Eigentum statt Performance-Fetischismus
07.12.11 14:19


St. Gallen, 07.12.2011 –
Die schicksalhafte Verbindung zwischen Staaten und dem Finanzsektor führte zum teilweisen Ausfall von zwei Anlageklassen, die lange als risikolos galten: Cash auf dem Bankkonto und Staatsobligationen. In diesem Anlagenotstand wird vor übertriebenem Performance-Fetischismus gewarnt. Werterhaltung und der Schutz des Eigentums rücken in den Vordergrund.

 

Trotz ernüchternder Rendite in der Vergangenheit bieten Aktien handlungsfähiger Unternehmen hier weiterhin die einzige Hoffnung. Der neue Wegelin Anlagekommentar Nr. 280 nennt drei Gründe, warum Unternehmensaktien unverändert eine attraktive Anlageklasse sind und zeigt auf, wie sich die Rolle des Vermögensverwalters zum Interessenwahrer des Eigentümers wandeln könnte.

Aktien als Inbegriff von Eigentum haben sich im bisherigen Krisenverlauf als äusserst resistent erwiesen. Im Gegensatz zu einer Immobilienanlage sind Unternehmen strategisch handlungsfähige Entitäten, die sich geographisch und in der Ausrichtung ihrer Tätigkeit flexibel zeigen. So machen beispielsweise Schweizer Unternehmen trotz aller Unwägbarkeiten aus drei Gründen Mut: Erstens sind sie deutlich besser kapitalisiert als vor zehn Jahren. Zweitens verfügen sie über hohe flüssige Mittel. Dies ist umso erstaunlicher, als wegen der tiefen Zinsen dieser Bestandteil der Bilanz kaum etwas abwirft. Umso besser muss es um die Ertragslage im operativen Geschäft stehen. Drittens nehmen die Investitionen kontinuierlich ab. Der Möglichkeit, dass man sich vor der Zukunft drückt, steht die bessere Nutzung der Investitionen gegenüber. Für den Anleger ist  relevant, dass tiefere Kapitalauslagen einen höheren Spielraum für Dividenden bieten.

Für den Autor der Anlagekommentars, Dr. Konrad Hummler, stellen sich im Hinblick auf die Zukunft der Vermögensverwaltung zwei zentrale Fragen: Ist es gerechtfertigt, Eigentum an Aktien nach demselben Schema wie alle anderen Anlageklassen zu beurteilen oder verdienen sie eine besondere Behandlung? Und zudem: Da reales Eigentum krisenfest durchsetzbar sein sollte, müssen die Vermögensverwalter ihre Tätigkeit von Grund auf umstellen. Während Nominalwertbesitz zu einer austauschbaren Massendienstleistung wird, sollten sie zum aktiven Interessenwahrer des Eigentümers werden.

Der Anlagekommentar von Wegelin & Co. Privatbankiers wird seit 1909 publiziert. Er erscheint sieben Mal jährlich mit einer Auflage von mehr als 100'000 Exemplaren. Sein Autor ist Dr. Konrad Hummler, geschäftsführender und unbeschränkt haftender Teilhaber von Wegelin & Co. Die Anlagekommentare sind auf www.wegelin-anlagekommentar.ch als Printversion (PDF) und Podcast abrufbar.


 
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