FINMA-Sanktion: Persönliche Entgegnung von Walter Bosch
11.01.12 12:14

 

Persönliche Entgegnung von Walter Bosch, ehemaligem Präsidenten des Verwaltungsrates der KPT Versicherungen AG (KPT), auf die Sanktionsankündigung der FINMA
 
 
Zürich, 11. Januar 2012
 
Die in einer Medienmitteilung vom 11. Januar 2012 formulierten Anschuldigungen der FINMA, unter anderen gegen meine Person, sind ungeheuerlich, unzutreffend und unakzeptabel. Ich halte mit allem Nachdruck fest, dass sich der Verwaltungsrat der KPT immer für das Wohl der Gesellschaft, ihrer Mitarbeiter und Kunden eingesetzt hat, und sich in seiner Arbeit keinerlei Verfehlungen hat zuschulden kommen lassen. Bei sämtlichen sensiblen Entscheiden wurden wir von führenden Juristen fundiert beraten. Wir werden unverzüglich und mit aller Entschiedenheit gegen die absolut unverhältnismässige und unfundierte Verfügung der FINMA Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben.

 
Persönlich verwahre ich mich dagegen, von einer Behörde grundlos diskreditiert und damit in meiner Integrität aufs Äusserste verletzt zu werden. Ich bin über dieses Vorgehen schockiert. Mit gutem Gewissen kann ich sagen, dass es keinen einzigen Grund gibt, der die angeordneten drakonischen Massnahmen rechtfertigt. Dies umso mehr, als das umstrittene Aktienprogramm lange vor meiner Zeit eingeführt wurde und bis heute niemand auch nur einen Franken kassiert hat. Zudem sind nicht nur Verwaltungsräte und Geschäftsleitungs-Mitglieder Aktionäre der KPT Versicherungen AG, sondern auch rund 300 Mitarbeiter. Was meine Bezüge anbelangt, so hielten sich diese im üblichen Rahmen und entsprachen meinem grossen Einsatz für das Unternehmen. Darüber hinaus gab es keine weiteren Bezüge.
 
Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung haben während meiner Amtszeit nach schwierigen Jahren bei der KPT einen spektakulären Turnaround bewirkt. Die KPT steht heute als führender Schweizer Krankenversicherer in bester Position. Der Gewinn hat sich in den letzten drei Jahren versiebenfacht; die Zahl der Versicherten hat über diese Zeit um rund 30% zugenommen. Die absurd lange Dauer des Verfahrens hat das Unternehmen strategisch blockiert. Die jetzt getroffenen Massnahmen stellen diesen Erfolg in Frage.
 

 
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