um über 10 %. Nennenswert sind ferner Südkorea, Deutschland, Australien und die USA mit einem Plus zwischen 4 und 7 %. Dagegen sanken die Lieferungen nach Frankreich, Österreich und in die Niederlande zwischen 3 und 7 %, während jene nach Spanien, China, in das Vereinigte Königreich, nach Schweden und Belgien zwischen 12 und 15 % abnahmen. Um einen Fünftel verringerten sich die Exporte in die Türkei. Arzneiwaren dopen Konsumgüter Die Entwicklung der Warengruppen zeigte eine grosse Spannweite, die von - 4 hin zu + 12 % reichte. Zudem wiesen - mit Ausnahme der Energieträger - alle Gruppen sichtbar sinkende Preise auf, welche die nominalen Ergebnisse etwas relativieren. Der Anstieg bei den Konsumgütern basierte fast ausschliesslich auf den Arzneiwaren, deren Nachfrage gleich um einen Sechstel (+ 369 Mio. Fr.) wuchs. Die Autoimporte verzeichneten gegenüber den Vormonaten nur noch ein leichtes Plus von 1 % (Stück: + 3,3 %). Hingegen verringerten sich die Einfuhren von Bijouterie- und Juwelierwaren sowie Unterhaltungselektronik deutlich. Im Bereich der Rohstoffe und Halbfabrikate gingen - mit Ausnahme der Uhrenteile (+ 24,8 %) - die Importe in allen bedeutenden Subgruppen zurück. Zu den betroffenen Sparten gehörten u.a. die Chemikalien (- 7,8 %) und die Metalle (- 4,2 %). Das Minus bei den Investitionsgütern rührte von der Sparte Maschinen und Apparate her, während die Importe von Nutzfahrzeugen (Strassenfahrzeuge: + 20,6 %) insgesamt stagnierten und jene der Baubedarfswaren leicht zulegten. Bei Erstgenannten fielen u.a. die Kraftmaschinen mit einem Rückgang um 12 % auf. Algerien und Slowakei für einmal in der Leaderposition Die geografische Entwicklung war durchzogen: so standen namentlich den Mehreinfuhren aus Latein- und Nordamerika (+ 17,3 % bzw. + 11,2 %) rückläufige Importe aus Asien (- 8,6 % ) gegenüber. Die Bezüge aus der EU stagnierten (+ 0,2 %). Entsprechend gross war die Spannweite auf Stufe Land. So erhöhten sich die Bezüge aus Algerien (Erdöl) um ein Mehrfaches, jene aus der Slowakei (Unterhaltungselektronik) um 61 % und aus Irland (Chemikalien) wurde um die Hälfte mehr Güter importiert. Die Einfuhren aus Mexiko stiegen um drei Zehntel und jene aus Kasachstan um einen Viertel. Ferner wuchsen die Bezüge aus Indien um 13 % und jene aus den USA um einen Zehntel, während die Importe aus Belgien und den Niederlanden um 7 bzw. 5 % zunahmen. Dagegen sanken die Zufuhren aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich um je 3 % und jene aus Österreich um 5 %. Aus China wurde derweil 10 % weniger importiert und aus Hongkong 17 % weniger. Um mehr als einen Drittel reduzierten sich die Zufuhren aus Aserbaidschan und Singapur, während sich jene aus Tschechien sogar halbierten. |
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