Hewlett-Packards Gewinne davongespült...
24.11.11 13:31


Der IT-Konzern Hewlett-Packard schaffte es im Laufe des Jahres nicht, seine Schäfchen ins  Trockene zu bringen. Im Wechsel der Gezeiten hielten sich Erfolge und Fehlschläge 2011 zunächst die Waage, doch im jüngst beendeten vierten Quartal sind die Gewinne endgültig abgesoffen.

2010 hatte HP den Smartphonehersteller Palm mitsamt dessen Handybetriebssystem WebOS übernommen. Die mit reichlich Vorschusslorbeeren gestartete Entwicklung von entsprechender Hardware wurde in diesem Sommer jedoch bereits wieder gestoppt. Allein im vierten Quartal musste HP über eine Milliarde Dollar Entwicklungskosten auf das missratene WebOS-Experiment abschreiben. Enttäuschte User sollen scharenweise auf Microsofts Windows Mobile 7 umgestiegen sein.

Momentan versucht HP, WebOS einem anderen Unternehmen anzudrehen, doch haben alle Verhandlungen mit Samsung, HTC und Oracle keine Ergebnisse gebracht. Momentan wird Intel als heißer Kandidat in der Gerüchteküche der Branche hochgekocht.

Immerhin stieg HP in diesem Jahr mit einem Marktanteil von 17 Prozent zum zweitgrößten Verkäufer von Tablettcomputern in den USA auf, was allerdings damit zusammenhängt, dass der Konzern sein TouchPad im Zuge des WebOS-Entwicklungsstops stark verbilligt hatte.

Neben allen Fehlkalkulationen und daraus resultierenden kostenintensiven Umstrukturierungen bekam HP zuletzt sogar den Zorn der Natur zu spüren. Die schlimmen Überflutungen in Thailand setzten die dortige Laufwerksfertigung der Amerikaner größtenteils außer Gefecht.

Auf dem Quartalsberichtsbogen letztendlich zeigt sich, was die Flut der Rückschläge übrig ließ: Unter dem Strich ging der Gewinn um 90 Prozent auf nur noch 239 Millionen US-Dollar zurück, die Schulden des Konzerns stiegen von 19 auf mehr als 22 Milliarden US-Dollar. Im Gesamtjahr 2010/2011 jedoch blieb Hewlett-Packard sogar leicht über den Analystenerwartungen: Der Gewinn fiel von 8,76 auf 7,07 Milliarden US-Dollar, bei einer Umsatzsteigerung von 126 auf 127,2 Milliarden US-Dollar.

Dennoch wäre es falsch, die momentane Situation als vorübergehende Schwäche abzutun. Im Jahresverlauf ist die HP-Aktie bereits von 37,50 auf zuletzt 26,60 US-Dollar gefallen und auch im kommenden Geschäftsjahr muss mit sinkenden Gewinnen gerechnet werden, was die Kurse weiter belasten wird.

Ein ganzer Sack voll Arbeit wartet auf die neue HP-Chefin Meg Whitman. Die ehemalige Ebay-Geschäftsführerin hatte im September 2011 den erfolglosen Ex-SAP-Manager Leo Apotheker beerbt. Als erste Amtshandlung hatte Whitman beschlossen, dass HP doch nicht aus dem PC-Geschäft aussteigen wird. Angesichts des aktuellen Katastrophenquartals verkündete sie für HP ein "Jahr des Wiederaufbaus". Dementsprechend ist für das nach wie vor umsatzstärkste IT-Unternehmen der Welt erst 2012/2013 wieder mit Gewinnsprüngen zu rechnen.

In Analystenkreisen sieht man HP zwischen allen Stühlen und gibt seit Bekanntgabe der Quartalszahlen ein neutrales Kursziel von durchschnittlich 27,00 US-Dollar vor. Wir schließen uns dieser Bewertung an. Da der CFD-Trader jedoch in der Lage ist, von kurzfristigen Kursschwankungen enorm zu profitieren, möchten wir HP für den Handel empfehlen. Die Aktie lief in diesem Monat recht zuverlässig zwischen 25,00 und 28,50 US-Dollar hin und her. Momentan bietet sich der Wert also dafür an, Erfahrungen im Wechsel zwischen Long- und Shortpositionen zu sammeln, ohne dabei Kopf und Kragen zu riskieren. Sichern Sie sich immer gut per Stoporder ab und zögern Sie auch nicht, unser Helpdesk in Hamburg anzurufen, wenn Sie Fragen zum CFD-Handel haben – die Kollegen haben immer ein offenes Ohr für Sie.

 

 

Quelle: Market Report - Hanseatic Brokerhouse

 

 


 

 

 
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