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Stocknews.ch: Die SBB hat dem Flughafen Zürich massgeblich dabei geholfen, einen Modalsplit von über 46% zu erreichen. Nun scheinen aber vermehrt Kunden die mangelnden Platzverhältnisse für Gepäck in den neuen Doppelstückzügen und die extreme Auslastung zu kritisieren. Ist dies für Sie objektiv nachvollziehbar?
SBB: Ja, wir sind uns dessen bewusst. Die Züge der SBB sind so konzipiert, dass sie die Bedürfnisse der grossen Mehrheit decken. Erste Priorität haben die Sitzplätze. In den Zügen gibt es Platz für Gepäck, allerdings ist der Platz nicht auf Fahrgäste ausgerichtet, die überproportional viel Gepäck dabei haben – so wie Flughafenpassagiere. Mehr Gepäckablagen gingen also auf Kosten der Sitzplätze. In der Regel konzentrieren sich die Gepäckengpässe auf der Strecke Zürich Hauptbahnhof – Zürich Flughafen. Wer sein Gepäck dann nahe bei sich haben will, muss daher in Kauf nehmen, 10 Minuten zu stehen.
Die SBB bietet ihren Kunden mit „fly rail baggage “ einen Lieferservice für Gepäck vom Bahnhof zum Flughafen und zurück an. Siehe auch: http://www.sbb.ch/bahnhof-services/dienstleistungen/reisegepaeck/check-in-am-bahnhof.html
Stocknews.ch: Haben Sie in den letzten 24 Monaten Befragungen über die Zufriedenheit bei Flughafen-Bahnkunden durchgeführt? Sind solche geplant?
SBB: Nein, die SBB hat bisher keine solchen Befragungen durchgeführt und es sind auch keine geplant.
Stocknews.ch: Unter welchen Umständen wäre eine rund um die Uhr und stündliche IC-Verbindung zwischen Genf-Flughafen und Romanshorn möglich? Mit welchem Kostenaufwand wäre das verbunden?
SBB: Bis auf weiteres ist im gesamten Fernverkehr kein „Rund um die Uhr Angebot“ in Planung. Mit Sicherheit wäre eine stündliche Verbindung zwischen Genf-Flughafen und Romanshorn nicht rentabel. Ein Angebot ist stets in Relation zur Nachfrage zu betrachten, und diese besteht zurzeit nicht. Hinzu kommt, dass der Flughafen Zürich nachts geschlossen ist .
Stocknews.ch: Müsste das genannte Nacht-Angebot bereits in der Startphase rentabel sein, damit es von der SBB berücksichtigt werden könnte? SBB: Nein, aber ein Angebot muss natürlich Chancen auf Wirtschaftlichkeit haben. Neue Angebote sind anfangs oft nicht kostendeckend, aber nach einer gewissen Zeit müssen sie rentabel sein. Stocknews.ch: Wie stellen die SBB aktuell fest ob eine Nachfrage nach Nachtzügen besteht und wie gross/klein diese ist? (Die Frage ist übrigens nicht speziell aus Sicht der Flughafenbenutzer zu verstehen, sondern wegen der hohen Bevölkerungsdichte in der Schweiz und die vermehrte Nachtarbeit in diversen Dienstleistungsbereichen)
SBB: Die SBB stellt Nachfrageabschätzungen auf. Dabei werden die Daten des bestehenden Angebotes (im Fall Zürich zum Beispiel auch unter Einbezug des Nachtnetzes des ZVV) analysiert. Es gab zum Beispiel vor einigen Jahren ein en Nacht-Bus zwischen Bern und Zürich. Die Nutzung des Buses war allerdings so gering, dass das Angebot wieder eingestellt wurde. Wie bereits erwähnt, ein Angebot ist immer in Relation zur Nachfrage zu betrachten.
Stocknews.ch: Gibt es konkrekte Auslastungszahlen für die am Flughafen haltende Züge, welche Ihre Ausführung stützen, dass nur ZH-HB - ZH-Airport ein Problem darstellt? (Sind sie für die direkten Züge aus der Ostschweiz sowie aus Bern nicht ebenfalls sehr hoch?)
SBB: Detaillierte Zahlen über die Auslastung der Züge geben wir nicht bekannt. Die Strecke Zürich HB bis zum Flughafen ist aber eine sehr stark frequentierte Strecke – genauso wie beispielsweise jene zwischen Zürich und Bern oder Lausanne und Genf . Beim Flughafen ist aber die Besonderheit, dass die Reisenden mit speziell viel Gepäck reisen.
Wir danken Frau Meyer, Mediensprecherin, Schweizerische Bundesbahnen SBB für ihre Ausführungen
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