Forschung & Entwicklung: Zusammenarbeit als Erfolgsrezept für die Pharmaindustrie
05.12.11 12:02

 
Steigende Entwicklungskosten, stagnierende Umsatzprognosen und Fehlschläge bei der Entwicklung neuer Produkte wirken sich zunehmend auf die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Pharmaunternehmen aus. So sank der interne Zinzfuss von 11.8% im Jahr 2010 auf aktuell 8.4%.

 

Die durchschnittlichen Entwicklungskosten stiegen von 830 Millionen US-Dollar um 25% auf 1048 Millionen US-Dollar an. Um die Rendite langfristig zu steigern, müssen Pharmaunternehmen neue Wege beschreiten. Dies geht aus der Studie „Measuring the Return from Innovation – is R&D earning its investment“ hervor, welche Deloitte in Zusammenarbeit mit Thomson Reuters veröffentlicht hat.
 
„Trotz des wirtschaftlich schwierigen Umfelds und sinkender Renditen hat sich die Pharmaindustrie im Bereich Forschung & Entwicklung (F&E) insgesamt gut entwickelt. Im Rahmen der Studie hat Deloitte die zwölf Pharmaunternehmen analysiert, die weltweit über die grössten Forschungsabteilungen verfügen. Zwei Drittel von ihnen erzielen mit der Kommerzialisierung ihrer Produkte einen höheren Ertrag, als sie durch Produkteinstellungen in der Spätphase der Entwicklung verlieren. Zudem entwickelten sich bei den untersuchten Unternehmen Kosten ausserhalb von F&E, rückläufig, was zu einer höheren operativen Marge und folglich zur Freisetzung von Cashflows führte, die wiederum in Forschung und Entwicklung reinvestiert werden können“, sagt Julian Remnant, der bei Deloitte europaweit für den Bereichs F&E in der Pharmaindustrie zuständig ist.
 
Die Studie zeigt auf, dass sich Zusammenschlüsse und Joint Ventures, bei denen Forschungserkenntnisse zu bestimmten Krankheiten oder Indikationen ausgetauscht werden, langfristig auszahlen können. Allerdings gibt es beim Thema Zusammenarbeit Verbesserungsbedarf: „Würden die Unternehmen ihre Erkenntnisse, zum Beispiel über gescheiterte Studien, besser miteinander teilen, würde dies langfristig die Erfolgsquoten steigern und letztendlich die Kosten für die Entwicklung neuer Medikamente senken“, sagt Julian Remnant. Der Berater geht davon aus, dass F&E-Unternehmen in Zukunft aus Kostengründen verstärkt zusammenarbeiten werden – insbesondere bei der Entwicklung von Arzneimitteln.
 
Immer häufiger beziehen Pharmaunternehmen Regulierungsbehörden bereits in frühe Entwicklungsphasen neuer Produkte mit ein. Auch Kostenträger werden frühzeitig involviert, um sicherzustellen, dass ihre Investitionen in innovative Therapien und Angebote attraktiv für den späteren Markt sind.
 
Die Studie umfasst eine Zinzfuss-Simulation mittels derer durchgespielt werden kann welche Parameter zur Ertragsrate bei F&E beitragen. Bemerkenswert ist, dass laut Analyse alle Unternehmensfunktionen eine Amortisation von F&E-Investitionen beeinflussen. So haben beispielsweise bereits kleine Verbesserungen der Produktionseffizienz mit der Zeit eine tiefgreifende Wirkung auf die Rendite.
 
„Für die Zukunft erwarten wir, dass immer mehr Unternehmen Wertanalysen, Simulationen und Modellierungserfahrungen sowie Finanzen und Portfoliomanagement zusammenführen werden, um besser entscheiden zu können, in welchen Bereichen der Arzneimittelentwicklung sich welche Investitionen lohnen. Für Leiter von Forschungs- und Entwicklungsabteilungen bedeutet dies eine bessere Ausgangslage als bisher. Sie haben bessere Grundlagen, um für neue Investitionen zu plädieren“, meint Julian Remnant.
 
Die vollständige Studie finden Sie hier .


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