| SNB: 2012 - Schweizer Geldpolitik in unsicheren Zeiten |
| 07.02.12 12:35 | |
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Thomas Jordan, Vizepräsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank
Die Suche der Investoren nach sicheren Anlagen gipfelte darin, dass der Franken Anfang August 2011 gegenüber dem Euro ein Allzeithoch erklomm. Dies stellte eine akute Bedrohung für die Schweizer Wirtschaft dar und barg das Risiko einer deflationären Entwicklung.
In der Folge legte die Schweizerische Nationalbank (SNB) Anfang September einen Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro fest, was die Überbewertung des Frankens bis zu einem gewissen Grad korrigierte. Diese Massnahme hat exportorientierten Unternehmen die Investitionsplanung erleichtert. Zudem konnte das Risiko einer deflationären Entwicklung sowie schwerwiegender struktureller Schäden der Schweizer Volkswirtschaft reduziert werden. Ohne diese geldpolitische Massnahme hätten die massive Überbewertung und die hohe Volatilität des Frankens wahrscheinlich Bestand gehabt.
Zusätzlich zur Problematik des starken Frankens haben sich die globalen Wirtschaftsaussichten verschlechtert, und es dominieren Abwärtsrisiken. Angesichts dieses schwierigen Umfelds wird die SNB den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro unverändert mit aller Entschlossenheit verteidigen. Dies gilt jederzeit, vom Augenblick der Eröffnung der Börsen am Montag in Sydney bis hin zum Börsenschluss in New York am Freitag. Die SNB toleriert am relevanten Interbankenmarkt keinen Geschäftsabschluss unter dem Mindestkurs. Sie ist vorbereitet, falls nötig unbeschränkt Devisen zu kaufen, um den Mindestkurs durchzusetzen. Darüber hinaus steht sie bereit, weitere Massnahmen zu ergreifen, falls die Wirtschaftsaussichten und die Deflationsrisiken es erfordern. |
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