| EZV: Starker Franken, schwacher Aussenhandel |
| 02.02.12 08:07 | |
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Jahr 2011: Starker Franken, schwacher Aussenhandel Der starke Franken sowie die eingetrübte Weltkonjunktur hinterliessen ihre Spuren auch im schweizerischen Aussenhandel. Zwar nahmen die Exporte im Jahr 2011 insgesamt um 2 % zu (Vorjahr: + 7 %), die Branchenmehrheit musste aber rückläufige Ausfuhren hinnehmen. Zugleich waren spürbare Preiskonzessionen erforderlich. Während die Nachfrage aus Asien florierte, stagnierte jene aus Europa. Die Importe verharrten auf dem Vorjahresstand. Die unterschiedliche Entwicklung zwischen den Aus- und den Einfuhren liess den Überschuss in der Handelsbilanz auf einen neuen Rekordwert steigen. Die Exporte nahmen im 2011 um 2,1 % auf 197,6 Mrd. Fr. zu (real: + 8,1 %). Damit blieben die Ausfuhren aber immer noch fast 9 Mrd. Fr. unter dem Rekordwert von 2008. Bezogen auf den vierteljährlichen Verlauf büsste das Wachstum von Quartal zu Quartal an Kraft ein bzw. rutschte im 3. Quartal gar leicht in die Minuszone. Immerhin konnte sich die Entwicklung im Schlussquartal wieder auffangen. Neben der sich abschwächenden globalen Konjunktur belastete vor allem der hohe Frankenkurs die Ausfuhrentwicklung. Die Exporteure mussten deswegen zum Teil erhebliche Preiskonzessionen zugestehen. Insgesamt sanken die Preise um 5,5 %. Das ist der höchste je registrierte Preisrückgang. Unter Ausschluss der Preisentwicklung in der Pharmasparte betrug der Abschlag 3,6 % (real: + 6,0 %). Die Importe blieben mit 173,7 Mrd. Fr. nahezu auf dem Niveau des Vorjahres, real nahmen sie um 1,9 % zu. Hier blieb das Ergebnis noch 13 Mrd. Fr. unter jenem im 2008. Die seit dem 2. Quartal 2010 registrierte Abschwächung des Importwachstums intensivierte sich im 2011, was letztlich 3 Quartale nacheinander mit negativen Raten zur Folge hatte. Die Preise der Importwaren sanken um 2,0 %. Ohne die Pharmasparte fiel der Preisrückgang mit 2,1 % fast identisch aus (real: + 2,0 %). Die Handelsbilanz wies mit 24 Mrd. Fr. einen neuen Rekordüberschuss auf. Gegenüber 2010 vergrösserte sich der Überschuss um mehr als 4 Mrd. Fr. bzw. 22 %. Bezogen auf die einzelnen Industriezweige leistete die Chemische Industrie mit 37 Mrd. Fr. den grössten Beitrag am Aktivsaldo. Demgegenüber fielen die höchsten Defizite bei den Fahrzeugen (12 Mrd. Fr.) und Energieträgern (9 Mrd. Fr.) an. Fehlende Arbeitstage belasten Dezember-Ergebnis Im Dezember 2011 stagnierten die Exporte mit 15,6 Mrd. Fr. (real: - 1,6 %) und die Importe gingen um 5,3 % auf 13,6 Mrd. Fr. zurück (real: - 4,8 %). Allerdings zählte der diesjährige Dezember gleich 2 Arbeitstage weniger als der Vorjahresmonat. Bereinigt stiegen die Ausfuhren um 9,2 % (real: + 6,9 %) und die Einfuhren nahmen um 3,0 bzw. 3,5 % zu. Die Preise der Exportgüter erhöhten sich - erstmals im 2011 wieder - um 2,2 %, während jene der Importwaren minimal sanken. Ohne die Pharmasparte verteuerten sich die Ausfuhren um 1,7 % (real: - 1,2 %), während die Einfuhrpreise praktisch unverändert blieben (+ 0,2 %; real: - 5,5 %). Die Handelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 2,0 Mrd. Fr. Exporte im Jahr 2011 nach Branchen und Ländern Uhrenindustrie mit „Export-Triple A“ Die Entwicklung nach Branchen war dreigeteilt: dank eines phänomenalen Zuwachs um 3 Mrd. Fr. bzw. 19 % bewegte sich die Uhrenindustrie in der Top-Liga. Die 3 nachfolgenden Branchen warteten „nur“ mit einem moderaten Plus auf, während die übrigen 6 Industrie-zweige - und damit die Mehrheit - gesunkene Umsätze hinnehmen mussten. Allerdings waren die Branchenergebnisse von rückläufigen Preisen geprägt, namentlich jene der Maschinen- und Elektronikindustrie. Die Uhrenindustrie konnte im Jahr 2011 die hohe Wachstumsdynamik des Vorjahres beinahe aufrecht halten. Mit deutlichem Abstand folgte die Metallindustrie, deren Exporte um 2 % stiegen. Hier wuchsen die Ausfuhren von Eisen und Stahl um 7 %, während jene von Metallwaren praktisch stagnierten. Bei der Maschinen- und Elektronikindustrie basierte das bescheidene Plus fast nur auf den Mehrverkäufen von Metallbearbeitungs- und Textilmaschinen. In den übrigen Sparten dominierten die Minuszeichen, so beispielsweise bei den Kraftmaschinen sowie den Maschinen für die Papier- und Grafische Industrie. Ähnlich einseitig war das Bild innerhalb der Nahrungs- und Genussmittel-industrie; hier wies der Bereich Kaffee eine 19-prozentige Steigerung auf, wogegen der Versand von Schokolade, Getränken und Käse zwischen 3 und 6 % sank. Mit einem Umsatz von 1,8 Mrd. Fr. stieg die Kaffeesparte zudem zur grössten Subgruppe auf. Die umsatzstärkste Branche, die Chemische Industrie (74,6 Mrd. Fr.), schrieb mit Ausnahme der Immunologischen Produkte (+ 4 %) in allen Segmenten rückläufige Exporte. Neben den Medikamenten und den Pharmazeutischen Wirkstoffen traf das Absatzminus namentlich auch die Farbkörper spürbar. Die Ausfuhren von Präzisionsinstrumenten (Medizinische Instrumente und Apparate: - 5 %) sowie jene der Kunststoff- und der Bekleidungsindustrie unterschritten das Vorjahresergebnis um 3 bzw. 4 %. Die Exporte der Textilindustrie bildeten sich um 7 % zurück, und jene der Papier- und Grafische Industrie brachen um einen Achtel ein. Deutschland steuert allein die Hälfte zum Exportplus bei Abgesehen vom Minus in Afrika (- 5 %) und dem leichten Rückgang in der EU (- 1 %) wiesen alle Regionen einen Exportanstieg auf. Gleich um einen Zehntel stiegen die Verkäufe nach Asien, während jene nach Ozeanien (Australien) um 6 % wuchsen. Die Ausfuhren nach Nordamerika nahmen um 2 % zu. Auf Stufe Land weiteten sich die Lieferungen nach Irland um einen Drittel und jene in die Vereinigten Arabischen Emirate um einen Viertel aus. Die Nachfrage aus China und Hongkong legte um je einen Fünftel zu. Die Ausfuhren nach Indien, Taiwan und Russland stiegen zwischen 13 und 15 %. Um 10 % stiegen die Verkäufe nach Belgien, während jene nach Singapur und Australien um je 8 % wuchsen. Nach Deutschland - der wichtigste Exportmarkt der Schweiz - konnten 6 % mehr Güter (+ 2 Mrd. Fr.) geliefert werden. Die Ausfuhren in die USA nahmen um 2 % zu, wogegen jene nach Italien und