| ZKB: Aktuelle Marktsituation und Ausblick Zinsen |
| 27.01.12 12:55 | |
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Fazit Die meisten Aktienmärkte konnten das Jahr 2011 trotz einer ansehnlichen Aufholjagd im letzten Quartal nicht mit einem positiven Resultat abschliessen. Einzig der Dow Jones vermochte dem marktunfreundlichen Umfeld zu trotzen. An den Aktienmärkten ist nach wie vor kein eindeutiger Trend zu erkennen. Einerseits sprechen die tiefen Bewertungen sowie die beachtlichen Gewinnmargen der Unternehmen für eine Erholung der Aktienmärkte. Andererseits zügeln die schwache Konjunktur und die anhaltende Euro-Krise den Risikoappetit der Anleger. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) beliess in ihrer letzten geldpolitischen Lagebeurteilung im Jahr 2011 das Zielband für den Dreimonats-Libor wie erwartet unverändert bei 0% bis 0.25% und strebt nach wie vor einen Dreimonats-Libor nahe bei Null an. Wir rechnen bis auf weiteres mit keiner Leitzinserhöhung in der Schweiz. Konjunktur: Rezession in Europa, Aufbruchstimmung in den USA Das Jahr 2011 war geprägt von zahlreichen Ereignissen und Krisen. Die Naturkatastrophe in Japan, der Niedergang verschiedener diktatorischer Regimes in Nordafrika, der Disput um die Lage der US-Staatsfinanzen und insbesondere die Euro-Krise haben tiefe Spuren in den Finanzmärkten und der globalen Konjunktur hinterlassen. Europa und die USA befinden sich am konjunkturellen Scheideweg. Während sich die Konjunkturaussichten in den USA langsam aufhellen, bewegt sich die Euro-Zone insgesamt in Richtung milde Rezession. Wir erwarten für die Euro-Zone eine Kontraktion der Wirtschaft von 0.2%. Die guten Nachrichten aus den USA stammen vorwiegend aus dem Konsumentenlager. Die USA weisen derzeit klare Zeichen einer konjunkturellen Stabilisierung auf. Die US-Volkswirtschaft wird im 2012 mit 1.8% leicht stärker wachsen als im Vorjahr. Für die Schweiz erwarten wir im angelaufenen Jahr ein Nullwachstum (+0.2%). Der Warenhandel ist zurzeit zweifelsohne angeschlagen und dürfte nebst dem Tourismus negative Wachstumsbeiträge liefern. Positiver sehen wir die Entwicklung beim privaten Konsum sowie den Bauinvestitionen. In den Schwellenländern werden sich die Konjunkturkräfte im ersten Halbjahr 2012 weiter abschwächen. Inflation: Konjunkturängste lassen Preise sinken Die SNB begründet ihren weiterhin expansiven geldpolitischen Kurs mit der schwachen Konjunkturaussicht und den Deflationsrisiken für das Jahr 2012 bzw. geringen Inflationsrisiken bis 2014. Wir gehen ebenfalls von einem sinkenden Preisniveau im 2012 aus. Im Gegensatz zur SNB prognostizieren wir jedoch einen stärkeren Preiseanstieg und somit Potenzial für steigende Zinsen bereits in der ersten Jahreshälfte 2013. Die sich in den letzten Monaten verschärfende Euro-Krise hat die Kreditvergabepolitik der Banken mit entsprechenden negativen Auswirkungen für die europäische Konjunktur beeinflusst. Obwohl die Europäische Zentralbank (EZB) mit zwei Langfristtendern für zusätzliche Liquidität sorgte, gelangt das Geld gegenwärtig nicht in den Kreditumlauf. Die Inflationsrate wird in den nächsten Monaten rückläufig sein. Geldpolitik: Rezession in der Euro-Zone bestimmt CH-Geldpolitik Die SNB beliess in ihrer letzten geldpolitischen Lagebeurteilung im Jahr 2011 das Zielband für den Dreimonats-Libor wie erwartet unverändert bei 0% bis 0.25% und strebt nach wie vor einen Dreimonats-Libor nahe bei Null an. In den USA erwarten wir vorderhand keine Änderung des geldpolitischen Kurses. Das Fed behält sich jedoch weitere Massnahmen vor, sollte die Erholung ins Stocken geraten. Die EZB beliess im Januar 2012 den Leitzins unverändert, nachdem das Zinsniveau im Dezember 2011 um weitere 0.25% auf 1.0% gesenkt wurde. Wir prognostizieren eine weitere Zinssenkung auf 0.75% in den folgenden Monaten. Renditen: Flucht in sichere Häfen dominiert US-Staatsanleihen bleiben als «sicherer Hafen» begehrt. Die Renditen werden weiterhin auf tiefem Niveau notieren. Die Schuldenkrise in der Euro-Zone wird sich im 2012 nur leicht entschärfen. In der Folge sollten sich die Zinsaufschläge für Italien und Spanien etwas verringern, weshalb die gewichtete Bondrendite in der Euro-Zone in 12 Monaten tiefer zu liegen kommt. Die Renditen von Schweizer Staatsanleihen werden nach wie vor auf historisch tiefen Niveaus notieren. Solange die Finanzmärkte von Unsicherheiten geprägt sind, wird die Nachfrage nach "sicheren Häfen" hoch bleiben. Wir halten an unserer Prognose fest und gehen nach wie vor von einer graduellen Normalisierung der Renditen aus. |
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