Weitere Abschreibungen und Entlassungen bei E.ON
19.12.11 14:30


Der deutsche Energiekonzern E.ON kommt auch in der besinnlichen Weihnachtszeit nicht zur Ruhe. Die Kosten der Energiewende und vor allem das schwache Gasgeschäft in Süd- und Osteuropa zwangen das Unternehmen jetzt zu neuen Abschreibungen in Höhe von rund drei Milliarden Euro. Analysten rechnen damit, dass E.ON für das Gesamtjahr einen Nettoverlust von mindestens 900 Millionen Euro anhäufen werde.


Sparmaßnahmen sind jetzt dringend nötig und wie üblich trifft es auch in diesem Fall zuerst die Mitarbeiter. Von den weltweit gut 80.000 Stellen sollen jetzt 11.000 abgebaut werden, davon allein 6.000 in Deutschland. E.ON-Chef Teyssen verteidigt die harschen Einschnitte beim Personal vor allem damit, dass die aktuelle Verwaltungsstruktur zu ineffizient sei. Um tausende von Jobs zu retten, sollen tausende von Jobs wegfallen. So sollen ab 2015 rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden.

Die Antwort der Gewerkschaft Verdi ließ nicht lange auf sich warten: Dort wurde sofort ein Alternativplan vorgelegt, welcher einen Großteil der geplanten Entlassungen überflüssig machen soll. So wird vorgeschlagen, das Kundengeschäft mit der dezentralen Energieerzeugung auszubauen und Wartungsdienste beispielsweise für private Solaranlagen zu intensivieren. Im Zuge der Energiewende solle zudem stark in den Bau neuer Gaskraftwerke oder anderer umweltfreundlicher Anlagen investiert werden.

Der Ruf nach erneuerbaren Energien zumindest verhallt nicht ungehört. E.ON wird auch in Zukunft verstärkt in grünen Strom investieren. So ist die Übernahme des portugiesischen Wettbewerbers EDP (Marktwert ca. 8,5 Milliarden Euro) trotz E.ONs finanzieller Schlagseite nicht vom Tisch. Neben E.ON sind auch chinesische und brasilianische Konzerne an den Portugiesen interessiert. Sollten die Düsseldorfer sich durchsetzen, würde E.ON mit einem Schlag zum weltgrößten Erzeuger erneuerbarer Energien.

Unabhängig davon will E.ON in den kommenden fünf Jahren rund sieben Milliarden Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren. Der Fokus liegt dabei auf dem Bau von Offshore-Windparks. Alle 18 Monate soll ein neuer Windpark ans Netz gehen, so sieht es das ambitionierte Bauprogramm vor. Wichtige zukünftige Standorte finden sich vor der Nordseeinsel Amrum, vor der britischen Küste sowie in der Ostsee vor Schweden. Helgoland soll zum zentralen Betriebs- und Servicestützpunkt werden. Für diese großen Parks mit Leistungen jenseits der 200 Megawatt wird E.ON eng mit dem dänischen Konzern Vestas, dem Weltmarktführer für Windkraftanlagen, zusammenarbeiten.

Die E.ON-Aktie ging seit Anfang Dezember von 18,70 auf zuletzt 16,35 Euro zurück und setzt damit die im Oktober begonnene Zickzackbewegung zwischen 16,00 und 18,80 Euro fort.

Wo geht die Reise hin? Die Analysten sind sich uneins: Von kaufen über halten bis hin zu verkaufen wird momentan alles empfohlen. Aus Sicht des CFD-Traders verhält sich die E.ON-Aktie momentan sehr positiv, da sich in der momentanen Seitwärtsbewegung ein guter Wechsel zwischen Long- und Shortpositionen etablieren ließe. Vorerst ist weder mit einem drastischen Anstieg noch mit einem Abrutschen des Kurses zu rechnen. Sobald dann schwache Jahreszahlen verkündet werden, dürfte es zu einem Absacken kommen. Langfristig, in den kommenden Jahren, sollte E.ON wettbewerbsfähig und profitabel bleiben. Dass die Dividende in Höhe von einem Euro nicht angestastet wird, sollte den Anlegern ebenfalls Mut machen.

Wir sehen E.ON also nach wie vor als lohnende Ergänzung für Ihr Depot, auch wenn noch nicht ganz klar ist wohin die Reise langfristig geht. Sichern Sie Ihre Positionen immer gut ab, dann kann mit dem E.ON-CFD momentan nicht viel schiefgehen.


Quelle: Market Report - Hanseatic Brokerhouse

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 
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