Der US-Dollar profitiert von Präsidentschafts-Wahlen
13.01.12 14:13

Der von der Fed berechnete handelsgewichtete US-Dollar-Index hat seit der Einführung flexibler Wechselkurse 1973 rund 27% an Wert verloren. In den Jahren‚ in denen die USA einen neuen Präsidenten gewählt haben‚ ist der Index jedoch in sieben von neun Fällen gestiegen.

Am 6. November 2012 wählen die Stimmbürger der USA ihren nächsten Präsidenten. Im Vorfeld werden die Kandidaten mit neuen, oder vielleicht auch etwas älteren, Vorschlägen aufwarten, wie sie die US-Wirtschaft in den nächsten Jahren zum Blühen bringen wollen und wie sie das Ansehen der USA in der Welt steigern werden. Davon wird auch der US-Dollar profitieren.


US-Dollar‚ das ungeliebte Kind

Seit 2002 kennt der Wert des Dollars nur eine Richtung, diejenige nach unten. Die Schuldenkrise in Europa hat diesen Trend zum Stoppen gebracht. Den Amerikanern wird oft vorgeworfen, dass sie sich über eine systematische Abwertung des Dollars einen wirtschaftlichen Wettbewerbsvorteil verschaffen wollen. In Wahljahren scheint dies jedoch nicht der Fall zu sein. Da werden die eigenen Stärken in den Vordergrund geschoben, wovon in der Vergangenheit auch der Greenback profitiert hat.


Weitere fiskalische Impulse im Wahljahr erwartet

2012 wird die Wirtschaft ein entscheidendes Wahlkriterium sein. Präsident Obama, aber auch der republikanische Herausforderer, werden deshalb bemüht sein, wirtschaftsfreundlich zu agieren. Es ist anzunehmen, dass die Kürzung der Lohnsteuer und die Erweiterung der Arbeitslosenentschädigung auf das gesamte 2012 ausgedehnt werden. Die Fed hat angekündigt, dass sie bei Bedarf zusätzliche Massnahmen zur Stützung der Konjunktur ergreifen wird. Zudem hat der Präsident der New York Fed, Bill Dudley, zusätzliche Hilfsprogramme für den Häusermarkt gefordert.


Dollar auch fundamental unterstützt

Die wirtschaftliche Entwicklung spricht auch für den Dollar. Während Europa sich gegen einen drohenden Rückfall in die Rezession wehren muss, hat die US-Konjunktur die Schwächephase des Sommers überwunden. Sie steht zwar nicht vor einem Wirtschaftsboom, dürfte aber in nächster Zeit ein solides Wachstum aufweisen. Langsam aber sicher macht sich dies auch in einer Entspannung am Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Arbeitslosenrate ist auf 8,5% gesunken. Sie ist damit deutlich höher als vor der Finanzkrise, aber doch tiefer als vor einem Jahr. Vor Euphorie sei sicherlich gewarnt. Die öffentliche Hand wird auf kommunaler Ebene weiter sparen müssen, der Immobilienmarkt liegt trotz zarten Knospen immer noch am Boden und die Probleme in Europa gehen nicht spurlos an den USA vorbei. Es gibt aber optimistische Anzeichen. Die Unternehmen befinden sich in einer guten Verfassung, die Bereitschaft zum Konsum ist nach wie vor vorhanden und vor allem: Die Zinsen sind und bleiben tief. Dies ist ein nicht zu unterschätzender Impuls für die Konjunktur.


Der US-Dollar bleibt stark

Obwohl der Dollar gegenüber dem Euro in letzter Zeit deutlich zugelegt hat und aktuell überkauft ist, dürfte er das Niveau in den nächsten Monaten halten. Wir haben deshalb die kurzfristigen Prognosen nach oben angepasst.



Dr. Thomas Stucki ist CIO und Mitglied der Geschäftsleitung von Hyposwiss Privatbank. Herr Stucki hat einen Abschluss mit Doktorat in Volkswirtschaft von der Universität Bern und ist CFA Charterholder. Er führt bei Hyposwiss Privatbank das Investment Center mit rund 30 Mitarbeitenden. Er ist verantwortlich für die Asset Allocation von Kundenmandaten im Umfang von CHF 3,4 Milliarden. Zuvor war er Leiter Asset Management der Schweizerischen Nationalbank.


Hyposwiss Privatbank AG

Hyposwiss Privatbank ist eine Schweizer Privatbank mit 120 Jahren Erfahrung. Mit unserer umfassenden Dienstleistungspalette betreuen wir Privatkunden nahtlos in allen Fragen der privaten Vermögensplanung und Vermögensverwaltung. Als Spezialistin für individuelle Vermögensverwaltung sind wir das Private Banking Kompetenzzentrum der St.Galler Kantonalbank Gruppe. Hyposwiss Privatbank beschäftigt 160 Mitarbeitende und betreut ein Kundenvermögen von 9‚6 Milliarden Schweizer Franken.




 
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