Anhaltendes Beschäftigungs-Wachstum trotz erster Anzeichen einer Verlangsamung
12.12.11 09:36

 

Beschäftigungsbarometer im 3. Quartal 2011

Anhaltendes Beschäftigungswachstum trotz erster Anzeichen einer Verlangsamung

Neuchâtel, 12.12.2011 (BFS) –
Die Indikatoren des Beschäftigungsbarometers (revidierte Daten), die vom Bundesamt für Statistik (BFS) vierteljährlich veröffentlicht werden, zeigen im Vorjahresvergleich ein deutliches Beschäftigungswachstum. Zum ersten Mal seit rund zwei Jahren waren jedoch beim Indikator der Beschäftigungsaussichten und bei der Zahl der offenen Stellen leichte Rückgänge gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Die Beschäftigung dürfte sich jedoch im nächsten Quartal auf dem gleichen Niveau halten.

Gemäss Beschäftigungsstatistik (BESTA, revidierte Zahlen) verzeichnete die Schweiz im 3. Quartal 2011 insgesamt 4,047 Millionen Beschäftigte, was einer Zunahme von 30'000 Beschäftigten (+0.7%) innerhalb eines Jahres entspricht. Im sekundären Sektor betrug das Beschäftigungswachstum 10'000 Einheiten (+1,0%), im tertiären Sektor 19'000 Einheiten (+0,7%). In Vollzeitäquivalente umgerechnet erreichte das Beschäftigungsvolumen 3,433 Millionen. Dies entspricht im Vorjahresvergleich einer Zunahme von 40'000 (+1,2%), davon 11'000 im sekundären Sektor (+1,1%) und 29'000 im tertiären Sektor (1,2%). Die saisonbereinigten Werte deuten allerdings auf eine Stagnation der Gesamtbeschäftigung im Vergleich zum vorangegangenen Quartal hin (+0,1%) und die Vorlaufindikatoren zeigen erste Anzeichen einer möglichen Trendwende (Beschäftigungsaussichten: 1,03; -0,9%; 48'700 offene Stellen; -0,3%). Trotzdem bekunden Unternehmen bei der Rekrutierung von qualifiziertem Personal erneut grössere Schwierigkeiten als ein Jahr zuvor (33%; +2,5%).

 

Beschäftigte nach Wirtschaftssektoren und Branchen: anhaltendes Wachstum in der Uhrenherstellung, Abnahme in der Beherbergung und im Detailhandel

Im sekundären Sektor weist ein Viertel der Branchen im Jahresvergleich eine negative Entwicklung auf. In absoluten Zahlen sind jedoch weder die positiven noch die negativen Veränderungen sehr ausgeprägt, mit Ausnahme der Branche «Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten und Uhren» (+5000; +5,0%). Im tertiären Sektor ergibt sich ein heterogeneres Bild. In zwei von fünf Branchen sind gegenüber dem Vorjahresquartal Rückgänge zu verzeichnen. In der Branche «Gesundheitswesen» (+11'000; +3,9%) ist die grösste jährliche Zunahme in absoluten Zahlen zu beobachten, während die Branche «Beherbergung und Gastronomie» 10'000 Beschäftigte (-4,6%) und die Branche «Detailhandel» 7000 Beschäftigte (-1,9%) verlieren.

 

 

Beschäftigte nach Grossregionen: Genferseeregion behauptet sich

In der Genferseeregion wurde im Vorjahresvergleich erneut eine starke Beschäftigungszunahme registriert (+2,2%). Im Espace Mittelland (+1,0%), in Zürich (+0,7%), in der Nordwestschweiz (+0,3%) und in der Ostschweiz (+0,3%) stieg die Zahl der Beschäftigten leicht an, während sie im Tessin stagnierte (0,0%) und in der Zentralschweiz zurückging (-1,0%).

Die Beschäftigungslage nach Wirtschaftssektor unterscheidet sich je nach Region stark. Im sekundären Sektor hat die Beschäftigtenzahl im Tessin eine starke Zunahme erfahren (+5,2%), geringere Steigerungen waren auch in der Genferseeregion (+2,3%), in der Ostschweiz (+2,0%), im Espace Mittelland (+1,4%) und in Zürich (+0,6%) zu verzeichnen. In der Zentralschweiz (-0,5%) und in der Nordwestschweiz (-1,8%) wurde hingegen eine Abnahme festgestellt. Im tertiären Sektor ist die Beschäftigung in der Genferseeregion (+2,2%), in der Nordwestschweiz (+1,3%), im Espace Mittelland (+0,8%) und in Zürich (+0,7%) gestiegen, während sie in der Ostschweiz (-0,6%), der Zentralschweiz (-1,2%) und im Tessin (-1,8%) zurückging.

 

Offene Stellen und Anteil offener Stellen: leichter Rückgang

Im Allgemeinen hat sich die Anzahl offener Stellen gegenüber dem Vorjahr nur wenig verändert (-0,3%). Im sekundären Sektor ist sie um 500 Einheiten (+3,3%) gestiegen, während sie im tertiären Sektor zurückgegangen ist (-1,6%). Im Vergleich zum vorangegangenen Quartal (saisonbereinigte Werte) ist die Anzahl der offenen Stellen sowohl im sekundären (-11%) als auch im tertiären Sektor (-3,3%) gesunken. Der Anteil offener Stellen betrug 1,3 Prozent im sekundären Sektor, im tertiären Sektor lag er mit 1,2 Prozent etwas tiefer.

 

Indikator der Beschäftigungsaussichten: gleichbleibende Beschäftigtenzahl

Auch wenn der Indikator der Beschäftigungsaussichten im Vorjahresvergleich zurückgegangen ist (1,03; -0,9%), dürfte sich die Beschäftigtenzahl im nächsten Quartal auf dem gleichen Niveau halten oder sogar leicht ansteigen. Dies gilt sowohl für den sekundären (1,02; -3,4%) als auch für den tertiären Sektor (1,03; 0,0%).

 

Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von qualifiziertem Personal

Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat sich der Indikator der Schwierigkeiten bei der

Rekrutierung von qualifiziertem Personal erneut erhöht (33%; +2,5%). Dieser Trend ist sowohl im sekundären (38%; +2,5%) als auch im tertiären Sektor (31%; +2,5%) zu beobachten.


BUNDESAMT FÜR STATISTIK
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