Japan stagnierten. Um 4 bzw. 5 % gingen die Exporte nach Brasilien bzw. Frankreich zurück. Die Ausfuhren nach Tschechien, Spanien, ins Vereinigte Königreich und in die Niederlande sanken um 8 bis 11 %. Um einen Siebtel reduzierte sich zudem der Absatz in Portugal und Griechenland. Importe im Jahr 2011 nach Waren und Ländern Schweiz fährt auf neue Autos ab Die Importe von 3 der 4 Hauptgruppen tendierten nominal zur Schwäche. Allerdings war diese sichtbar von den rückläufigen Preisen geprägt. Gänzlich entgegengesetzt verlief die Entwicklung bei den Energieträgern, deren Preise um 11 % höher notierten. Die Importe von Investitionsgütern reduzierten sich insgesamt um 3 %. Stark belastend wirkte sich die Halbierung der Luftfahrzeugeinfuhren (- 1,0 Mrd. Fr.) aus. Ferner sanken die Einfuhren von Maschinen und Geräten des Dienstleistungsgewerbes um 5 % bzw. um 0,6 Mrd. Fr. Positiv fielen dagegen die Baubedarfswaren auf, deren Nachfrage binnen Jahresfrist um 4 % zulegte. Sogar um einen Achtel erhöhten sich die Importe von Strassenfahrzeugen wie Lastwagen und Busse. Im Bereich der Konsumgüter zog namentlich das 11-prozentige Minus (- 1,0 Mrd. Fr.) bei den Bijouterie- und Juwelierwaren (vor allem Goldornamente) das Gruppenergebnis nach unten. Um einen Siebtel verminderten sich zudem die Importe von Unterhaltungselektronik, während die Bezüge von Nahrungs- und Genussmitteln um 4 % sanken. Die Einfuhren der grössten Subgruppe, der Arzneiwaren, verharrten mit 25 Mrd. Fr. Umsatz auf Vorjahres-niveau. Hingegen wiesen die Automobilimporte ein Plus von 10 % auf (Stück: + 10 %). Die Rohstoffe und Halbfabrikate gaben ein durchzogenes Bild ab. Um 11 % bildeten sich die Einfuhren von Papier zurück, während die Bezüge von Chemikalien, der umsatzgrössten Gruppe, um 3 % sanken. Die Importe von elektrischen und elektronischen Artikeln stagnierten. Hingegen lagen die Zulieferungen von Metallen 3 % im Plus. Und gleich um 27 % wuchsen die Einfuhren von Uhrenteilen. Importe aus Asien: - 6 % Die stagnierenden Importe rührten von einer gegenläufigen Entwicklung her: während die Einfuhren aus Nordamerika und Asien um je 6 % zurückgingen, erhöhten sich jene aus der EU um 1 %. Deutlicher wuchsen die Einfuhren aus Lateinamerika, die um 7 % zulegten. Bezogen auf die einzelnen Länder expandierten die Importe aus Kasachstan (Erdöl) gleich um 78 %. Um einen Sechstel nahmen die Bezüge aus Indien zu. Die Einfuhren aus Polen, Schweden und Brasilien stiegen zwischen 7 und 8 %, während jene aus Italien, Hongkong und China um je 3 % wuchsen. Dagegen sanken die Importe aus den grossen Volkwirtschaften Vereinigtes Königreich um 9 % und jene aus den USA, Japan sowie den Niederlanden um 3 bzw. 4 %. Um 8 % nahmen die Einfuhren aus Ungarn ab. Massiv fielen die Minus bei Vietnam (Goldorna-mente) und Aserbaidschan (Erdöl) aus; hier brachen die Importe um 62 bzw. 54 % ein. Die Medienmitteilung über den schweizerischen Aussenhandel im Januar 2012 ist für Dienstag, den 21.02.2012 vorgesehen (sämtliche Erscheinungsdaten im Überblick). |
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