Stada nur scheinbar geschwächt
02.12.11 15:12

 

Der deutsche Pharmakonzern Stada Arzneimittel legt seinen Schwerpunkt auf die Herstellung von Nachahmermedikamenten. Mit Präparaten wie Paracetamol Stada oder der Wundsalbe Mobilat gehört Stada zu den wichtigsten deutschen Generika-Anbietern. Das Unternehmen kann seine Geschichte bis ins Jahr 1895 zurückverfolgen und konnte sich im Gegensatz zu anderen traditionsreichen Pharmaunternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bis heute seine Unabhängigkeit bewahren.

Stattdessen baut Stada sein Geschäft durch gezielte Übernahmen weiter aus. Nachdem 2009 das dänische Pharmaunternehmen Dermalog ApS geschluckt wurde, soll jetzt die Generikasparte der Spirig Pharma AG aus der Schweiz für 78 Millionen Euro übernommen werden. Damit gesellen sich 56 verschreibungspflichtige und 15 freie Medikamente zur Stada-Produktpalette. Diese werden allerdings weiter unter dem Namen Spirig vertrieben. Die Schweizer setzten mit ihrer Sparte zuletzt 34 Millionen Euro pro Jahr um.

Im November hatte Stada allerdings mit einigen Problemen zu kämpfen: So kündigte die britische Stada-Tochter Britannia einen Liefervertrag über das Parkinsonpräparat Apo-Go. Dadurch muss Stada einen Sondereffekt von 3,9 Millionen Euro nach Steuern verbuchen.

Desweiteren musste Stada Wertberichtigungen in Höhe von 97 Millionen Euro für seinen Forderungsausfall in Serbien vornehmen. Die Deutschen hatten 2006 den serbischen Hersteller Hemofarm für 480 Millionen Euro übernommen. Da jedoch brandaktuell die serbische Regierung ankündigte, Gespräche mit der Pharmaindustrie aufzunehmen und Stadas finanziellen Ausfall zu begleichen, scheinen die Dinge noch eine glückliche Wendung zu nehmen.

Angeblich hatte Stada – einer der größten ausländischen Investoren in dem Balkanstaat - sogar mit dem Weggang aus Serbien gedroht. Auch wenn der serbische Staat die Rechnungen begleicht, sind diese bereits in die aktuellen Stada-Bilanzen eingeflossen und trieben den Konzern für die ersten neun Monate 2011 in die roten Zahlen. Im vierten Quartal ist jetzt mit einem Aufschlag zu rechnen.

Mit dem jetzigen Stand hat Stada in den ersten drei Quartalen 2011 zusammengenommen einen Nettoverlust von 6,5 Millionen Euro erlitten, nach einem Gewinn von 38,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz steig dagegen von 1,17 Milliarden Euro auf nunmehr 1,25 Milliarden. Dabei wurde der Umsatz mit Generika von 815,7 Millionen auf 857,4 Millionen Euro gesteigert. Mit seinen Markenprodukten setzte Stada 350,1 Millionen Euro nach 311,4 Millionen im Vorjahr um.

Neben der erwarteten Rückzahlung Serbiens hat Stada noch weitere Gründe, zuversichtlich in die nahe Zukunft zu blicken: So gelang es Stada für zehn Wirkstoffe Rabattzuschläge der Deutschen Angestellten Krankenkasse DAK zu erhalten. Diese sind bereits seit Oktober wirksam. Bei der Rabattausschreibung der AOK erhielt Stada sogar 18 Zuschläge, welche allerdings erst ab 1. April 2012 gültig sein werden und dann zwei Jahre lang laufen sollen.

Unter dem Eindruck der drohenden Abschreibungen war die Stada-Aktie im November zunächst von 24,00 auf 14,00 Euro gefallen. Seitdem die Begleichung der Schuld durch die serbische Regierung ansteht, erholte sich das Papier wieder auf zuletzt 19,80 Euro.

Wir sehen gute Chancen, dass Stada kurzfristig wieder auf bis zu 25,00 Euro steigen wird. Der Einstieg bietet sich an, es liegen fundamental keine Gründe für weitere starke Kursverluste vor. Sichern Sie sich dennoch per Stopporder ab und achten Sie darauf, anfallende Gewinne auch mitzunehmen, dann dürften Sie mit dem Stada-CFD Ihre Freude haben.

 

 

Quelle: Market Report - Hanseatic Brokerhouse

 

 

 

 


 

 

 

 

 
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